Nach langem Streit über die geplante Bahn-Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg soll schon bald eine wichtige Entscheidung fallen. Die schwarz-rote Koalition hat sich auf einen Antrag für einen Bau einigen können, wie die Nachrichtenagentur dpa und der Norddeutsche Rundfunk berichten. Laut dpa stimmte der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags am Morgen mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken der Beschlussvorlage der Regierungsfraktionen zu.
Am späten Donnerstagabend soll die Strecke dann im gesamten Bundestag diskutiert werden, berichtete die dpa unter Berufung auf Koalitionskreise weiter. Laut dem Antrag soll der Bundestag feststellen, dass mit einer Neubaustrecke Ziele wie die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten sowie Fahrzeitverkürzungen im Fern- und Nahverkehr erreicht werden.
Zentraler Engpass im Schienennetz
Die Vorlage sah daneben wesentliche Verbesserungen bei der hoch belasteten Bestandsstrecke vor. Es gebe nun eine Verbindlichkeit für den dringend benötigten Ausbau im Bestand, hieß es aus Koalitionskreisen. Vorgesehen waren in dem Antrag aber auch Forderungen zum Beispiel nach mehr Lärmschutz bei einer Neubaustrecke. Es solle außerdem Verbesserungen für den Landkreis Harburg geben.
Dem Vernehmen nach hatten niedersächsische Abgeordnete auf schnelle Verbesserungen an der bestehenden Strecke gedrängt. Über eine Neubaustrecke wird seit vielen Jahren diskutiert. In Niedersachsen ist das Projekt umstritten. Anwohner befürchten, durch die Strecke abgeschnitten zu werden . Kritik hatte einst auch SPD-Chef Lars Klingbeil geübt , durch dessen Wahlkreis Rotenburg I-Heidekreis die neue Trasse verlaufen soll.
Die Befassung im Bundestag ist ein wichtiger Schritt für die Neubaustrecke. Falls der Bundestag den Weg frei macht, kann die Bahn die Neubautrasse weiter planen. Bis die ersten Züge über eine neue Strecke fahren, kann es aber noch Jahrzehnte dauern.
Vor zwei Wochen hatte die schwarz-rote Koalition im Bund eine Entscheidung über die Neubaustrecke verschoben. Isabel Cademartori, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, hatte gesagt, Abgeordnete sähen noch Änderungsbedarf.
In einer Unterrichtung des Verkehrsministeriums an den Ausschuss heißt es, der Bund empfehle die Bestätigung der sogenannten Vorzugsvariante der Bahn-Infrastruktursparte DB InfraGo als Grundlage für die weiteren Planungen.
In dem Bericht über das Ergebnis der Vorplanung heißt es, eine Neubaustrecke diene der Auflösung eines zentralen Engpasses im deutschen Schienennetz. Vorgesehen ist demnach als sogenannte Vorzugsvariante der zweigleisige Neubau zwischen Hannover-Vinnhorst und dem südlich von Hamburg gelegenen Meckelfeld mit einer Streckenlänge von 109 Kilometern.
Lesen Sie hier mehr zu den Protesten gegen die Neubautrasse: Die Bahn lädt ein, die Bürger kommen. Viele sind wütend .
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