Es dauert gut zweieinhalb Stunden, bis sich die beiden AfD-Politiker am Tisch erstmals mit dem Vorwurf des Rechtsextremismus auseinandersetzen müssen. Zumindest ein bisschen.
»Es gibt eindeutig rechtsextreme Personalien in der AfD, und die sind problematisch«, sagt da Felix Sommer, Mitglied im Bundesvorstand der BSW-Jugend (JSW). Den Thüringer Landeschef Björn Höcke nennt er dann. Aber, so Sommer weiter, es stimme auch, dass das nicht auf die Gesamtpartei zutreffe. Überhaupt, Label wie »rechtsextrem«, oft sei das »mediales Framing«. Sein Gegenüber, der AfD-Kommunalpolitiker Felix Hampe nimmt das dankbar auf. »Die Politik, die die anderen Parteien gegen unser Volk richten, ist deutlich schlimmer als irgendwelche Aussagen von Parteifreunden«, so Hampe. Also gebe es auch keinen Grund sich von Leuten wie Höcke zu distanzieren.
Unzensiert und roh
Erst vor wenigen Wochen war der Rechtsextremist Höcke beim populären Podcaster Ben Berndt. Ungefiltert erhielt er Raum für seine Ansichten, kritische Nachfragen blieben aus . Nun sind also die AfD-Jugend und die BSW-Jugend dran. Wieder bei einem Format, das wie schon im Fall Höcke verspricht, unzensiert und roh zu sein. »Realtalk Media« nennt sich das YouTube-Format, organisiert vom Rapper Yousefali Nejad, genannt »B-Lash«. Für gewöhnlich lädt er dort Verschwörungsgläubige wie Ken Jebsen ein, redet über Corona oder die angebliche »New World Order«.
