Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt zu zahlreichen Fällen von beschädigten Wahlplakaten, die sich am Wochenende in Berlin zugetragen haben. Nach Angaben der Polizei haben Unbekannte Plakate zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Laternen gerissen, beschädigt und teilweise verbrannt. Fast alle größeren Parteien seien betroffen gewesen. Auch Parteimitarbeiter wurden demnach angegriffen. Am 20. September wählen die Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus.
Einige der Vorfälle vom Wochenende laut der Polizei :
Im Berliner Bezirk Reinickendorf wurden zwei Großplakate von CDU und SPD mit Farbe besprüht. Unbekannte hätten auf beide Plakate das Wort »Nazi« und die Zahlenkombination 161 gesprüht, sagte der Polizeisprecher. Am Sonntag gingen zudem mehrere AfD-Plakate in Flammen auf. Lichtmasten wurden dadurch beschädigt.
In Schöneberg beschädigten Unbekannte zwei CDU-Plakate und rissen sie von einer Laterne. Die Beamten fanden die demolierten Reste auf dem Gehweg. Dort brannten später auch Wahlplakate, die vorher an einem Laternenmast hingen. Es sei nicht mehr erkennbar, welche Partei hier betroffen war, sagte der Polizeisprecher.
In Köpenick fanden Beamte ein zerschnittenes CDU-Plakat.
Ein Zeuge in Zehlendorf meldete der Polizei, ein 54-Jähriger habe ein Wahlplakat der Linken von einem Lichtmast gerissen. Er soll dort vorher zu lauter Musik getanzt haben. Ein Atemalkoholtest durch die alarmierten Beamten ergab demnach 2 Promille.
In Charlottenburg wurde zudem ein SPD-Plakat mit NS-Symbolen beschmiert.
Beleidigungen gegen Parteimitarbeiter, Angriffe gegen Wahlkampfhelfer
Am Wochenende soll es auch zu körperlichen und verbalen Angriffen gekommen sein, wie die Polizei mitteilte. Demnach soll ein 57-Jähriger einen Mitarbeiter am AfD-Stand im Prenzlauer Berg beleidigt haben. Eine AfD-Mitarbeiterin stellte außerdem Anzeige, weil ein 41-jähriger Mann sie am Arm festgehalten haben soll. Mit der anderen Hand soll er den Angaben zufolge Infomaterial der Partei zerrissen haben.
Die Linke berichtet von einem Überfall auf drei Wahlkampfhelfer in Köpenick. Beim Befestigen von Wahlplakaten seien sie von zwei Männern beleidigt, bedroht und angegriffen worden. Einer der Mitarbeiter wurde verletzt, Wahlplakate wurden zudem beschädigt. »Als Landesverband nehmen wir solche Vorfälle sehr ernst und werden erneut mit unseren Mitgliedern über Sicherheitsmaßnahmen im Wahlkampf sprechen«, teilte die Partei mit. Von den Ermittlungsbehörden erwarte man »konsequente Arbeit, damit die Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden können«.
AfD-Politiker verfolgt 14-Jährigen mit Baseballschläger
Vor Kurzem soll es auch zu einem mutmaßlichen Angriff in Sachsen-Anhalt gekommen sein, wo ebenfalls bald eine Landtagswahl stattfindet. Wie aus einer Mitteilung des Landeskriminalamts (LKA) hervorgeht, soll ein AfD-Politiker in der Kreisstadt Stendal einen 14-Jährigen mit einem Baseballschläger angegriffen haben. Dieser soll zuvor gemeinsam mit einem anderen Jugendlichen ein Wahlplakat der AfD beschädigt haben. Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen.
