Die grönländische Regierung hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu angeblich kurz bevorstehenden Erkundungen von Rohstoffvorkommen widersprochen. Jørgen Hammeken-Holm, ein ranghoher Vertreter des grönländischen Wirtschaftsministeriums, sagte CNN, dass es zwar Aktivitäten von US-Unternehmen gebe, betonte laut dem US-Sender aber auch: »Von einer ›umfangreichen‹ Exploration sind wir sehr weit entfernt.«
US-Präsident Donald Trump mit Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen und Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen im September
Foto: Kylie Cooper / REUTERSEs liefen viele kleinere Explorationsprojekte, bis diese operativ würden, könnte es allerdings Jahre dauern, hieß es weiter. Bereits im Sommer dementierte die Regierung ähnliche Berichte.
Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social gepostet, dass massive Erkundungen von Öl-, Gas- und Mineralvorkommen in Grönland kurz vor dem Start stünden. Die zu Dänemark gehörende Arktisinsel bezeichnete er dabei als »unser neues und wunderschönes Grönland«. Der US-Präsident behauptete dabei auch, dass es Experten gebe, die davon ausgingen, dass die Menge an leicht erschließbarem Öl in Grönland weitaus größer sei als in fast jedem anderen Gebiet der Welt. Tatsächlich gilt die Rohstoffgewinnung auf der Insel seit Langem als schwierig.
Der US-Präsident scheint aktuell immer wieder bemüht, Sorgen seiner Landsleute angesichts gestiegener Energiepreise zu adressieren. Rund drei Wochen vor den wichtigen Kongresswahlen setzen ihn und seine Republikaner besonders die infolge seines Irankriegs gestiegenen Spritpreise unter Druck.
Grönlandabkommen erwähnt Öl und Gas nicht explizit
Die USA, Dänemark und Grönland hatten im September ein Abkommen für eine vertiefte Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet. Es beendete zumindest vorläufig einen Streit über die Arktisinsel, den Trump mit Annexionsdrohungen selbst vom Zaun gebrochen hatte. Die Vereinbarung modernisiert und ergänzt ein bereits seit 1951 bestehendes Verteidigungsabkommen der Dänen mit den USA.
Öl und Gas werden in dem Abkommen laut dem vom Weißen Haus veröffentlichten Text nicht explizit erwähnt. Dort ist allerdings von Zusammenarbeit bei Mineralien sowie allgemein von Zusammenarbeit bei der wirtschaftlichen Entwicklung die Rede. Der Konflikt mit den USA hatte dazu geführt, dass sich die dänische Regierung zeitweise auf einen militärischen Konflikt vorbereitete. Auch andere europäische Staaten entsandten kurzzeitig Soldaten auf die Insel, darunter Deutschland.
