Heise 14.06.2026
20:00 Uhr

Top 10: Displays für Carplay und Android Auto im Test


Apple Carplay und Android Auto nachrüsten: Mobile Auto-Displays sind die perfekte Lösung. Wir zeigen die besten Modelle.

Top 10: Displays für Carplay und Android Auto im Test

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.

Apple Carplay und Android Auto nachrüsten: Mobile Auto-Displays sind die perfekte Lösung. Wir zeigen die besten Modelle aus unserem aktuellen Test.

Apple Carplay und Android Auto haben sich als Schnittstelle zwischen Smartphone (iOS oder Android) und dem Infotainment-System im Auto durchgesetzt. Damit lassen sich Apps wie Google Maps zur Navigation oder Spotify für Musik direkt auf dem Infotainment-Display nutzen. Auch Sprachassistenten wie Siri oder der Google Assistant sind damit jederzeit verfügbar. Voraussetzung ist allerdings ein kompatibles Infotainment-System im PKW.

Doch was tun, wenn das eigene Fahrzeug diese Funktion nicht unterstützt? Gerade wer ältere Autos fährt, deren Bordelektronik weder Android Auto noch Apple Carplay beherrscht und deren Zentraldisplay aus einer Uhr besteht, muss trotzdem nicht auf den Komfort einer Smartphone-Anbindung verzichten.

Günstiger und einfacher als der Austausch des Autoradios oder des Infotainment-Systems ist ein Auto-Display mit Android Auto und Carplay, das man extern wie ein herkömmliches Navigationsgerät im Auto befestigt. Das Display lässt sich ganz ohne Werkstatt montieren.

Ein USB- oder Lightning-Kabel benötigt man dann nicht. Die einzige notwendige Verkabelung betrifft die Stromversorgung, die an den 12-V-Bordnetz-Anschluss (Zigarettenanzünder) oder eine USB-Buchse angeschlossen wird. Die Kopplung mit dem Smartphone erfolgt zunächst über Bluetooth und anschließend über WLAN.

Wer schon Android Auto oder Apple Carplay im Auto hat, es aber drahtlos möchte, raten wir zur Top 10: Der beste Adapter für Android Auto Wireless – kabellos Handy nutzen oder Top 10: Der beste Wireless-Carplay-Adapter im Test – iPhone kabellos nutzen.

Neuer Testsieger ist das Carpodgo T3 Pro für 174 Euro (Gutscheincode: HEISE). Das Display bietet die beste Bildqualität im Testfeld sowie eine gute Verarbeitung. Dank der magnetischen Rückseite lässt es sich schnell abnehmen.

Knapp dahinter platziert sich das Carpuride W903S für 170 Euro (Code: Techstage) als Technologiesieger. Diese Auszeichnung verdankt das Display der Kombination aus drehbarer Dual-Dashcam und gutem Klang.

Preis-Leistungs-Sieger ist der kompakte und günstige Bildschirm Lamtto RC18. Dieser eignet sich besonders für einen Kleinwagen und kostet nur 63 Euro (Code: heise20).

Eine interessante Lösung ist die Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 für 200 Euro. Diese bietet auch eine kabellose Rückfahrkamera mit Akku – im Display sind zudem Carplay und Android Auto integriert. Besonders kompakt für einen Kleinwagen ist der Carpodgo Mini für 87 Euro (Code: HEISE).

Hier folgt das komplette Ranking:

Der Carpodgo T3 Pro setzt sich als beste Nachrüstlösung durch. Dank hochwertigem Gehäuse, tollem 8,9-Zoll-Display, schnellem Bootvorgang sowie flexibler Anbindung ans Autoradio via FM, AUX und Bluetooth ist es unser Testsieger. Attraktiv ist auch der Preis von 174 Euro (Code HEISE).

Das Carpuride W903S bietet ein praktisches Breitbild-Display, guten Klang über alle Anschlüsse und zwei drehbare Dashcams, eine mit 4K und eine mit Infrarot-Nachtsicht. Für 170 Euro (Code: Techstage) eine empfehlenswerte Nachrüstlösung für Carplay und Android Auto.

