SpOn 23.09.2026
16:41 Uhr

Eurovision Song Contest 2027: Niederlande kehren zum ESC zurück


Eines der Gründungsländer des Eurovision Song Contests gibt seinen Boykott auf: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Niederlande will 2027 in Burgas teilnehmen – obwohl der bisherige ESC-Sender ausgestiegen ist.

Eurovision Song Contest 2027: Niederlande kehren zum ESC zurück

Nach einem Jahr Abwesenheit wollen die Niederlande nun doch im nächsten Jahr wieder beim ESC mit dabei sein. Ein erneuter Boykott des Landes wegen der umstrittenen Teilnahme Israels ist damit vom Tisch. Der niederländische Beitrag werde ein Gemeinschaftsprojekt des öffentlichen Rundfunks, kündigte der Vorstand des öffentlichen Rundfunkverbands NPO in Hilversum an .

Erst kürzlich hatte der bisher für den Eurovision Song Contest in den Niederlanden verantwortliche Sender Avrotros entschieden, dass er sich nicht mehr an dem Musikwettbewerb beteiligen werde. Nach Angaben des Senders ist der ESC »nicht mehr neutral«.

Mehr zum Thema

Nun will NPO ein ESC-Team bilden, das für die Auswahl des teilnehmenden Künstlers verantwortlich ist. Der nationale Nachrichtensender NOS übernimmt danach die Ausstrahlung von Halbfinals und Finale. Ausdrücklich sei die Berichterstattung von der Verantwortung für den Beitrag selbst getrennt, damit NOS weiterhin unabhängig und neutral über den Song Contest und die damit verbundenen Ereignisse berichten könne.

Irland kündigte in der vergangenen Woche an, auch im kommenden Jahr aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazakrieg nicht am ESC teilzunehmen. Irland gehörte zu den fünf Ländern, die den vorigen ESC in Wien boykottiert hatten. Der nächste ESC findet im Mai 2027 in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt.

Mehr zum Thema

Auch Belgien will in Bulgarien dabei sein. Das teilte der flämische öffentlich-rechtliche Sender VRT mit. Bisher hatte der Sender ebenfalls wegen der Teilnahme Israels und der andauernden Gewalt im Gazastreifen die Teilnahme offen gelassen. Der VRT-Chef betonte , die Teilnahme bedeute »in keiner Weise eine Billigung oder Normalisierung der Ereignisse in Gaza und dem Rest der Welt«. Belgien und die Niederlande zählten zu den sieben Ländern, die beim allerersten Grand Prix Eurovision 1956 in Lugano dabei waren.

feb/dpa/Reuters