Seit den Achtzigerjahren galten sie als ausgerottet, nun sind sie zurück: In Ugandas Nationalpark Kidepo Valley gibt es nach 43 Jahren erstmals wieder zwei Nashörner. Insgesamt sollen acht Breitmaulnashörner in das Naturschutzgebiet gebracht werden, teilte die Naturschutzbehörde mit. Direktor James Musinguzi sprach von einem Meilenstein für den Naturschutz in dem ostafrikanischen Land. »Dieser Moment markiert den Beginn einer neuen Ära für die Nashörner im Kidepo-Valley-Nationalpark.«
Nashorn wird von den Rangern im Park abgelegt
Foto: Paul Hilton / Global ConservationDie Nashörner stammen aus dem Ziwa-Nashornschutzgebiet, das ebenfalls in Uganda liegt. Jetzt sollen sie in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet mehr als 300 Kilometer weiter nördlich wieder heimisch werden. Es seien Zäune aufgestellt und Wasserstellen geschaffen worden, heißt es in der Mitteilung. Zum effektiven Schutz habe man ein Überwachungssystem errichtet. Vor der Eingewöhnung in die Umgebung bleiben die Nashörner zunächst in einem speziellen Schutzgebiet.
Wilderei, Konflikte und illegaler Handel
Konflikte und Wilderei rotten Nashörner in Uganda vor fast einem halben Jahrhundert aus. Die Nashörner gehörten noch bis in die Siebzigerjahre zum Ökosystem des Kidepo-Tals, in dem das heutige Schutzgebiet liegt. Dann schlachteten Jäger während der Unruhen alle Nashörner in Kidepo und in Ugandas anderen Nationalparks ab.
Begehrt wegen ihres Horns: Nashörner sind oft Opfer von Wilderern
Foto: Nico Smit / Zoonar / picture allianceMittlerweile leben wieder 61 Nashörner in Uganda. Zur Wiederansiedlung wurden im vergangenen Jahr beispielsweise acht Nashörner aus Südafrika eingeflogen. Unterschiedlichen Angaben zufolge gibt es heute zwischen 16.000 und 18.000 Breitmaulnashörner, vorwiegend in Südafrika, Simbabwe, Namibia und Kenia. Als einzige der fünf Nashornarten ist das Breitmaulnashorn nicht vom Aussterben bedroht.
Wilderei bleibt in Uganda ein drängendes Problem. Nach Angaben von Naturschützern werden immer wieder Verdächtige festgenommen und strafrechtlich verfolgt, die Elfenbein, Schuppentiere und andere geschützte Arten schmuggeln. Auch der illegale Handel mit Nashornhörnern gilt weiterhin als äußerst profitabel – befeuert durch die Nachfrage nach traditioneller Medizin und als Statussymbol, vorrangig in Teilen Asiens.
Die Internationale Union für Naturschutz stuft das Südliche Breitmaulnashorn als »potenziell gefährdet« ein, weil die Bestände zurückgehen. Nach Informationen der Organisation »Save the Rhino« wurden allein in Südafrika im vergangenen Jahr 352 Nashörner illegal getötet.
