Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige ist von der AfD einiges gewöhnt: Deren Einpeitscher im anhaltischen Landtag, Hans-Thomas Tillschneider, nennt die katholische Kirche eine »zutiefst gottferne Institution«. Und Feige sei jemand, »der seinem Namen alle Ehre macht«.
»Dass führende AfD-Politiker in Sachsen-Anhalt die Kirche verächtlich machen, hat Tradition«, sagt der Bischof. »Man sieht in uns offensichtlich Feinde, weil wir Ausgrenzung widersprechen und die gleiche, gottgegebene Würde aller Menschen verteidigen.«
Neu ist, wie konkret die rechtsextreme Partei die »Kirchensteuerkirchen« ins Visier nimmt: Im »Regierungsprogramm« für die Landtagswahl im September kündigt die AfD an, staatliche Zuwendungen an die beiden Amtskirchen auf alle christlichen Kirchen umverteilen zu wollen. Zudem sollen Protestanten und Katholiken ihre Steuern künftig selbst eintreiben. Und: Das Kirchenasyl soll abgeschafft werden, Verantwortliche sollen möglicherweise rechtlich belangt werden.