Der Lamtto RC18 ist eine preiswerte Nachrüstlösung für Apple Carplay und Android Auto. Das 7-Zoll-Display überzeugt mit schneller Einrichtung, der besten Telefonqualität im Test sowie Airplay und Mirror Link. Mit 63 Euro (Code: heise20) ist es günstig.

Bei Fahrzeugen mit einem Alter von knapp 10 Jahren ist Carplay selten zu finden. Bei älteren Modellen der C-Klasse der Baureihe 205 erhielt man erst mit der Modellpflege ein optionales Paket zur Smartphone-Integration. Immerhin bieten die neueren Modelle der C-Klasse von Mercedes-Benz (W206) seit 2021 in der Regel Carplay und Android Auto.

Im Citroën C3 ist Apple Carplay ab der dritten Generation (Produktion ab 2016) verfügbar. Früher war das oft an das größere Touchscreen-Infotainment-System gebunden. Seit dem Facelift von 2020 ist Carplay auch in neueren Modellen serienmäßig dabei.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um das Fahrzeug mit Carplay und Android Auto nachzurüsten:

Der Austausch des ganzen Infotainment-Systems ist oft teuer. Bei manchen Fahrzeugen ist ein Software-Update möglich, mit dem man Android Auto oder Apple Carplay nachträglich aktiviert. Je nach Hersteller kostet das 200 bis 400 Euro, bei VW, BMW oder Mercedes-Benz teilweise deutlich mehr.

Für ältere Fahrzeuge bietet sich ein Radio mit Doppel-DIN-Schacht mit Touchscreen und Android Auto oder Apple Carplay an – sogenannte Moniceiver (Ratgeber). Die Geräte kosten zwischen 200 und über 600 Euro. Für den Einbau in der Werkstatt sollte man rund 200 Euro einplanen – vorausgesetzt, das Fahrzeug ist kompatibel.

Deutlich günstiger als ein Infotainment-Tausch sind mobile Auto-Displays, die sich wie Navigationsgeräte nachrüsten lassen. Sie erinnern optisch an Tablets und werden per Saugnapf an der Windschutzscheibe oder dem Armaturenbrett installiert. Das Smartphone verbindet sich drahtlos via Bluetooth mit dem Display – so lassen sich Android Auto oder Apple Carplay einfach und kostengünstig nachrüsten.

Je nach Modell erfolgt die Audioübertragung ans Autoradio per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder ebenfalls über Bluetooth. Die Displays sind in verschiedenen Größen erhältlich – von kompakten 7-Zoll-Varianten hin zu breiten 10-Zoll-Formaten im Ultra-Widescreen-Stil.

Kleinere Modelle schränken das Sichtfeld weniger ein, bieten aber auch weniger Platz für die gleichzeitige Darstellung von Navigation und Musik-Apps. Breitbild-Displays eignen sich dafür besser, können jedoch bei ungünstiger Platzierung die Sicht behindern. Größere Monitore bieten oft eine integrierte Dashcam (Bestenliste). Viele Modelle erlauben den Anschluss einer kabelgebundenen Rückfahrkamera, manche spielen Medien von USB-Sticks ab. Beim Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 gibt es eine kabellose Lösung mit Akku.

Zuerst koppeln sich Smartphone und Monitor per Bluetooth. Anschließend baut sich automatisch ein lokales WLAN auf. Die Geräte unterstützen in der Regel Android Auto und Apple Carplay, oft auch Mirror Link oder Airplay. So lassen sich wichtige Apps direkt auf dem Auto-Display nutzen – komfortabel und mit weniger Ablenkung.

Zu den zugelassenen Apps zählen Google Maps oder Apple Karten für die Navigation sowie Musikdienste wie Spotify oder Apple Music. Auch Anrufe und Nachrichten laufen über Siri oder den Google Assistant. Damit kann man sich etwa Whatsapp-Nachrichten im Auto vorlesen lassen.

