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14.07.2026
13:09 Uhr
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Menschen ziehen sich aus den sozialen Medien zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber auch die Ziele der Betreiber spielen eine Rolle.

Facebook, X und Instagram wurden geschaffen, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben und Persönliches mit ihnen zu teilen. Mittlerweile ist das nicht mehr das Hauptaugenmerk der Plattformen. Vielmehr nutzen Menschen diese, um sich zu informieren, unterhalten zu lassen und für den Austausch zu politischen Themen. Das ist von den Betreibern auch so gewollt. Möglichkeiten, mehr Inhalte zu konsumieren, sind in den Vordergrund gerückt, Kommunikation und Interaktion mit Menschen, die einem wichtig sind, in den Hintergrund.
In der Folge nutzen Menschen die Plattformen anders und vor allem weniger. Ein Grund dafür, dass Nutzer sich von den Plattformen zurückziehen, ist es, eine Art digitalen Burnout zu vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage von Incogni.
Ein Hauptmerkmal dieser Entwicklung ist, dass über die Hälfte der Befragten heute weniger Beiträge in den sozialen Medien veröffentlicht als noch vor fünf Jahren. Ähnlich viele Menschen schränken zudem ein, wer ihre Beiträge sehen kann und wer nicht.
Auch Stress und Angst spielen eine Rolle. Aufgrund dessen hat fast die Hälfte schon einmal eine App der sozialen Medien oder eines Messengers deinstalliert. Unter den Millennials steigt dieser Anteil auf über 60 Prozent, bei Mitgliedern der Gen Z auf 56 Prozent.
Angehörige dieser beiden Gruppen äußern im Gegensatz zu denen der Gen X und den Baby-Boomern auch öfter, dass sie die Anwendung aus Sorge um ihre mentale Gesundheit nicht mehr nutzen. Die Außenwirksamkeit und wie andere Menschen die eigenen Beiträge wahrnehmen, spielen hier auch eine Rolle.
Die eigene Onlinepräsenz zu pflegen fühlt sich an wie Arbeit, das sagen 51 Prozent der Befragten. Soziale Medien sind also nicht nur Unterhaltung und Kommunikation mit anderen, sondern vor allem eine zusätzliche Aufgabe, die Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Auch deswegen ziehen sich Menschen von den Plattformen zurück, sie wollen Freunde und Bekannte nicht konstant auf dem neuesten Stand halten müssen.
Auf der Seite der Abstinenz berichten 64 Prozent von positiven Gefühlen, wenn sie Nachrichten auf dem Smartphone länger nicht ansehen. Darunter fallen Entspannung, Ruhe und Erleichterung. Aber auch negative Gefühle kommen auf. 57 Prozent der Befragten berichten in der gleichen Situation von Unbehagen, Angst oder dem Gefühl, etwas zu verpassen.
Ein weiterer Faktor für den Verzicht auf soziale Medien sind politische Inhalte. 44 Prozent der Befragten stimmen zu, dass diese Art der Beiträge sie dazu bewegt, die sozialen Medien verlassen zu wollen. In Postings und Kommentaren zu politischen Themen sind Konflikte und Feindseligkeiten an der Tagesordnung.
Die Umfrage von Incogni wurde zwischen dem ersten und neunten Juni 2026 durchgeführt. Das Unternehmen hat 1000 US-amerikanische Bürger befragt, die zwischen 1946 und 2012 geboren wurden.
(tlz)