SpOn 05.10.2026
07:34 Uhr

Flydubai-Flug FZ1073: »Im Cockpit war niemand«, berichtet Augenzeuge von Flugdrama


Auf einem Flug nach Israel wollte der Co-Pilot die Maschine offenbar gezielt zum Absturz bringen. Nun werden neue Details bekannt. Womöglich plante der Angreifer die Tat schon länger.

Flydubai-Flug FZ1073: »Im Cockpit war niemand«, berichtet Augenzeuge von Flugdrama

Bei der gewalttätigen Auseinandersetzung an Bord eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war das Cockpit einem Augenzeugen zufolge zeitweise verwaist. »Im Cockpit war niemand«, sagt der israelische Geschäftsmann Tal der »Jerusalem Post«. Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren. Er habe dann zwei zufällig neben sich sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug in Saudi-Arabien landeten.

Tat womöglich schon länger geplant

Beim Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai hatte am vorigen Mittwoch der Co-Pilot seinen Kollegen angegriffen. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpitür zu öffnen. Passagiere überwältigten den Täter. Motiv und Absichten des mutmaßlichen Angreifers sind noch immer ungeklärt. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nun unter Berufung auf zwei israelische Quellen berichtet, könnte die Tat bereits länger geplant worden sein. Demnach gab der Co-Pilot bei einer Vernehmung an, bereits vor seiner aktuellen Beschäftigung entsprechende Überlegungen gehabt zu haben. Ziel sei es gewesen, ein Flugzeug am Flughafen Tel Aviv zum Absturz zu bringen, heißt es weiter. Einen zuvor geplanten Versuch habe er jedoch wieder abgebrochen.

Beim jetzigen Vorfall gelang es offenbar nur knapp, einen Absturz zu verhindern. Der nur als Tal bezeichnete Augenzeuge erzählte der »Jerusalem Post« in dem Interview weiter, er habe die beiden Piloten anschreien müssen, sie sollten sich nach vorn begeben. Doch sie hätten sich nicht bewegt. »Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war.« Einer der beiden sei schließlich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.

Mit Ladekabeln gefesselt

Die Zeitung schreibt weiter, Tal habe in einer früheren WhatsApp-Nachricht sein Agieren als »Kampfunterstützung« bezeichnet, drei andere Israelis hätten den Angreifer körperlich überwältigt. Er habe die Piloten nach vorn gebracht und dabei geholfen, etwas zu finden, mit dem der Angreifer gefesselt werden konnte. Mit Ladekabeln sei er schließlich fixiert worden.

Derweil habe ein israelischer Zahnarzt den schwer verletzten indischen Piloten behandelt. Nachdem der Angreifer überwältigt gewesen sei und die beiden Piloten im Cockpit gewesen seien, hätten sie die Besatzungsmitglieder vom unmittelbaren Geschehen weggeführt und ihnen gesagt: »Von jetzt an führen wir den Flug.« Anschließend hätten sie neben jedes Besatzungsmitglied einen Israeli gestellt.

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»Alle Israelis waren sich einig, dass wir an den entscheidenden Stellen nur Israelis haben sollten«, sagte Tal der »Jerusalem Post«. Es habe keine Befehlskette und keinen Plan gegeben. Die Menschen hätten einfach verschiedene Aufgaben übernommen. Der von Tal geschilderte Ablauf kann derzeit nicht unabhängig bestätigt werden. Inzwischen ist jedoch bekannt, dass der Co-Pilot bereits in der Vergangenheit offenbar als Sicherheitsrisiko galt.

jpe/dpa