SZ 14.06.2026
14:37 Uhr

Jüdische Emigration nach 1933: Gefangene im eigenen Land


Lange nach 1933 hofften viele deutsche Juden, es werde nicht zum Schlimmsten kommen im NS-Staat. Susanne Heim zeichnet nach, wie ihre Pläne zur Emigration schließlich an der Hartherzigkeit der Staatenwelt scheiterten.

Jüdische Emigration nach 1933: Gefangene im eigenen Land

Unter dem Eindruck des sich vollziehenden Massenmords an den europäischen Jüdinnen und Juden veröffentliche Hannah Arendt einen knappen Text unter dem Titel „We Refugees“. Darin stellte die deutsch-jüdische Philosophin, die sich selbst mehrere Jahre lang vom französischen Exil aus in der internationalen Flüchtlingshilfe engagiert hatte, das Schicksal der geflohenen deutschen und österreichischen Juden als paradigmatisch für den Umgang der Nationalstaaten mit Geflüchteten und Staatenlosen heraus. Als Arendts Essay im Januar 1943 erschien, waren die etablierten Fluchtwege aus Deutschland und Europa für die meisten fluchtwilligen Juden bereits versperrt. Im Oktober 1941 hatte Himmlers SS die seit 1933 schwelende innereuropäische Flüchtlingskrise dadurch weiter eskaliert, indem ein Auswanderungsverbot für alle Juden aus dem deutschen Machtbereich verhängt wurde.

Was konnten Jüdinnen und Juden dem deutschen Terror in der NS-Zeit entgegensetzen? Mehr, als gemeinhin bekannt ist. Drei Bücher über jüdische Widerstandsnetzwerke geben Einblicke in einen Kosmos, der zeigt, dass man nicht wehrlos war - auch wenn es oft nur um die Selbstachtung ging.

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