US-Tennisstar Coco Gauff hat sich nach einer Kontroverse um eine umstrittene Videoüberprüfung beim Turnier in Peking öffentlich gegen rassistische Kommentare gewehrt. Dabei bekam sie Unterstützung unter anderem von der deutschen Tennis-Ikone Boris Becker.
»Hallo zusammen, ihr könnt mich nicht mögen oder anderer Meinung darüber sein, was passiert ist, ohne dabei rassistisch zu sein. Die Menge an rassistischen Kommentaren und Nachrichten, die ich in den vergangenen Stunden erhalten habe, ist unglaublich. Und zu guter Letzt: Ich bin weder eine Betrügerin noch eine Diebin«, schrieb die 22-Jährige als Antwort auf einen rassistischen Kommentar bei X.
hey everyone, you can dislike me or disagree about what happened without being racist. the amount of racist comments/dms I’ve received in the last few hours is insane. Lastly, I ‘m not a cheater or a thief.
— Coco Gauff (@CocoGauff) October 5, 2026
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Becker repostete Gauffs Kommentar und richtete dabei aufbauende Worte an die Weltranglistenvierte. »Du bist eine stolze schwarze Frau und wir lieben dich! Kümmere dich nicht um die Kommentare dieser ignoranten, dummen Leute und schau sie dir nicht an«, schrieb der dreimalige Wimbledongewinner: »Du bist etwas Besonderes und einzigartig! Geh weiter mit hocherhobenem Kopf! Liebe Grüße von der Familie Becker!«
Vorausgegangen war eine im Internet heftig geführte Diskussion über eine Szene bei Gauffs Drittrundenmatch in Peking gegen die erst 16-jährige Chinesin Sun Xinran. Beim Stand von 4:5 und 15:15 im ersten Satz aus Sicht von Gauff war die Amerikanerin ans Netz gegangen und hatte nach einem schwachen Volley die Hand gehoben, um der Schiedsrichterin zu signalisieren, dass sie von wechselnden LED-Anzeigetafeln an den Seiten des Platzes irritiert worden sei.
Seltsam, »dass ich Hass dafür ernte, die Regeln befolgt zu haben«
Nach einem Videobeweis gab ihr die Schiedsrichterin recht. Gauff konnte den Punkt wiederholen, ihr Aufschlagspiel durchbringen, den ersten Satz und schließlich das Match 7:5, 6:1 gewinnen. Bei einem Seitenwechsel sah man die sichtlich bewegte Sun mit den Tränen kämpfen.
Gauff wehrte sich öffentlich gegen den Vorwurf, sie habe sich einen Vorteil erschlichen. Sie habe den Regeln entsprechend gehandelt, und am Ende sei es die Entscheidung der Schiedsrichterin gewesen, schrieb die zweimalige Grand-Slam-Turniergewinnerin bei Instagram. Die Situation sei bedauerlich, aber es sei seltsam, »dass ich Hass dafür ernte, die Regeln befolgt zu haben«.
Sie habe am Ende des Spiels mit Sun über diesen Punkt gesprochen, so Gauff. »Xinran ist ein unglaubliches Talent und eine großartige Spielerin. Ich habe mich für die Situation am Ende des Spiels entschuldigt, und sie hat das vollkommen verstanden«, schrieb sie. »Ich fand es nicht schön, sie so emotional zu sehen, da ich das selbst schon erlebt habe und wirklich verstehe, wie es sich anfühlt.«
Die in Atlanta aufgewachsene Gauff hatte schon in früheren Jahren öffentlich Rassismus kritisiert und diesbezüglich auf Missstände gerade in ihrer Heimat USA hingewiesen.
