Alexander Schmitt, DER SPIEGEL
»Kostet der Irankrieg wirklich eine Milliarde US-Dollar am Tag? Und was ist mit diesen Hilfsgeldern? Ich frag mal die Dok. Meine Kollegin Nina aus der Spiegel-Dok checkt bei uns die Fakten zu den Vereinten Nationen. Sag mal Nina, kostet der Irankrieg wirklich eine Milliard US-Dollar am Tag?«
Nina Ulrich, SPIEGEL-Dokumentation
»Offiziell wissen wir das nicht. Dank inoffiziellen Angaben des Pentagon gegenüber US-Kongressmitgliedern können wir aber sagen, wahrscheinlich noch mehr. Das Geld geht hauptsächlich für Munition und Ausrüstung drauf. Ein Insider aus der US-Regierung hält, zumindest für die ersten Kriegstage mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar täglich für realistisch. Sogar konservativ gerechnet kommt man auf fast 900 Millionen Dollar täglich. Und das sind nur die Kosten der USA. Israel und Iran verschießen jeweils auch noch Raketen.«
Alexander Schmitt, DER SPIEGEL
»Was mein Fletcher denn, wenn er davon spricht, dass an anderer Stelle Gelder gekürzt werden, etwa Hilfsgelder?«
Nina Ulrich, SPIEGEL-Dokumentation
»Er spitzt natürlich zu, wenn er sagt, dass auf der einen Seite mehr als eine Milliarde US-Dollar am Tag für Zerstörung ausgegeben werden. Und dass auf anderen Seiten nur 200 Millionen Dollar nötig sind, um für die betroffenen Länder akut humanitäre Hilfe zu leisten. Das ist sogar auf drei Monate gerechnet, nicht auf einen Tag. Aber so weit hergeholt ist das Argument gar nicht. Die Grundthese ist ja: Zerstörung kostet ein Vielfaches mehr als die Unterstützung von Bedürftigen. Und das ist noch mal gesteigert, weil durch den Krieg neue Notlagen geschaffen werden, die humanitäre Hilfe überhaupt nötig machen.«
Alexander Schmitt, DER SPIEGEL
»Ist es eigentlich fair, im Kontext von Krieg so hart über Zahlen zu sprechen und diese Kosten miteinander zu vergleichen?«
Nina Ulrich, SPIEGEL-Dokumentation
»Eigentlich kann man die Entwicklungshilfe nicht mit Militärkosten direkt vergleichen. Die kommen aus völlig verschiedenen Töpfen und werden unterschiedlich geplant. Das mal gegenüberzustellen, finde ich aber schon sinnvoll. Trump hat gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit einen sehr großen Teil der internationalen Hilfszahlungen der USA gestrichen. Und viele andere Länder haben das dann auch gemacht. Wenn man für einen Angriffskrieg jeden Tag solche Riesensummen ausgibt, während gleichzeitig überall auf der Welt Hilfsprogramme eingefroren werden, dann macht das die erbärmliche Lage der Zivilisten einfach noch bitterer.«
Alexander Schmitt, DER SPIEGEL
»Danke für Deine Einschätzung, Nina. Alle verlässlichen Infos gibt es wie immer auf SPIEGEL.de«