SpOn 11.08.2026
07:31 Uhr

Gianni Infantino: Donald Trump stärkt Fifa-Boss den Rücken


Der Druck auf Gianni Infantino wächst, doch auf seinen Freund im Weißen Haus ist Verlass. Donald Trump stellt sich hinter den Fifa-Boss. Ohne Infantino werde die WM nie wieder so viel Geld bringen, so der US-Präsident.

Gianni Infantino: Donald Trump stärkt Fifa-Boss den Rücken

Der wegen seines gescheiterten Investorenplans in der Kritik stehende Fifa-Präsident Gianni Infantino erhält Rückendeckung aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der Fußball-Weltverband begehe einen »schrecklichen Fehler«, wenn er auch nur erwäge, Infantino abzulösen.

Trump lobte Infantino, der ihm 2025 einen neu geschaffenen Fifa-Friedenspreis  verliehen hatte: »Er ist fantastisch und hat gerade die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten geleitet«, schrieb Trump. Ohne Infantino werde es »nie wieder solch eine erfolgreiche oder profitable WM geben«.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, Infantino habe wegen seines gescheiterten Investorenplans Unterstützung im Weißen Haus gesucht. Die Fifa wies Berichte über Anrufe bei Trump oder anderen Regierungsmitgliedern als »frei erfunden« zurück. Trump sagte demnach, er habe mit Infantino darüber nicht gesprochen.

Übergabe des neu geschaffenen »Fifa Peace Prize« an Donald Trump

Übergabe des neu geschaffenen »Fifa Peace Prize« an Donald Trump

Foto:

Brendan Smialowski / AFP

Bruder von Trumps Schwiegersohn hatte Schlüsselrolle in Infantinos Plänen

Infantino steht wegen seiner Amtsführung und umstrittener Zukunftspläne in der Kritik, es gibt Rücktrittsforderungen. Er wollte Rechte an Turnieren des Weltverbands an private Investoren verkaufen und damit Milliarden erlösen. Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet ist, sollte über seine Investmentfirma eine Schlüsselrolle übernehmen.

Angesichts der Empörung begrub Infantino das Vorhaben. Der Machtkampf im Fußball hat mehrere Kontinentalverbände erfasst. Am Montag wandten sich die Dachverbände Europas (Uefa), Asiens (AFC), Nord- und Mittelamerikas sowie der Karibik (Concacaf) in einem offenen Brief gemeinsam an die Öffentlichkeit. Sie bekräftigten ihre Kritik an Infantino, warfen ihm Täuschung vor und forderten weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbands. Die Uefa hält zudem weiterhin am Boykott von Fifa-Turnieren wie der Weltmeisterschaft fest.

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Infantino hat Trump in der Vergangenheit mehrfach als »großartigen Freund« bezeichnet. Unter Infantinos Ägide vergab die Fifa die WM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko. Anfang 2025 war der Schweizer außerdem bei Trumps zweiter Amtseinführung anwesend.

Infantino verlieh Trump Ende 2025 zudem einen neu erfundenen Fifa-Friedenspreis, den Kritiker als Gefälligkeit für den US-Präsidenten einstuften. Einem unbestätigten Bericht der »New York Post« zufolge wollte Trump sich revanchieren und Infantino angeblich als künftigen Uno-Generalsekretär ins Gespräch bringen.

Fifa-Präsident Infantino suchte über Jahre die Nähe zu Donald Trump – und andersherum. Die Bromance mündete während der WM in den Fall Balogun. DIe Chronologie einer Männerfreundschaft, die den Fußball missbraucht, lesen Sie hier .

luc/dpa