Michael Mendl? Da erscheint einem sofort dieses männlich-markante Gesicht vor Augen: die kantigen Züge, die vom Rauchen gegerbte Haut, die tiefen Signature-Furchen, die er angeblich schon mit 30 auf der Stirn hatte. Und seine Stimme natürlich. Das dunkle Timbre. Dieses Knarzige. Michael Mendl war ein Bild von einem cis Mann. Virile Aura, Raubein-Charme. Ein Kerl mit viel Testosteron. Dabei hatte er auch eine sensible Seite, etwas Brüchiges, Melancholisches, das ihn überhaupt erst zu jenem Charakterkopf und TV-Helden gemacht hat, der er als Schauspieler war – einer mit Gespür für Abgründigkeit und feine Nuancen und mit einer Präzision und Spielintelligenz, die er in seiner langen Zeit am Theater gelernt hatte.
