SpOn 09.10.2026
13:13 Uhr

El Niño-Folgen: Waldbrände in Indonesien hüllen Südostasien in gefährlichen Smog


Der giftige Smog aus Indonesiens Waldbränden lähmt Südostasien. Malaysia schließt Schulen, Singapur misst Alarmwerte – und indigene Völker klagen gegen die Regierung in Jakarta.

El Niño-Folgen: Waldbrände in Indonesien hüllen Südostasien in gefährlichen Smog

Die Wald- und Flächenbrände in Indonesien dauern seit Wochen an und sorgen in Südostasien für dichten Smog. Aufgrund der bedenklichen Luftverschmutzung ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia großflächig Schulschließungen an.

Indonesien erlebt eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Jahren. Dazu trägt auch das diesmal besonders extrem ausfallende Wetterphänomen El Niño bei, das in der Region zu ausgeprägter Trockenheit führt. In Teilen der Insel Sumatra werden derzeit gefährliche Smogwerte gemessen, im Flugverkehr kam es wegen schlechter Sicht nach Behördenangaben zu Verzögerungen.

»Den Menschen fällt das Atmen schwer«

Das indonesische Forstministerium zählt derzeit Hunderte aktive Brände. Viele von ihnen werden allerdings auch durch illegale Brandrodung verursacht. Oft breiten sich die Feuer auf ausgetrockneten Torfflächen unter der Erde weiter aus und erzeugen über Tage oder Wochen hinweg dichten Rauch, der auch Malaysia sowie die Kleinstaaten Singapur und Brunei erreicht.

Smog auf der indonesischen Insel Kalimantan

Smog auf der indonesischen Insel Kalimantan

Foto: REINA / AFP

»Die Luftqualität hat sich so stark verschlechtert, dass den Menschen das Atmen schwerfällt«, sagte eine Mitarbeiterin eines Krankenhauses in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur der Nachrichtenagentur dpa. »Wir haben einen massiven Zustrom von Patienten mit akuten Atemwegsproblemen, starkem Husten und verschlimmertem Asthma.«

Sammelklage gegen indonesische Regierung

Im Stadtstaat Singapur, wo dieses Wochenende der Grand Prix der Formel 1 stattfindet, werden ebenfalls alarmierend hohe Schadstoffwerte verzeichnet. Allerdings stelle der Smog aus Indonesien keine Bedrohung für den Grand Prix dar, teilte der Motorsport-Weltverband Fia mit.

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Dennoch führten die Brände und ihre Auswirkungen zu einer Sammelklage gegen die indonesische Regierung. Eingereicht wurde sie unter anderem von einem Bündnis indigener Völker auf der Insel Borneo. Die Kläger werfen der Regierung von Präsident Prabowo Subianto grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit den Feuern und der Luftverschmutzung vor und fordern die Ausrufung des nationalen Notstands.

jmm/dpa