Der Irankrieg ist noch immer in vollem Gange. In der Nacht hat sich US-Präsident Donald Trump allerdings zu einem möglichen Ende der Kampfhandlungen geäußert, wenn auch wenig konkret. Er nannte den Konflikt »so gut wie beendet«. Auch wenn noch völlig unklar ist, wie genau ein solches Ende aussehen könnte – das nächste Ziel des US-Präsidenten scheint bereits festzustehen: Kuba.
Die US-Regierung treibt ihre aggressive Politik gegen das sozialistische Land voran. Derzeit prüft eine Arbeitsgruppe Strafverfahren gegen kubanische Regierungsvertreter, wie die »Washington Post« und der Sender NBC News unter Verweis auf vertrauliche Quellen berichteten. Der Schritt erinnert an das Vorgehen der USA gegen Venezuelas festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro, der Jahre vor seiner Festnahme von der US-Justiz angeklagt worden war.
Trump selbst gab an, dass er seinen Außenminister Marco Rubio auf das Land angesetzt habe: »Er verhandelt und es könnte eine friedliche Übernahme werden – oder eben nicht. Ist aber auch egal, denn die (Kubaner, d. Red.) sind eh am Ende. Die haben keine Energie und kein Geld mehr.«
Am vergangenen Freitag hatte Trump dem US-Sender CNN gesagt, das Land werde »ziemlich bald fallen.« In dem Telefonat mit einer Reporterin des Senders behauptete Trump weiter: »Sie wollen unbedingt einen Deal.« Er werde deshalb Rubio »dorthin schicken und wir werden sehen, wie sich das entwickelt«, so der US-Präsident.
Trump sprach in dem Interview über die außenpolitischen Erfolge seiner zweiten Amtszeit. Seine Regierung werde sich jetzt »voll und ganz« auf Kuba konzentrieren, kündigte er an: »Wir haben noch genügend Zeit, aber Kuba ist bereit – nach 50 Jahren«, fügte er hinzu.
Den Zeitrahmen wiederholte er anschließend noch einmal: Er habe die Lage 50 Jahre lang beobachtet, »und es ist mir direkt in den Schoß gefallen«, sagte Trump, gefolgt von zusammenhanglosen Satzfetzen.
Embargo der USA bringt schwere Krise in Kuba
Nach dem Angriff auf Venezuela am 3. Januar und der Übernahme der dortigen Ölindustrie verhinderte die Trump-Regierung, dass Venezuela Öl nach Kuba schickte. Die kubanische Regierung war aber auf Öllieferungen des befreundeten Staats angewiesen, um etwa ein Drittel der täglich benötigten 100.000 Barrel für den Betrieb von Fabriken, öffentlichem Nahverkehr und die Stromversorgung zu erhalten, recherchierte die »New York Times«.
Seitdem spitzt sich die Lage in Kuba immer weiter zu, Trumps Ölembargo hat die schlimmste Versorgungskrise seit Jahrzehnten ausgelöst , das Land war zeitweise auf Hilfen aus dem Ausland angewiesen. Gleichzeitig wuchs die Angst vor einem Angriff der USA: »Ich habe Angst vor einer militärischen Invasion«, sagte eine Kubanerin jüngst zur »New York Times «. »Das ganze Land hat Angst.«
Trumps Regierung hatte demnach wiederholt angedeutet, dass ihr Plan darin bestehe, dass die kubanische Regierung unter dem Gewicht der Wirtschaftssanktionen zusammenbreche – und nicht durch Raketenbeschuss.