Apps wie Youtube oder Netflix sind bei Carplay und Android Auto gesperrt, da sie während der Fahrt vom Verkehr ablenken könnten. Wer solche Inhalte in der Pause über das Infotainment nutzen möchte, benötigt smarte Boxen und Adapter (Bestenlisten) zum Nachrüsten.

Mit dem Ottocast Screenflow gibt es jedoch eine Ausnahme. Das Gerät nutzt ein eigenes Betriebssystem auf Basis von Android 13, auf dem Apps wie Netflix und YouTube bereits vorinstalliert sind. Andere Geräte ermöglichen zudem die Wiedergabe von Medien über einen Datenträger oder das Spiegeln des Inhalts vom Smartphone via Airplay oder Mirrorlink. Wichtig: Die Nutzung ist nur bei ausgeschaltetem Motor erlaubt – sonst drohen Bußgelder.

Zwar verfügen die Monitore über integrierte Lautsprecher, diese klingen jedoch dünn und sind so leise, dass sie während der Fahrt kaum nutzbar sind. Um den Ton ins Autoradio zu übertragen, setzen die meisten Geräte auf einen integrierten FM-Transmitter. Dieser sendet das Audiosignal als UKW-Frequenz, die über das Autoradio empfangen wird. Dazu stellt man am Display eine freie Frequenz ein und wählt diese am Autoradio aus.

Der Vorteil: Diese Methode funktioniert mit nahezu jedem Fahrzeug, unabhängig vom Baujahr. Der Nachteil: Die Klangqualität ist deutlich schlechter als kabelgebunden (AUX) oder via Bluetooth. Zudem kann es durch überlagernde Radiosender oder Störfrequenzen zu Aussetzern kommen.

Über den AUX-Eingang ist die Audioverbindung in den meisten Fällen stabiler und klingt besser als über einen FM-Transmitter – vorausgesetzt, das Fahrzeug besitzt einen entsprechenden Anschluss. Nachteil: Über die Lenkradsteuerung funktioniert nur die Lautstärke, alle anderen Tasten nicht. Einige Displays bieten dafür separate Fernbedienungen fürs Lenkrad.

Die Tonqualität variiert je nach Modell, teils klingt der Sound blechern oder verzerrt. In acht von zehn Fällen treten zudem störende Geräusche auf – diese lassen sich nur mit einem Entstörfilter verhindern. Glücklicherweise sind diese Adapter preiswert: Sie kosten bei Aliexpress nur 1 Euro oder bei Amazon rund 9 Euro.

Einige Auto-Displays bieten Bluetooth für die Audioübertragung – vorausgesetzt, das Autoradio ist dazu fähig. Für eine gleichzeitige Verbindung mit dem Smartphone muss das Display Dual-Bluetooth unterstützen. Alternativ kann das Smartphone parallel mit dem Radio (für den Ton) und dem Display (für Android Auto oder Carplay) gekoppelt werden. Diese Variante funktioniert jedoch nicht mit allen Geräten zuverlässig. Features wie die Lenkradsteuerung bleiben dabei erhalten.

Auto-Displays sind eine günstige Möglichkeit, ältere Fahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nachzurüsten – kabellos und ohne Werkstatt. Sie werden per Saugnapf oder Standfuß befestigt, am besten an der Windschutzscheibe.

Der Testsieger Carpodgo T3 Pro bietet ein 8,9-Zoll-Display mit guter Bildqualität und hochwertiger Verarbeitung. Technologiesieger ist das Carpuride W903S dank einer Dual-Dashcam und gutem Sound. Preis-Leistungs-Sieger ist der Lamtto RC18, der trotz kleiner Schwächen viel Ausstattung fürs Geld liefert. Interessant ist dank Support für Streaming-Apps wie Netflix oder Youtube der Ottocast Screenflow.

