Heise 03.09.2026
09:18 Uhr

WhatsApp-Sicherheitslücke: Zugriff auf Fotos bei gesperrtem Android-Handy


Eine Sicherheitslücke in WhatsApp für Android ermöglicht es, bei einem eingehenden Videoanruf auf private Fotos zuzugreifen, ohne das Gerät zu entsperren.

WhatsApp-Sicherheitslücke: Zugriff auf Fotos bei gesperrtem Android-Handy

Die WhatsApp-App unter Android hat offenbar eine Sicherheitslücke. Unbefugte Nutzerinnen und Nutzer können auf einigen Geräten bei einem eingehenden Videoanruf im gesperrten Zustand auf private Fotoordner zugreifen. Meta hat nach eigenen Angaben inzwischen begonnen, einen Fix zu verteilen. Bis dieser flächendeckend ankommt, gibt es eine Übergangslösung.

Die Sicherheitslücke hat zuerst Jose Rodriguez auf X veröffentlicht – mittlerweile hat Meta sie bestätigt. Das Smartphone muss für den unbefugten Zugriff auf den kompletten Fotos-Ordner nicht entriegelt sein. Nimmt man einen eingehenden Videoanruf an, kann man auf eine Schaltfläche tippen, um Filter und Effekte für das eigene Videobild anzuwenden. Neben den Videoeinstellungen steht auch der Zugriff auf die Fotobibliothek weit offen, sodass Nutzer ohne die vorherige Entsperrung vollen Zugriff darauf haben.

Notebookcheck hat die Umgehung des Sperrbildschirms auf mehreren Smartphones unterschiedlicher Hersteller ausprobiert und herausgefunden, dass sie nicht auf allen Geräten funktioniert. So verlange ein Samsung-Galaxy-Gerät etwa die Entsperrung des Sperrbildschirms, bevor der Zugriff auf die Fotobibliothek gewährt wird. Auf Googles Pixel- und Oppo-Geräten sei die Lücke jedoch vorhanden. Auf iPhones gebe es diese Lücke aufgrund von Apples CallKit-Framework nicht, da WhatsApp dort gezwungen ist, die native iOS-Benutzeroberfläche für Anrufe zu verwenden.

Immerhin: Die Umgehung des Sperrbildschirms über diese Sicherheitslücke gewährt lediglich Einblicke in den Foto-Ordner, aber nicht den vollen Zugriff auf das Gerät. Mit den Fotos lasse sich zudem nicht mehr anfangen, als sie sich anzusehen. Weiterleiten oder Bearbeiten sei nicht möglich. Jedoch könnten Dritte mit einem zweiten Gerät Fotos von den Bildern anfertigen.

Der Entdecker hat Meta und Google über die Lücke informiert. Auf X hat Meta bereits angekündigt, ein Update zu verteilten, mit dem der Fehler behoben wird. Ob und wann ein App-Update in Deutschland ankommt, ist unklar – Nutzer sollten derweil verstärkt darauf achten, ihr Telefon nur vertrauenswürdigen Dritten in die Hand zu geben.

Damit der Zugriff auf den Foto-Ordner nicht weiterhin komplett offen bleibt, können Nutzer für den Übergang in den Einstellungen von WhatsApp den Zugriff auf Fotos in den App-Berechtigungen beschränken. Unter App-Info > Berechtigungen kann man die Option „Eingeschränkten Zugriff zulassen“ auswählen. Mit dieser Option können Nutzerinnen und Nutzer verwalten, auf welche Fotos und Videos WhatsApp Zugriff erhält.

(afl)