SZ 23.09.2026
10:04 Uhr

Promis auf der Wiesn an Tag 4: Schwarzenegger dirigiert, Gottschalk scherzt, dann kommt der Dealer der Stars


Der Auftritt des ehemaligen Mister Universums ist wie immer unterhaltsam, der des ehemaligen „Wetten, dass..?“-Moderators eine kleine Sensation. Und dann ist da noch eine heimliche Berühmtheit aus Kalifornien.

Promis auf der Wiesn an Tag 4: Schwarzenegger dirigiert, Gottschalk scherzt, dann kommt der Dealer der Stars
Arnold Schwarzenegger im Marstall-Zelt.
Foto: Felix Hörhager/dpa

An dieser Stelle muss die gewohnte Form der nicht allzu ernsthaften Ernsthaftigkeit dieser Rubrik einmal für eine ganz ernste und erfreuliche Nachricht unterbrochen werden: Thomas Gottschalk war am Dienstag auf der Wiesn. Das bedeutet nach seiner schweren Krankheit, die er im vergangenen November öffentlich gemacht hatte, dass es dem 76-jährigen Moderator wieder deutlich besser zu gehen scheint. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit zehn Monaten. „Mir geht es jeden Tag besser, ausgezeichnet sogar“, sagte er der Bild. Und posierte für die Fotografen mit seiner Frau Karina Mroß, Bier und Brezn in bewährter, also alberner Form.

Die Frage ist ja nie, ob er kommt, sondern nur wann (den völlig abgewetzten Witz „I'll be back“ wollte der Autor eigentlich weglassen, wurde aber vom gegenlesenden Kollegen genötigt, ihn doch zu erwähnen, also bitte: sua culpa oder für Stammleser dieser Kolumne: sua culpi). Arnold Schwarzenegger, den die meisten als ehemaligen Mister Universum, ehemaligen Gouverneur von Kalifornien und Schauspieler kennen, wurde diesmal heimlich angekündigt. Die digitale Flüsterpost unter den Boulevard-Kolleginnen und -Kollegen besagte: Arni im Marstall am Dienstag um acht.

Schwarzenegger und die Wiesn, das ist ein Mengendiagramm, bei dem beide Kreise exakt übereinanderliegen. Der 79-Jährige mit der Statur und dem Idiom eines Gebirgsschützen oder mindestens eines Ehrenpräsidenten vom Trachtenverein, in dessen Händen respektive Pranken eine Mass so aussieht wie bei anderen ein Willibecher (für Auswärtige: das Glas für einen halben Liter), hat auch am Dienstag wieder dirigiert. Zuvor hatte er vor dem Zelt mit vier Polizisten posiert (wahrscheinlich Fans seines Films „Kindergarten-Cop“) und dann seine Freundin Heather Milligan ins Zelt geleitet. Wobei das Dirigat doch etwas seltsam anmutete: die Stäbe, zwei statt einem und Drumsticks statt Dirigentenstab, etwas unentschlossen fassend, als sei er nicht sicher, ob das nun Zigarren oder eher Sushi-Stäbchen sind.

Christian Lell ist derzeit auf Werbetour und nutzt dafür jede Wiesngelegenheit. Der frühere Fußballer des FC Bayern hat am Dienstag seine Biografie veröffentlicht mit dem Untertitel: „Drogen, Absturz, Selbsthass – und mein Weg zurück ins Leben.“ Gemütliche Sonntagslektüre also. Lell besuchte dafür bereits den Almauftrieb und den Wiesnbummel von Cathy Hummels, immer sein Buch dabei, um es bei jeder Fotogelegenheit ins Bild zu halten. Bei Hummels erzählte er auch von den Höhen und Tiefen, die im Buch vorkommen. Die schwierigen Momente als Unternehmer in der Baubranche zum Beispiel oder der Tod seiner Schwester 2014.

Eine Biografie, die er aber mutmaßlich Verena Kerth nicht gänzlich vorgetragen hat am Dienstag im kleinen Zelt der Wildstuben, wobei sie einige Passagen kennen dürfte. Als Lell noch bei den Bayern verteidigte, und zwar das von Oliver Kahn bewachte Tor, mit dem (also mit dem Kahn, nicht dem Tor) Kerth eine Zeit lang liiert war. Lell und Kerth kennen das Fotografenspiel im Übrigen gut, das da so geht: Posen, die eine besondere Nähe suggerieren, kommen am besten an und finden am meisten Verbreitung. Die beiden wurden auch eng umschlungen gesichtet, was sicher allem hilft, dem Buchverkauf und der Follower-Zahl der Moderatorin.