Bildqualität und Verarbeitung ähneln sich beim Großteil der Geräte. Unterschiede gibt es primär bei der Bedienung, Ausstattung und Klang. Mit Verbindungsabbrüchen muss man gelegentlich rechnen. Fast jedes Modell bietet einen FM-Transmitter – praktisch, aber störanfällig. Besser ist die Übertragung per AUX-Kabel oder Bluetooth.

Bei Kabelverbindung funktioniert die Lenkradsteuerung meist nur für die Lautstärke. Über Bluetooth lassen sich dagegen auch Titel wechseln. Einige Displays bieten zusätzlich eine Lenkradfernbedienung. Störgeräusche bei Kabeln lassen sich mit einem günstigen Adapter beheben.

Weiteres KFZ-Zubehör zeigen wir hier:

Lukasz Konieczny von 10.09.2025

Der Carpodgo T3 Pro bringt Carplay und Android Auto einfach ins Cockpit älterer Fahrzeuge – auf einem 8,9‑Zoll-Display mit solider Bild- und Tonqualität.

Wer ein älteres Auto ohne Carplay oder Android Auto fährt, schaut beim Thema Smartphone-Anbindung meist in die Röhre. Genau da setzt das Carpodgo T3 Pro an – allerdings im besten Wortsinn. Das Breitbild-Display bringt sowohl Apples Carplay als auch Android Auto ins Cockpit und macht damit selbst einen betagten PKW digital fit. Ob Navigation via Google Maps oder Musik über Spotify – alles läuft bequem über den Zusatzbildschirm. Die Montage erfolgt simpel, ähnlich wie bei einem klassischen Navi.

Wie sich das Carplay-Display in der Praxis schlägt, klären wir in diesem Test. Dafür haben wir das Carpodgo T3 Pro mit einem Opel Adam (Baujahr 2015), Honor Magic V3 sowie iPhone 12 Pro getestet. Der Bildschirm wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

Der Carpodgo T3 Pro bietet ein 8,9-Zoll-Breitbild-Display und bleibt damit kompakter als viele 10-Zoll-Modelle. Das Format wirkt weniger wuchtig und verdeckt selbst in einem Kleinwagen wie dem Opel Adam das Sichtfeld nicht, sofern es korrekt auf dem Armaturenbrett platziert ist. Der Vorteil des breiten Formats: Nutzt man Spotify und Google Maps gleichzeitig, bleibt genügend vom Kartenausschnitt sichtbar.

Das Kunststoffgehäuse ist solide verarbeitet. Der Rahmen fällt schlank aus, die Anzeige ist laminiert, und Material sowie Verarbeitung wirken qualitativ besser als bei vielen Konkurrenzgeräten.

Mit einer Auflösung von 1920 × 720 Pixeln liefert der Monitor ein scharfes Bild mit kräftigen Farben und ordentlichem Kontrast. Eine automatische Helligkeitsregelung sorgt dafür, dass der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar bleibt. Bis zu 700 Nits sind laut Hersteller möglich. Die Bildübertragung erfolgt bei Carplay mit 60 FPS. Insgesamt wirkt diese sehr flüssig und ohne Verzögerungen, auch bei Android Auto.

Auf der Rückseite befinden sich seitlich ein AUX-Ausgang, ein AV‑In-Anschluss für eine optionale Rückfahrkamera sowie zwei USB‑C-Ports. Einer davon dient zur Stromversorgung; ein passendes Netzteil mit USB‑C, 12‑Volt‑Adapter und zusätzlichem USB‑A-Ausgang liegt bei. Das Kabel fällt sehr lang aus, was fast zwangsläufig im Kabelsalat endet.

Der zweite USB‑C-Anschluss ist für Firmware-Updates per Datenträger vorgesehen. Zusätzlich liegt eine Verlängerung für USB On-the-Go bei, über die sich externe Datenträger direkt am Monitor nutzen lassen. An dieser Stelle ist auch das Mikrofon für die Freisprecheinrichtung untergebracht.

