SpOn 09.03.2026
05:07 Uhr

FDP in Baden-Württemberg: Nachwuchs kritisiert Parteiführung nach Wahlniederlage


Die FDP ist in ihrem Stammland Baden-Württemberg an der Fünfprozenthürde gescheitert. Der Parteinachwuchs attackiert die Parteispitze und fordert personelle Konsequenzen.

FDP in Baden-Württemberg: Nachwuchs kritisiert Parteiführung nach Wahlniederlage

Nach dem Debakel der FDP bei der baden-württembergischen Landtagswahl mahnt der Chef der Jungen Liberalen, Finn Flebbe, personelle Konsequenzen in der Bundespartei an. »Dieses Ergebnis illustriert einmal mehr: Nach der Bundestagswahl hat es keinen wirklichen Neuanfang gegeben, die FDP ist unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle stagniert«, sagte Flebbe dem SPIEGEL. »Zur Hälfte der Amtszeit des FDP-Bundesvorstands fällt das Halbjahreszeugnis deshalb ungenügend aus.«

Die FDP wird nach mehr als 70 Jahren nicht mehr im Stuttgarter Landtag vertreten sein, sie scheiterte an der Fünfprozenthürde. Das vom Mittelstand und Familienunternehmen geprägte Baden-Württemberg hat eine lange liberal-bürgerliche Tradition. Für die FDP stellt ihr schlechtes Wahlergebnis vom Sonntag eine Zäsur dar.

Flebbe forderte die Parteispitze auf, rasch Lehren daraus zu ziehen: »Jetzt ist die Zeit, sich alte Zöpfe abzuschneiden. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern jetzt.« Die FDP werde nicht »durch Gewohnheit wieder stark, sondern nur durch klar gezogene Konsequenz und den Mut zur Erneuerung«, sagte der Juli-Vorsitzende.

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Parteichef Christian Dürr hatte am Wahlabend betont, dass der Neuaufbau der FDP ein langer Weg sei. Dürr führt die Freien Demokraten nach dem Sturz aus dem Bundestag vor rund einem Jahr gemeinsam mit Generalsekretärin Nicole Büttner. Auch Büttner ließ am Wahlabend nicht erkennen, dass sie amtsmüde sei. Als Generalsekretärin und Unternehmerin kämpfe sie dafür, sagte Büttner, dass die Menschen, die etwas reißen wollten, eine politische Heimat hätten, nämlich die FDP.

Der Spitzenkandidat der baden-württembergischen FDP, Hans-Ulrich Rülke, kündigte noch am Sonntagabend seinen Rücktritt als Landesvorsitzender an. Er übernehme die Verantwortung für die Niederlage, sagte Rülke.