SZ 23.04.2026
14:54 Uhr

(+) Berlin: „Evident rechtswidrig“


Ein Bericht des Landesrechnungshofes bestätigt, was viele kleine Peinlichkeiten vermuten ließen: Berlins Kultursenatorin nahm es bei der Vergabe von Mitteln zur Antisemitismusbekämpfung mit den Regeln nicht so genau.

(+) Berlin: „Evident rechtswidrig“
Schadensbegrenzung: Sarah Wedl-Wilson, Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Britta Pedersen/dpa

Der Berliner Skandal um offenbar regelwidrig vergebene Fördergelder zur Antisemitismusbekämpfung entwickelt sich zu einem Sittenbild aus der tiefsten Provinz, das von Woche zu Woche bunter und peinlicher wird. Den Hauptbeteiligten, dem Berliner CDU-Abgeordneten Christian Goiny, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Dirk Stettner und der hilflos wirkenden Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (parteilos, für CDU), gelingt dabei das Kunststück, sich mit jedem ihrer Rechtfertigungsmanöver noch ein Stückchen stärker zu blamieren. Der am Donnerstag bekannt gewordene Bericht des Landesrechnungshofes markiert den vorläufigen Höhepunkt der Entwicklung.

Nicht nur die Touristen bleiben aus, auch Berlinern gefällt ihre eigene Stadt nicht mehr. Außer fürs Kaputtsparen scheint sich dort niemand mehr für irgendetwas zuständig zu fühlen. Klage einer Anwohnerin.

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