SpOn 19.03.2026
12:05 Uhr

Iran: Pentagon beantragt 200 Milliarden Dollar für Irankrieg


Der Irankrieg ist für die USA auch eine finanzielle Herausforderung: Das Verteidigungsministerium sieht in einem Antrag einen Bedarf von 200 Milliarden Dollar. Es wäre ein Vielfaches der bisherigen Ukrainehilfe.

Iran: Pentagon beantragt 200 Milliarden Dollar für Irankrieg

Das Pentagon fordert einem US-Medienbericht zufolge Mittel in Höhe von mehr als 200 Milliarden US-Dollar für den Krieg gegen Iran. Das berichtet die »Washington Post«  unter Berufung auf einen hochrangigen, nicht namentlich genannten Regierungsvertreter. Ziel sei es, den Nachschub von wichtigen Rüstungsgütern weiter zu gewährleisten, die in den vergangenen Wochen stark verbraucht worden seien.

Das US-Verteidigungsministerium habe das Weiße Haus aufgefordert, die genannte Summe im US-Kongress einzufordern. Angesichts der Höhe der Forderung gilt es als fraglich, ob die Abgeordneten einem solchen Antrag mehrheitlich zustimmen würden, so die Zeitung weiter. Das Pentagon habe in den vergangenen Wochen mehrere Varianten vorgeschlagen, wie der Krieg im Nahen Osten weitergeführt und finanziert werden könne.

Das Pentagon lehnte laut dem Bericht eine Stellungnahme ab, das Weiße Haus habe bislang nicht reagiert.

Hubschrauber mit US-Präsident Donald Trump

Hubschrauber mit US-Präsident Donald Trump

Foto: Aaron Schwartz / EPA

Die Kosten des Kriegs gegen Iran sind in kurzer Zeit rasant gestiegen. Laut mehreren zitierten Regierungsvertretern sollen sie bereits in der ersten Woche mehr als elf Milliarden US-Dollar betragen haben. Um den Einsatz fortsetzen zu können und das Militär einsatzbereit zu halten, arbeitet die Trump-Regierung daran, zusätzliche Mittel zu beantragen.

Als problematisch gilt insbesondere der hohe Verbrauch von Präzisionsmunition in wenigen Wochen. Auch die Flugabwehr in mehreren Partnerländern in der Region wurde durch iranische Angriffe stark strapaziert. 

Bereits vor dem Krieg hatte US-Präsident Donald Trump einen Verteidigungshaushalt in Höhe von 1,5 Billionen Dollar vorgelegt – eine historische Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Laut »Washington Post« ist unklar, inwieweit die neue Forderung aus dem Pentagon damit verrechnet werden könnte. Das Haushaltsbüro des Weißen Hauses hatte den Entwurf laut dem Bericht zuvor bereits als zu hoch kritisiert.

Deutlich mehr Geld als für die Unterstützung der Ukraine

»Auf Basis der wenigen verfügbaren Daten haben wir die Kriegskosten grob geschätzt. Doch die Unsicherheit ist groß – und der Kongress will wissen, was es am Ende kostet«, zitiert der Bericht Mark Cancian, leitender Berater am Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington. »Wenn die Regierung mehr Geld verlangt, gibt es einen großen politischen Streit, weil sich dann die gesamte Antikriegsstimmung auf diesen Antrag richtet.«

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Sollten die 200 Milliarden Dollar freigegeben werden, wäre dies ein Vielfaches der US-Ausgaben für die militärische Unterstützung der Ukraine. In den drei Jahren bis Frühjahr 2025 hatte Washington nach eigenen Angaben  etwa 66,9 Milliarden Dollar freigegeben – gerade einmal ein Drittel der nun berichteten Summe für den Irankrieg.

col/jpe