Zum Lieferumfang gehört eine Halterung zum festen Aufkleben auf das Armaturenbrett. Das sorgt für einen sehr stabilen Sitz, hat aber den Nachteil, dass sie nicht so einfach und ohne Rest zu entfernen ist. Außerdem kann der Monitor – je nach Fahrzeuggröße – stärker ins Sichtfeld hineinragen.

Der Bildschirm ist frei neigbar. Damit sich der Winkel nicht von selbst verstellt, müssen die Kunststoffschrauben fest angezogen werden. Eine Besonderheit ist die Magnetbefestigung: Das Display haftet an der Basis, die auf die Halterung geschraubt wird. Es lässt sich somit mit einem Handgriff abnehmen – praktisch, um die Verkabelung zu prüfen oder es beim Parken mitzunehmen.

Optional gibt es auch eine Saugnapfhalterung, die uns der Hersteller mitgeliefert hat. Sie lässt sich leicht entfernen, sofern die Auflagefläche sauber ist. Mit der Zeit kann sich die Halterung jedoch lösen.

An der Frontscheibe lässt sich die Saugnapfhalterung ebenfalls anbringen und sie hält dort auch besser, könnte aber das Sichtfeld stark einschränken. Wer zu dieser Option greift, sollte darauf achten, dass der Saugnapf möglichst niedrig an der Scheibe befestigt ist und der Arm der Halterung flach über die Armaturen verläuft.

Der lange Haltearm ist Segen und Fluch zugleich. Setzt der Bildschirm wie im Opel Adam nicht auf dem Armaturenbrett auf, wackelt er während der Fahrt spürbar. Auf normalen Straßen bleibt das erträglich, auf Kopfsteinpflaster oder Schotterwegen wird es deutlich. Daher sollte der Monitor möglichst so befestigt werden, dass er auf den Armaturen abgestützt ist.

Ist der Monitor befestigt und mit Strom versorgt, startet man die Zündung. Anschließend koppelt man das Smartphone per Bluetooth mit dem Bildschirm. Danach baut das Gerät automatisch eine lokale WLAN-Verbindung zum Handy auf.

Nach dem Einschalten dauert der Bootvorgang nur knapp über 12 Sekunden. Auf Wunsch kann man in den Einstellungen das Logo der eigenen Automarke für den Bootscreen auswählen. Nach erfolgreicher Kopplung wechselt der Monitor automatisch zu Android Auto oder Carplay – je nach Smartphone.

Für die Audioausgabe gibt es drei Möglichkeiten: per AUX-Kabel, per Bluetooth oder – falls beides nicht verfügbar ist – über den integrierten FM-Transmitter. Der Monitor verfügt zwar über eigene Lautsprecher, der Klang ist jedoch leise und dünn. Wer den Monitor kabellos nutzt, profitiert von mehreren Vorteilen: Die Lenkradfernbedienung lässt sich dann verwenden, um Titel zu wechseln.

In diesem Modus kommt allerdings die Freisprecheinrichtung des Radios zum Einsatz – in unserem Fall mit eher mäßiger Qualität. Nur bei kabelgebundener Nutzung kann man die Freisprecheinrichtung über das Display verwenden – dann allerdings auch nicht in Telefonqualität.

Zu beachten ist, dass man das Display nicht direkt per Bluetooth mit dem Autoradio verbindet. Dafür muss man das Smartphone direkt mit dem Radio koppeln, um das Audiosignal ins Radio zu übertragen. Die Verbindung zwischen Smartphone und Bildschirm wiederum dient zur grafischen Darstellung von Android Auto oder Carplay.

Im Test gefiel uns der Klang über die Bluetooth-Option am besten. Ein kleiner Wermutstropfen: Im Opel Adam dauerte es fast eine Minute, bis die Verbindung zwischen Radio und Smartphone stand – das liegt jedoch am Fahrzeug, nicht am Carpodgo.

