Die US-Regierung hat die Rekordstrafe der Europäischen Union gegen den Technologiekonzern Google scharf kritisiert. Der Schritt berge ein »echtes Risiko« für den transatlantischen Handel, erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in Washington.
Die EU-Kommission hatte Google wegen Wettbewerbsverstößen zu Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro verurteilt.
Nach Ansicht der EU-Behörde hat Google in den Suchergebnissen eigene Dienste unzulässig bevorzugt und damit gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen.
Mögliche Folgen in der Zollpolitik
Aus dem Europarlament kam umgehend Kritik an den Äußerungen aus Washington. Der Vorsitzende des Ausschusses für internationalen Handel, Bernd Lange (SPD), forderte die USA auf, die Entscheidung der EU-Kommission nicht als »Vorwand für US-Zoll-Vergeltung« zu nutzen.
Der Streit fällt in eine ohnehin angespannte Phase der Handelsbeziehungen. Am Freitag endet die Frist für einen zehnprozentigen US-Sonderzoll auf bestimmte Importe aus der Europäischen Union. Greer hatte bereits im Juni angedeutet, dass nach Ablauf der Frist ein neuer Aufschlag in gleicher Höhe möglich sei.
