SpOn 22.09.2026
11:21 Uhr

Heizkosten: So stark könnten die Ausgaben 2026 je nach Heizungsart steigen


Mieter und Eigentümer müssen in diesem Jahr einer aktuellen Berechnung zufolge mehr zahlen, damit ihr Zuhause warm wird. Je nach Heizungsart können die Kosten um bis zu einem Viertel steigen.

Heizkosten: So stark könnten die Ausgaben 2026 je nach Heizungsart steigen

Haushalte in Deutschland müssen im laufenden Jahr laut einer Studie erneut mit höheren Heizkosten rechnen. »Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden«, berichtete die Beratungsgesellschaft co2online in ihrem »Heizspiegel« für 2026. Die gemeinnützige Organisation setzt sich dafür ein, dass Haushalte weniger Energie verbrauchen und ihre CO₂-Emissionen senken.

Beim Erdgas sehen die Berater dagegen trotz der aktuell gestiegenen Großhandelspreise insgesamt eine leichte Entlastung. »Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken«, begründete die Gesellschaft ihre Berechnung. Allerdings könnten die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise  mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder steigen lassen, sagte ein Sprecher.

Die Berater haben die erwarteten Heizkosten unter anderem für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet. Dort prognostizieren sie vor dem Hintergrund des Irankriegs für Heizöl einen Anstieg von 24 Prozent auf 1275 Euro. Bei Holzpellets rechnen sie für 2026 mit einem Plus von 17 Prozent auf 870 Euro Jahresheizkosten. Als einen Hauptgrund sieht co2online dabei die anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur. Bei Erdgas sehen die Berater einen leichten Rückgang um vier Prozent auf 1120 Euro Jahreskosten.

Auch bei den anderen untersuchten Heizarten rechnet co2online mit leichten Anstiegen: bei Fernwärme um ein Prozent auf 1310 Euro und bei Wärmepumpen um drei Prozent auf 735 Euro.

Sparpotenzial in vielen Haushalten

Die Gesellschaft betonte, dass viele Haushalte ihre Heizkosten deutlich senken könnten. »Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial«, heißt es. Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren. »Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.«

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Zur Entwicklung der Heizkosten in den kommenden Jahrzehnten stellte co2online auch eine Langfristberechnung an. Demnach könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Ursachen sieht die Gesellschaft unter anderem steigende CO₂-Kosten, höhere Netzentgelte sowie gesetzlich vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl.

Bei Fernwärme und Holzpellets sei in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Anstieg der Kosten zu rechnen. »Die Kosten für Wärmepumpen werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben«, erklärte ein Sprecher.

Das neue Heizungsgesetz ermöglicht wieder den Einbau von Öl- und Gasheizungen. Doch die könnten zur Kostenfalle werden. Hier können  Mieter, Vermieter und Eigentümer schauen, was auf sie zukommt.