Hassan Ahmad muss nicht lange rechnen, die Uhr läuft immer mit in seinem Kopf, seit sein Sohn verschwunden ist am 25. April 2024. „Vor zwei Jahren, zwei Monaten, vier Tagen und 17 Stunden“, sagt der Vater an einem Nachmittag Ende Juni. Und er sei natürlich nicht verschwunden, sondern von den israelischen Truppen verschleppt und gekidnappt worden, hier unten im Südwesten Syriens, ganz nahe an der israelischen Grenze. Von dem kleinen Dorf Jubata al-Khashab kann man die Hügel des völkerrechtswidrig von Israel annektierten Golan sehen, die vielen Windräder auf der anderen Seite. „Er war Hirte, er hat die Kühe zum Grasen gebracht“, sagt der Vater Hassan Ahmad auf der Terrasse seines Hauses. Die Familie gehört zu den Wohlhabenderen im Dorf, zumindest war es lange so.
