Ein Sonntagmorgen im Sommer, Sandra Hüller war am Abend zuvor bei der Deutschland-Premiere des Films „Vaterland“ beim Münchner Filmfest zu Gast. Der Film von Paweł Pawlikowski ist in Cannes mit dem Regiepreis ausgezeichnet worden, er erzählt von einer Reise Thomas Manns zurück nach Deutschland, nach dem Krieg. Er hält Reden zu Goethes 200. Geburtstag, in Frankfurt am Main und in Weimar. Erika, seine Tochter, begleitet ihn. Ein konzentrierter, kluger Film über ein Land nach der Katastrophe, voller Wunden, voller Schuld. Sandra Hüller hält die Tür auf zu ihrem Zimmer im Bayerischen Hof, draußen steht ihr Frühstückswägelchen. Sie beobachtet, das ist ein bisschen einschüchternd. Aber freundlich ist sie, ja hilfsbereit: Man fängt schon mit der ersten Frage an, da sagt sie, aufs bereitliegende Smartphone deutend: „Wollen Sie nicht aufnehmen?“
