SZ 27.08.2026
11:54 Uhr

Leute: Gold mit 106


Ein greiser Diskuswerfer erklärt sein Erfolgsrezept, Olivia Jones erhält erst mal keinen eigenen Platz in ihrer Heimatstadt und Rainer Maria Woelki findet zwölf Euro Dom-Eintritt voll okay.

Leute: Gold mit 106
Der thailändische Sportler Sawang Janpram gewann bei Championships in Südkorea als einziger Athlet in der Altersklasse der über 105-Jährigen.
YNA/dpa

Sawang Janpram, 106, thailändischer Diskuswerfer, hat bei den World Masters Athletics Championships im südkoreanischen Daegu einen Weltrekord aufgestellt. Als ältester Teilnehmer der Wettkämpfe warf er bei einer Außentemperatur von 33 Grad Celsius eine ein Kilogramm schwere Scheibe 7,59 Meter weit und gewann damit in der Altersklasse ab 105 Jahren Gold. Der bisherige Rekord hat laut der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap neun Zentimeter darunter gelegen. Janpram trat als einziger Athlet in seiner Altersklasse an. Er hatte sich zuvor von seiner 74-jährigen Tochter trainieren lassen. Mit dem Sport hatte er erst im Alter von 80 Jahren begonnen. Sein hohes Lebensalter führt er auf die Einhaltung täglicher Routinen sowie auf den Genuss von täglich zwei gekochten Eiern, einer Banane, Fisch, Gemüse und Reis zurück.

Busy Philipps, 47, US-Schauspielerin („Voll daneben, voll im Leben“, „Dawson’s Creek“), hat sich einen Hirntumor entfernen lassen. Der Tumor sei früh entdeckt worden, sagte sie dem US-Magazin People. Deshalb sei es für sie „das bestmögliche Szenario innerhalb des schlimmstmöglichen Szenarios“. Im Februar dieses Jahres habe sie vorsorglich ein MRT machen lassen – im Gedanken an ihren kurz zuvor gestorbenen „Dawson’s Creek“-Kollegen und Freund James Van Der Beek, der zuvor im Alter von 48 Jahren an Darmkrebs gestorben war. Diese Entscheidung sei absolut richtig gewesen.

Olivia Jones, 56, Kunstfigur des Travestiekünstlers Oliver Knöbel muss weiter auf einen eigenen Platz warten. Der Ortsrat der Stadt Springe in Niedersachsen, in der Knöbel zur Welt kam und dank seiner Dragqueen heute „Ehrenbotschafterin“ ist, habe eine entsprechende Entscheidung darüber vertagt, bestätigte Bürgermeister Christian Springfeld (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Gründe dafür wurden nicht mitgeteilt. „Ob und wann ein neuer Ortsrat nach der Kommunalwahl das Thema wieder aufgreift, steht in den Sternen“, meinte der Kommunalpolitiker. Springfeld hatte sich zuvor für die Benennung eines bislang namenlosen Platzes vor dem Alten Rathaus starkgemacht. Damit wollte er die in Hamburg lebende Dragqueen würdigen und Sichtbarkeit für Minderheiten schaffen. Auch deren Erschaffer Knöbel sprach von einer „Gelegenheit, ein wahrscheinlich weltweit historisch beispielloses Zeichen für Vielfalt zu setzen“. Er hoffe, alles sei nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Rainer Maria Woelki, 70, Kölner Kardinal, findet die Abtrennung eines eigenen Teils des Innenraums des Kölner Doms für die kostenlose Nutzung durch Gläubige nicht schlimm. Kurze Besuche im Dom seien dennoch weiter möglich, sagte er der Deutschen Presseagentur. „Nur für die touristische Besichtigung des gesamten Innenraums muss man Eintritt zahlen.“ Diese zwölf Euro Gebühr seien nötig geworden, um die steigenden Kosten für den Unterhalt des Weltkulturerbes zu decken. Gläubige dürfen außerhalb von Gottesdiensten einen speziellen Bereich zur kostenlosen Einkehr nutzen. Kritiker hatten zuletzt bedauert, dass es vor allem den Kölnern nun nicht mehr möglich sei, sich zum Beispiel vor der Arbeit noch mal kurz ins Innenschiff vor den Altar zu setzen.

Am Kölner Dom wird seit nahezu 800 Jahren gebaut. Für den touristischen Besuch des Gotteshauses wird demnächst Eintritt fällig.

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