Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Wochenende angesichts der anhaltenden Spannungen in der Golfregion stark zurückgegangen. Schifffahrtsdaten zeigten am Montag, dass ein Dutzend Rohstofffrachter die Meerenge passierte, verglichen mit 35 am Wochenende zuvor. Der über Transpondersignale erfasste Verkehr durch die für ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung wichtige Route ist damit stark eingeschränkt.
Allerdings existiert durchaus eine Art »Dunkelziffer«: Produzenten aus dem Nahen Osten exportieren weiterhin Öl auf Tankern, die mit ausgeschalteten Transpondern fahren. Vor Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran am 28. Februar passierten die Meerenge täglich etwa 125 große Handelsschiffe.
Gleichzeitig haben Angriffe der Huthis auf die Ost-West-Pipeline von Saudi Aramco den staatlichen Energiekonzern dazu veranlasst, seine Exporte durch die Straße von Hormus zu erhöhen. Dadurch konnte das führende Opec-Mitglied seine Ausfuhren im September bisher auf mehr als vier Millionen Barrel pro Tag (bpd) steigern, nachdem sie im August auf 2,4 Millionen bpd gefallen waren.
»Die Ölflüsse aus dem Nahen Osten bleiben trotz der Störung der saudischen Ost-West-Pipeline überraschend stark«, schrieben Analysten von JPMorgan in einer Mitteilung. Satellitendaten deuteten darauf hin, dass die saudi-arabischen Öllieferungen durch die Straße von Hormus in den vergangenen sechs Tagen durchschnittlich 2,9 Millionen bpd betrugen, verglichen mit nur 700.000 bpd im August.
