SpOn 13.10.2026
07:53 Uhr

Christa Pike: Notruf nach Hinrichtungsversuch wurde als Fehlalarm gewertet


Die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike sorgt in den USA für Entsetzen, trotz zweier Giftspritzen lebte die Verurteilte weiter. Notrufprotokolle sollen nun ein weiteres Behördenversagen belegen.

Christa Pike: Notruf nach Hinrichtungsversuch wurde als Fehlalarm gewertet

Im Fall der gescheiterten Hinrichtung der US-Todeskandidatin Christa Pike wurde ein erster Notruf offenbar als Fehlalarm gedeutet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Notrufmitschnitte. Nötige Hilfe für die sich nach zwei Dosen Gift im Todeskampf befindende Verurteilte kam demnach deutlich zu spät.

Laut AP ging bei der gescheiterten Hinrichtung am 30. September der erste Notruf um 20.40 Uhr (Ortszeit) ein, gut eine Stunde nachdem die Hinrichtung begonnen hatte. Gemeldet hatte sich eine Frau, die von einer gescheiterten Hinrichtung berichtete. Sie sollte einen Sicherheitscode nennen, um die Echtheit des Anrufs zu beweisen. Als die Frau das nicht konnte, wurde der Anruf als Fehlalarm dokumentiert.

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Als Einsatzkräfte eine halbe Stunde später, um 21.07 Uhr, den Notruf dennoch überprüfen wollten, wurde der Kontakt zur Leitstelle des Gefängnisses hergestellt. Von dort hieß es, man habe keinen Notruf abgesetzt. Erst vier Minuten später wurde die Notlage doch bestätigt – und Einsatzkräfte konnten ins Gefängnis.

Christa Pike zurück im Gefängnis

Pike selbst ist zehn Tage nach ihrer fehlgeschlagenen Hinrichtung nun wieder zurück im Gefängnis. Wie Pikes Anwälte am Samstag mitteilten, wurde die verurteilte Mörderin aus dem Krankenhaus entlassen und wird nun im Gefängnis weiter medizinisch versorgt.

Die 50-jährige Pike hatte am Mittwoch vergangener Woche in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt. Sie wurde daraufhin in eine Klinik gebracht und künstlich beatmet. Kurz bevor sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten getrennt wurde, wachte sie jedoch am Dienstag wieder auf.

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Pike war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Pikes Anwälte führten an, dass sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten habe.

Seit der fehlgeschlagenen Hinrichtung wird in den USA wieder intensiv über die Todesstrafe diskutiert. Befeuert wurde die Debatte durch die Ankündigung von Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Exekution eines Attentäters durch ein Erschießungskommando live zu übertragen. Mehr zum Fall Nidal Hasan und den Bedenken einiger Republikaner gegen eine Hinrichtung per Livestream lesen Sie hier.

mrc/AP/AFP