Die zweite Option ist die Audioausgabe per AUX-Kabel, auch wenn ein passendes Kabel nicht beiliegt. Im Test war ein leichtes Knackgeräusch zu hören. Möglicherweise lag das am betagten Opel. Abhilfe schafft hier ein Entstörfilter für wenige Euro. Vorteil der AUX-Lösung: Der Ton stand direkt nach dem Bootvorgang zur Verfügung. Nachteil: zusätzlicher Kabelsalat und keine nutzbare Lenkradfernbedienung.

Die dritte Variante richtet sich an Fahrzeuge, deren Autoradio weder Bluetooth noch AUX-Eingang bietet. Über den integrierten FM-Transmitter wählt man am Display eine freie Radiofrequenz, die anschließend auch am Autoradio eingestellt wird. Wichtig ist, darauf zu achten, dass diese Frequenz nicht bereits von einem Sender belegt ist. Danach erfolgt die Klangübertragung per Radiowelle. Allerdings ist die Tonqualität hier deutlich schlechter und anfälliger für Störungen.

Als optionales Zubehör bietet der Hersteller eine Rückfahrkamera an. Sie wird am Heck des Fahrzeugs montiert und an die Stromversorgung der Rückleuchte angeschlossen. Ein Kabel muss dafür durch den Innenraum des Wagens verlegt werden. Zwar hat uns der Hersteller die Kamera ebenfalls zur Verfügung gestellt, der Montageaufwand ist jedoch beträchtlich – weshalb wir im Test darauf verzichtet haben.

Direkt beim Hersteller kostet der Carpodgo T3 Pro rund 191 Euro. Mit dem Rabattcode HEISE zahlen unsere Leser exklusiv nur 174 Euro. Der Versand ist kostenlos – ein fairer Preis für das Gebotene.

Allerdings sitzt der Hersteller in China. Die in der EU üblichen Regelungen zum Käuferschutz greifen hier nicht. Vor dem Kauf sollte man sich daher genau über Garantie- und Rückgabemöglichkeiten informieren. Ein Rückversand kann zudem recht teuer sein, und auch die Lieferzeit fällt oftmals länger aus als gewohnt.

Der Carpodgo T3 Pro gehört zu den besten Nachrüstlösungen im Test. Das 8,9‑Zoll-Breitbild bietet genug Platz für Multitasking. Verarbeitung, Bild- und Klangqualität wirken hochwertig. Die automatische Helligkeitsregelung funktioniert zuverlässig. Der Startvorgang dauert nur rund 12 Sekunden. Mit FM-Transmitter, AUX und Bluetooth ist das Display vielseitig einsetzbar, auch in älteren Fahrzeugen. Angesichts des attraktiven Preises ist der Carpodgo T3 Pro eine empfehlenswerte Option für alle, die Carplay oder Android Auto nachrüsten möchten.

Lukasz Konieczny von 21.05.2026

Nachrüst-Display fürs Auto: Das Carpuride W903S bringt Carplay, Android Auto und zwei rotierbare Dashcams mit. Wie schlägt es sich im Praxistest?

Das erste Nachrüst-Display für Carplay und Android Auto, das wir getestet haben, stammte von Carpuride. Mit dem Modell W901 konnten wir ausprobieren, wie sich die Schnittstellen auch in einem älteren Fahrzeug nachrüsten lassen.

Jetzt steht das neue Modell Carpuride W903S auf dem Prüfstand – eine überarbeitete Variante des W903. Es kommt erneut im praktischen Breitbildformat mit vergleichsweise niedriger Bauhöhe. Wir zeigen, wie es sich in der Praxis schlägt.

Das Carpuride W903S setzt auf ein extrabreites Bildformat im Verhältnis 23:9. Die Bilddiagonale misst 9,3 Zoll und erklärt damit auch den Namenszusatz des Modells. Das IPS-LCD löst 1600 × 600 Pixel auf und kommt so auf 183 ppi. Für ein Tablet wäre das zu wenig, im Auto reicht es aber locker: Einzelne Pixel erkennt man nur bei genauem Hinsehen.