Die Raumfahrtministerin auf der Wiesn, diesem Paralleluniversum des Planeten Erde. Dorothee Bär (rechts), deren volle Funktionsbezeichnung „Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt“ ist, forschte am Dienstag bei der Einladung zum Charity-Event „Red Ladies Wiesn“. Dort traf sie auch die Politik-Kollegin Dagmar Wöhrl, ebenfalls CSU, die einige Jahre Parlamentarische Staatssekretärin beim Ministerium für Wirtschaft und Technologie war.

Beide liegen damit in der Kategorie Wiesnbesuche nahe beieinander, als da wären bei der ehemaligen Miss Germany Wöhrl: Anstich in der Wildstuben am Samstag, Almauftrieb am Sonntag, Hummels-Wiesnbummel und Sixt-Damenwiesn am Montag und Red-Ladies-Wiesn am Dienstag. Bär hält dagegen mit Käfer am Samstag, Almauftrieb am Sonntag, Damenwiesn am Montag und Red-Ladies-Wiesn am Dienstag. Wöhrl führt mit einem Punkt, aber gut, sei verziehen, vielleicht musste die Ministerin auch einfach mal kurz arbeiten zwischendurch. Wöhrl war zudem noch beim Heidifest am Donnerstag, aber das ist streng genommen schon wieder ein eigener Planet.

Der Mann taucht in diesem Jahr bislang auffallend oft auf, obwohl seine Branche auf dem Oktoberfest längst auf Balkone verbannt wurde. Am Dienstag war er zusammen mit Unternehmerin Iris Salzberg in der Wildstuben. Daniel Marshall aus Kalifornien ist der Zigarren-Dealer, dem die Stars vertrauen. Ob Ralf Möller, Arnold Schwarzenegger oder auch Vertreter der Klasse Leicht- bis Fliegengewicht. Marshall war am Sonntagabend auch derjenige, der die allerersten Rauchwolken beim Almauftrieb in die laue Luft über dem Käferzelt blies.

Bei ihm gibt es selbstverständlich auch Exemplare, die mit Gold überzogen sind, denn man muss den Nichtkennern eben manchmal klarmachen, dass diese Stange im Mund jetzt 300 Euro wert ist. Die Beschreibungen ähneln in ihrer Überschwänglichkeit denen der Braumeister der Wiesnbiere. Da heißt es etwa auf einer Verkaufsseite: „Vanille- und Zitrus-Noten, die Lust auf mehr machen.“ Oder: „Der perfekte Abbrand ist eine Augenweide und der aufkommende Hauch von Zimt, die Cremigkeit des Rauches zwingen einen geradezu dazu, die DM XXXVIII zu genießen, bis man sich die Finger verbrennt.“ Da könnte man sich glatt fragen, was der Texter dieser Zeilen wohl geraucht hat.

Schauspielerin Christine Zierl ist das, was man in der Musik wahrscheinlich als One-Hit-Wonder bezeichnen würde. Sie hatte ganz früh in ihrer Karriere eine Rolle, die sie bis heute prägt. In der mutmaßlich berühmtesten Münchner TV-Serie neben „Kir Royal“ spielte sie die Dolly, eine sehr junge Bekanntschaft des sehr an den Damen interessierten verheirateten Kommissars Franz Münchinger, besser bekannt als Monaco Franze. Zierl hat ein paar nahezu legendäre Szenen in der Folge „Die italienische Angelegenheit“, in der sie den Monaco einmal niederkreischt etwa. Der von Helmut Fischer gespielte Kommissar hat ja ansonsten meistens sein Geschiss mit der Elli (Gisela Schneeberger, die bislang in diesem Jahr noch nicht auf der Wiesn aufgetaucht ist), in dem Fall auch mit Zierl. Die wiederum bereitet sich offenbar am Dienstag (im Bild neben Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher) auf das kommende Wiesnwochenende vor, das bekanntlich wieder eine italienische Angelegenheit werden wird.

Eine Ski-Olympiasiegerin, die keinen Babysitter braucht, ein Rekordnationalspieler auf dem zweiten Platz und weitere Gäste der inoffiziellen Wiesnkönigin.

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