SpOn 21.09.2026
07:21 Uhr

Berlin-Wahl: Mehrheit gegen Enteignungen von Wohnungsfirmen in der Hauptstadt


Den Wahlsieg betrachten viele Linke in Berlin als Freibrief für die Enteignung der Wohnungsgesellschaften. Doch eine Umfrage zeigt, dass sich die Einstellung der Wähler zu der Frage geändert hat.

Berlin-Wahl: Mehrheit gegen Enteignungen von Wohnungsfirmen in der Hauptstadt

Die von den Linken in Berlin geplante Enteignung großer Wohnungsgesellschaften hat in einer aktuellen ​Infratest-Umfrage keine Mehrheit. Nur 37 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der Senat sie ‌gegen eine Entschädigung enteignen sollte, wie aus der Erhebung für die ARD hervorgeht. 51 Prozent sprechen sich dagegen aus.

»Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet.«

Eine Mehrheit gab es mit 72 Prozent nur bei den Linkenwählern. Bei den Grünen waren es 42 Prozent, bei der SPD ​29 Prozent. Grüne und SPD sind potenzielle Koalitionspartner der Linken, die bei der ⁠Abgeordnetenhauswahl in ⁠Berlin klar vor der CDU lag und damit den Regierungsauftrag hat. Ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD hätte aber auch eine knappe ‌Mehrheit.

Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp, die ​nun Regierende Bürgermeisterin werden ‌könnte, beruft sich auf den Volksentscheid vom September 2021. Bei diesem gab es eine klare Mehrheit von 58 Prozent dafür, einen Gesetzentwurf für Enteignungen auszuarbeiten. Dies geschah bisher aber nicht. 220.000 ‌Wohnungen sollen laut der Linken in die öffentliche Hand überführt werden.

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Eralp will hart durchgreifen gegen Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt – mit Maßnahmen ‌gegen Mietwucher und den Trend ​zu möblierten Wohnungen und Kurzzeitvermietungen, ‌außerdem mit einem Mietendeckel. »Wenn die Linke regiert, wird vergesellschaftet«, ‌bekräftigte ​die 45-Jährige am Wahlabend.

Die Grünen waren im Wahlkampf offen für eine Enteignung von Wohnungsunternehmen, sehen aber ​noch viele ungeklärte Fragen. Die ⁠SPD hatte sich klar gegen ​die Pläne ​der Linken positioniert.

mik/Reuters