Die Bildqualität geht in Ordnung, lediglich kommen Farben und Kontraste etwas kraftlos herüber. Eine automatische Helligkeitsanpassung ist an Bord – bei hoher Umgebungshelligkeit stößt das Display aber an seine Grenzen. In einem Fahrzeug mit geöffnetem Faltdach, Panoramadach oder einem Cabriolet wird die Ablesbarkeit dann schnell zur Herausforderung.

Der Bildschirm misst 24 cm in der Breite und 9,3 cm in der Höhe. Anders als beim Vorgänger sitzt die Dashcam nicht mehr mittig über dem Display, sondern wurde durch zwei nebeneinander angeordnete Kameras ersetzt. Beide lassen sich herausziehen und drehen, sodass der Fahrer sie wahlweise nach vorn oder nach hinten ausrichten kann – eine komplette 360-Grad-Drehung erlauben sie allerdings nicht.

Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und wirkt entsprechend einfach verarbeitet. Die Dashcams kann man in der Höhe verstellen und drehen, dabei knarzen sie jedoch so vernehmlich, dass man kurz fürchtet, sie könnten abbrechen.

Den Strom bezieht das Gerät klassisch über den beigefügten 12-V-Zigarettenanzünder. Am Display selbst sitzt dafür ein USB-C-Anschluss. An der linken Seite hat Carpuride einen microSD-Slot sowie je eine Aux-In- und Aux-Out-Buchse untergebracht. Zum Lieferumfang gehören neben den beiden Halterungsvarianten und dem 12-V-Netzteil ein 3,5-mm-Klinkenkabel sowie eine bereits im Gerät steckende microSD-Karte mit 64 GB.

Mitgeliefert wird zudem eine Rückfahrkamera; leider in einer kabelgebundenen Variante. Sie muss am Heck montiert und ihr Kabel anschließend durch den kompletten Innenraum bis zum Videoeingang des Displays verlegt werden – Kabelsalat inklusive. Da uns der Aufwand zu hoch war und wir die Karosserie am Heck unseres Autos nicht anbohren wollten, haben wir den Test der Rückfahrkamera bewusst ausgelassen.

Zur Befestigung liegen zwei Halterungen bei: eine Klebevariante fürs Armaturenbrett und eine mit Saugnapf für die Windschutzscheibe. Beide haben ihre Eigenheiten. Der Saugnapf ist schnell montiert und erlaubt es, das Display näher zum Fahrer zu ziehen – löst sich aber mit der Zeit, besonders bei Hitze. Auf dem Armaturenbrett hält er ohnehin schlecht, an der Windschutzscheibe besser. Dort landet das Display jedoch leicht außer Reichweite oder stört im Blickfeld.

Die Klebelösung hält zuverlässiger. Damit ragt das Display aber deutlich heraus und kann bei einem Kleinwagen wie dem Opel Adam im Test die Sicht nach vorne leicht behindern. Beim W903S hält sich das dank flacher Bauhöhe von 9,3 cm in Grenzen. Die Befestigungsschlitze auf der Rückseite folgen dem üblichen Standardmaß – eine bereits verklebte Halterung lässt sich also oft weiternutzen.

Wenig durchdacht ist die Position der Anschlüsse mittig an der Oberkante. Seitlich oder unten wären sie besser aufgehoben, so ragen die Kabel oben heraus und verlaufen je nach Position störend vor dem Infotainment-System.

Sobald Strom über den Zigarettenanzünder fließt, bootet das Gerät in knapp 10 Sekunden und zeigt den Homescreen samt Einstellungen. Für Carplay oder Android Auto tippt man aufs entsprechende Icon, der Monitor erklärt die Bluetooth-Kopplung. Die Suche am Smartphone klappt nicht immer im ersten Anlauf, aber danach läuft die Verbindung mit Android-Smartphones und iPhones zuverlässig. Das Smartphone baut zunächst eine Bluetooth-Brücke zum Monitor auf und schaltet anschließend auf eine lokale WLAN-Verbindung um. Vom Anlassen des Fahrzeugs bis zum Start von Carplay und Android Auto vergehen knapp unter 30 Sekunden.

