Im US-Bundesstaat Florida ist der Hurrikan »Isaias« mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen. Das teilte das US-Hurrikanzentrum NHC mit. Am späten Freitagabend (Ortszeit) waren in den Bundesstaaten Florida und Alabama insgesamt fast 500.000 Stromkunden ohne Versorgung, wie Daten der US-Webseite Poweroutage.us zeigten. »Der Sturm ist da«, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis am späten Abend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. »Begeben Sie sich nicht auf die Straßen.«
»Isaias« ist der erste Hurrikan der diesjährigen Atlantiksaison. Der Sturm hatte sich auf seinem Weg durch den Golf von Mexiko deutlich verstärkt und die Stärke drei von fünf erreicht. Bevor er auf Land traf, schwächte er sich aber ab. Die Küste erreichte »Isaias« als Sturm der Stärke zwei. Auf seinem Weg ins Landesinnere dürfte er sich weiter abschwächen. Dennoch rechnen Meteorologen auch in den Bundesstaaten Alabama, Georgia und Tennessee mit heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und gefährlichen Windböen.
Floridas Gouverneur DeSantis hatte die Bevölkerung bereits vor länger anhaltenden Stromausfällen gewarnt. Die Bürger sollten genügend Vorräte bereithalten, um mindestens 72 Stunden ohne reguläre Versorgung auszukommen. Der Katastrophenschutz mobilisierte unter anderem mehr als tausend Generatoren und große Treibstoffreserven.
Leere Straße in Pensacola, Florida
Foto: Ronaldo Schemidt / AFPAuch die US-amerikanische Öl- und Gasförderung vor Florida wurde durch den Hurrikan erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben der zuständigen US-Behörde waren vorsorglich rund 72 Prozent der dortigen Ölförderung und 59 Prozent der Erdgasförderung eingestellt worden. Auf zahlreichen Förderplattformen wurde das Personal in Sicherheit gebracht.
Meteorologen warnten vor lebensbedrohlichen Sturmfluten, heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Besonders an der Küste im Nordwesten Floridas könnten Sturmfluten das Wasser um bis zu 2,7 Meter über den normalerweise trockenen Boden steigen lassen. Auch Tornados sind möglich. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums könnten in den betroffenen Gebieten 100 bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, örtlich sogar bis zu 380 Liter.
In mehreren Bundesstaaten war vorsorglich der Notstand ausgerufen worden. Alabamas Gouverneurin Kay Ivey hatte die Evakuierung von Touristen und Besuchern aus mehreren Küstenorten angeordnet, darunter die beliebten Urlaubsziele Gulf Shores und Orange Beach sowie Dauphin Island. Auch in Florida mussten Menschen besonders gefährdete Küstengebiete verlassen.
Bereits vor dem Auftreffen des Sturmzentrums hatten heftige Winde und Regenfälle die Küste erreicht. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, Geschäfte und Schulen geschlossen. In der Stadt Mobile in Alabama verhängten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre.
