Die Bundeswehr erwägt, mehrere neue Transportflugzeuge des Typs Airbus A400M zu kaufen. Das kündigte Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch des Airbus-Werks in Bremen an. Man denke »sehr konkret« darüber nach, 16 bisherige Maschinen, die nur für logistische Zwecke ausgelegt seien, durch voll einsatzfähige taktische Flugzeuge zu ersetzen, sagte der Verteidigungsminister. »Die aktuelle Sicherheitslage erfordert, dass wir das einmal überdenken.«
Derzeit verfügt die Bundeswehr über 53 Flugzeuge des Typs A400M. Die 16 betroffenen Maschinen sind Pistorius zufolge aber nicht für militärische Einsätze im engeren Sinne ausgestattet. Ihnen fehlten etwa Systeme zur Raketenabwehr. Mit dem Austausch würde die Einsatzbereitschaft der Luftwaffe »noch einmal deutlich erhöht«.
Die Kosten liegen laut dem Minister im Milliardenbereich. Je nach Ausstattung kosten die Flugzeuge pro Stück geschätzt zwischen 150 und 200 Millionen Euro.
Bevor die Entscheidung getroffen wird, müsse der Bundestag zustimmen, sagte Pistorius. Die Gespräche mit Airbus liefen bereits, auch hier gebe es aber noch Klärungsbedarf. Was die Einsatzbereitschaft und die Betriebskosten der Flugzeuge betreffe, habe die Bundeswehr klare Vorstellungen. Falls es zu einem Geschäft komme, könnten Partnerländer die ausgemusterten Maschinen kaufen.
Pistorius lobte den A400M als »das beste Flugzeug seiner Art«. Anfängliche »Kinderkrankheiten« seien überwunden. In den Zehnerjahren hatte es mehrfach Probleme mit den Maschinen gegeben, die unter anderem auf mangelnde Qualitätskontrolle bei Airbus zurückzuführen waren. Der erste für die Bundeswehr gebaute A400M war 2014 ausgeliefert worden – vier Jahre später und mehrere Hundert Millionen Euro teurer als geplant.
Die Rüstungsschmiede Lockheed Martin hat Pistorius kürzlich den ersten F-35-Kampfjet für die Luftwaffe übergeben. Was der Flieger kann, lesen Sie hier .
