SpOn 11.10.2026
16:34 Uhr

Brexit: Andy Burnham bestätigt russische Einmischung beim Votum


Erstmals hat ein britischer Regierungschef öffentlich erklärt, dass sich Russland in die Abstimmung zum Brexit 2016 eingemischt hat. Das sei eine Warnung für Wähler in Deutschland und Frankreich.

Brexit: Andy Burnham bestätigt russische Einmischung beim Votum

Die Frage, ob und inwiefern Russland Einfluss auf das Brexit-Referendum 2016 genommen hat, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Nun hat ein britischer Regierungschef erstmals eine Einflussnahme bestätigt. Premierminister Andy Burnham sagte im Podcast »The Rest is Politics«, er habe vor seinem Einzug in die Downing Street gefragt, ob Moskau in die Abstimmung involviert gewesen sei – und er habe die klare Antwort erhalten, dass dies der Fall gewesen sei.

»Es ist wichtig, diese Dinge jetzt klar und deutlich festzuhalten und den Wählern in Deutschland und Frankreich verstehen zu helfen, dass ein Teil dieser Politik von unseren Feinden, nämlich Russland, initiiert wird«, sagte er weiter. Großbritannien sei »zu sehr in der Defensive« gewesen, und infolgedessen seien die Wähler nicht »ausreichend darüber informiert worden, in welchem ​​Ausmaß versucht wird, den politischen Prozess aus dem Ausland zu stören«.

Ein Regierungssprecher lehnte gegenüber dem »Independent« eine Stellungnahme zum Inhalt des Briefings des Premierministers ab, sagte aber: »Die nationale Sicherheit ist die oberste Pflicht jeder Regierung. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Bürger und unsere Institutionen vor ausländischen Mächten und deren Stellvertretern zu schützen, die versuchen, Leben zu bedrohen und unsere demokratischen Werte zu untergraben.«

Burnham hatte erst im Juli Keir Starmer an der Regierungsspitze abgelöst. Zuletzt hatte er sich sehr kritisch zum Brexit geäußert und eine Rückkehr Großbritanniens in die EU nicht ausgeschlossen. Im Umfeld des nächsten EU-Gipfels will er deshalb mehrere Möglichkeiten für eine langfristige Beziehung zu den europäischen Partnern darlegen.

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Im Juli 2020 hatte die britische Regierung einen Bericht zur Rolle Russlands beim Brexit veröffentlicht. Ob Russland wirklich Einfluss nahm, blieb unklar. Die britische Regierung habe laut dem Bericht allerdings aktiv vermieden, nach Beweisen für russische Einmischung zu suchen. Dabei hätte man es besser wissen müssen, meinte der Geheimdienstausschuss. Denn es habe glaubwürdige Informationen darüber gegeben, dass Russland 2014 versucht habe, das schottische Unabhängigkeitsreferendum zu beeinflussen.

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