Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor den gesundheitlichen Folgen von schwarzem Regen für die Menschen in Iran gewarnt. Der Regen könne Atemwegsprobleme verursachen, hieß es bei einer Pressekonferenz. Man unterstützte die Aufforderung der Regierung, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Häusern bleiben sollten.
Schwarze Tropfen
Das lokale Büro der WHO erreichten nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen mehrere Berichte über ölhaltigen Regen. Am Wochenende war bei den Angriffen der USA und Israel auf das Land ein Öllager getroffen worden. Es legte sich dichter schwarzer Rauch über die Stadt, schwarze Tropfen fielen.
»Der schwarze Regen und der saure Regen, der damit einhergeht, ist in der Tat eine Gefahr für die Bevölkerung, vor allem für die Atemwege«, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier bei der Pressekonferenz. Angesichts des Risikos, zu Hause zu bleiben, sei »auf jeden Fall eine gute Idee«.
Gefahr durch Rauch
Woraus der schwarze Regen besteht, ist unklar. Beim Verbrennen von Öl entsteht neben Ruß eine Vielzahl weiterer gesundheitsgefährdender Stoffe. Der Regen könnte aus dem Rauch einige Substanzen herausgewaschen haben und sauer geworden sein. Möglicherweise enthalte er auch Öl, sagte die Umweltepidemiologin Anna Hansell von der University of Leicester dem »New Scientist« . Sie spricht von einer »ziemlich üblen, giftigen Feuchtigkeit«.
- Folgen des Irankriegs: Diese Länder verdienen am Ölpreischaos – und diese verlieren Von Michael Herold
- Eskalation in Nahost: Europa wollte diesen Krieg nicht – und kann sich ihm doch nicht entziehen Von Francesco Collini, Christoph Giesen, Steffen Lüdke und René Pfister, Paris, London und Berlin
- Eskalation in Nahost: In Iran schwanken sie zwischen Todesangst und der Hoffnung auf Befreiung Von Dunja Ramadan, Fritz Schaap und Anna-Sophie Schneider
Die größere Gefahr für die Gesundheit geht Hansell zufolge allerdings nicht vom Regen, sondern vom Rauch selbst aus. Von der Haut könne man die Substanzen abwaschen, sagte Hansell. »Wenn sie dagegen in die Nase oder den Mund kommen, bleiben sie dort länger.« Kleine Teilchen könnten so »tief in die Lunge und möglicherweise auch in den Blutstrom« gelangen.
