Der Samstag in München ist laut, bunt – und extrem heiß. Tausende Besucherinnen und Besucher sind in der Innenstadt unterwegs, um beim Christopher Street Day zu feiern und zu demonstrieren.
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27.06.2026 13:30 Uhr |

Der Samstag in München ist laut, bunt – und extrem heiß. Tausende Besucherinnen und Besucher sind in der Innenstadt unterwegs, um beim Christopher Street Day zu feiern und zu demonstrieren.
Das diesjährige Motto des CSD „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke“. Der Höhepunkt ist die lange Polit-Parade, die um 12 Uhr im Glockenbachviertel gestartet ist.
Erstmals wird der Zug von Münchens neuem Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) als Schirmherr angeführt (zweiter von links). Sein Lebensgefährte Sebastian Müller begleitet ihn (links von ihm), ebenso wie die Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs und Bernd Müller von der Rosa Liste. Ein Kuss, den sie sich zu Beginn geben, wird von zahlreichen Kameras eingefangen. Es ist ein Kuss mit Botschaft.
34 Grad zeigt das Thermometer am Mittag in der Stadt: Anwohnerinnen und Anwohner bespritzen die Protestierenden mit Wasserpistolen, viele haben Sprühflaschen und Sonnenschirme mitgebracht.
Die Veranstalter haben wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen Trinkwasserspender und Wassersprühstationen aufgestellt. Größere Zwischenfälle wegen der Hitze habe es bislang nicht gegeben, sagte Conrad Breyer vom CSD München der Agentur dpa.
Die Polizei empfahl allen Zuschauerinnen und Zuschauern, nach schattigen Plätzen zu suchen, um die Parade zu verfolgen. Doch das ist leichter gesagt als befolgt.
Beim diesjährigen CSD wird außergewöhnlich viel getrunken. Natürlich auch Aperol Spritz, aber vor allem Wasser, Wasser, noch mehr Wasser.
Angaben des CSD zufolge beteiligen sich mehr als 200 Gruppen an dem Zug. Diesmal ist sogar prominenter Besuch angereist: Bill Kaulitz, der derzeit mit seinem Bruder in der Netflix-Doku „Kaulitz & Kaulitz“ zu sehen ist und dort intime Einblicke bietet, fährt eine Zeit lang auf dem „Hans im Glück“-Wagen mit, berichten die SZ-Reporterinnen Lisa Bögl und Nicole Graner von vor Ort.
Jedes Jahr dabei sind dagegen die Schwuhplattler, die für Stimmung sorgen und für Toleranz platteln. Von 34 Grad lassen sie sich davon nicht abhalten.
Im vergangenen Jahr lief die CSU nur zu Fuß mit, davor war sie sogar von der queeren Parade ausgeschlossen. Diesmal sind die Konservativen wieder mit einem Wagen dabei. Das Verhältnis zwischen CSU und CSD bleibt jedoch kompliziert.
Mit dem CSD verbindet die Community sechs zentrale Forderungen: queere Menschen vor Diskriminierung schützen, Hasskriminalität und Hate Speech bekämpfen, Selbstbestimmung erhalten, das Abstammungsrecht an die Vielfalt der gelebten Familienformen anpassen, queeren Geflüchteten Schutz bieten sowie einen queeren Aktionsplan in Bayern zu verabschieden.
Die Pride-Parade führte über die Fraunhoferstraße, Müller-, Blumenstraße bis zum Sendlinger Tor; und von dort über die Sonnenstraße, den Stachus und Maximiliansplatz bis zur Pride-Meile auf der Ludwigstraße. Dort läuft bis Sonntag das große Straßenfest des CSD mit mehreren Bühnen und zahlreichen Events.
Viele Outfits bei der Parade sind auch in diesem Jahr schillernd. Manches aber überraschte. Boots und lange Ärmel bei weit mehr als 30 Grad? Immerhin ein Fächer ist auch dabei.
Trotz Hitze herrscht fröhliche Stimmung in der Münchner Innenstadt. Auch wenn die Forderungen und die Lage ernst sind, Ausgelassenheit und Lebensfreude gehört beim CSD dazu.
Lesen Sie hier: Eine Reportage über den bunten CSD-Tag in München (SZ Plus)
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause und Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit im Gespräch über dessen Satz »Ich bin schwul – und das ist auch gut so«, unpopuläre Sparmaßnahmen und die beste Currywurst Berlins.
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