Der Begriff klingt nach Hängematte, nach einer Nacht am Strand unter Palmen, darüber der klare Sternenhimmel. Doch wenn Meteorologinnen und Meteorologen von einer „Tropennacht“ sprechen, haben sie eine weniger romantische Definition im Sinn: Bleibt die Temperatur zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens oberhalb von 20 Grad Celsius, herrscht eine Tropennacht. In der aktuellen Hitzewelle ist das gerade an vielen Orten in Deutschland der Fall. Langfristig steigen die Zahlen wegen des Klimawandels: Erlebte etwa München in den Achtzigern und Neunzigern um die 1,7 Tropennächte pro Jahr, waren es in den folgenden zwei Jahrzehnten mehr als dreimal so viele. Stuttgart verzeichnete in den vergangenen drei Sommern stets ein Dutzend heiße Nächte. Vor allem Stadtbewohner haben darunter zu leiden, da sich die Hitze in den Häuserschluchten und auf den zubetonierten Plätzen staut. Älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen setzt die nächtliche Hitze besonders zu, da sich der Körper weniger gut erholt. Aber auch gesunde, jüngere Menschen schlafen oft schlechter – und träumen dann womöglich eher vom Norden als von den Tropen.