Der Ton findet seinen Weg über eine von drei Optionen zu den Auto-Lautsprechern: per Aux-Kabel, FM-Transmitter oder Bluetooth. Alternativ gibt es auch integrierte Lautsprecher, die aber wenig brauchbar sind und blechern klingen. Die Klinkenverbindung drängt sich auf, wenn das Radio kein Bluetooth beherrscht – produziert aber wie schon bei vielen Geräten zuvor lautes Knacken und Rauschen. Abhilfe schafft ein Entstörfilter für 9 Euro als Masseschleifen-Isolator. Danach ist der Klang ziemlich gut – sowohl bei Podcasts als auch bei Musik.

Fehlen AUX und Bluetooth, schlägt die Stunde des FM-Transmitters: Das Display sendet den Ton auf einer freien UKW-Frequenz, das Autoradio empfängt ihn wie einen lokalen Sender. Normalerweise eine klangliche Notlösung – beim W903S kommt der Sound jedoch überraschend kräftig und klar aus den Boxen. Störungen durch andere Radiosender sind hier aber immer möglich.

Der Königsweg bleibt Bluetooth, sofern das Autoradio mitspielt. Das Handy verbindet sich dabei parallel mit Display und Bordradio, eine direkte Funkstrecke zwischen beiden gibt es nicht. Der Vorteil: Lenkradtasten funktionieren weiterhin zum Überspringen von Songs, bei AUX oder FM braucht es dafür den Touchscreen. Zudem dienen Radio und Monitor dann gemeinsam als Freisprecheinrichtung und reagieren auf Siri oder den Google Assistant. Erstaunlicherweise fällt der Pegel über Bluetooth deutlich leiser aus als per AUX-Kabel oder FM-Transmitter.

Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das Gerät auch Airplay sowie Android Cast. Damit lassen sich Inhalte vom Smartphone direkt auf den Bildschirm spiegeln – praktisch etwa, um in der Pause bei ausgeschaltetem Motor Youtube- oder Netflix-Videos auf dem größeren Display anzusehen. Aber Vorsicht: Während der Fahrt ist das nicht erlaubt.

Eine Besonderheit sind die zwei drehbaren Dashcams, die wahlweise nach vorn oder ins Innere ausgerichtet werden können. Als Hauptkamera dient ein Modell mit bis zu 4K-Auflösung und 170-Grad-Sichtwinkel, dessen Linse sich zudem in der Ausrichtung justieren lässt – tagsüber liefert sie ein klares, detailreiches Bild. Als Innenkamera für Fahrer und Mitfahrende kommt ein zweites Modul mit maximal Full-HD zum Einsatz. Hier wirken Details weniger ausgeprägt und Farben bei Tageslicht etwas künstlich. Dafür schaltet dieses Modul bei zu wenig Licht automatisch in einen Infrarot-Modus mit Schwarz-Weiß-Nachtsicht.

Hinzu kommt eine Loop-Funktion für die Daueraufzeichnung. Festlegen lässt sich allerdings nur die maximale Länge der einzelnen Clips – wahlweise 1, 3 oder 5 Minuten –, nicht jedoch die Gesamtzahl der gespeicherten Aufnahmen. Eine solche Obergrenze wäre wünschenswert gewesen, denn andernfalls landen schnell viele Clips auf der Speicherkarte, die datenschutzrechtlich problematisch sein können. Maximal werden 128 GB unterstützt – wir raten zu einer möglichst kleinen SD-Karte.

Ein Mikrofon ist ebenfalls integriert. In Verbindung mit einem per Bluetooth gekoppelten Smartphone lässt sich das Display als Freisprecheinrichtung nutzen oder per Sprachbefehl steuern. Die Tonqualität geht in Ordnung, reißt aber niemanden vom Hocker. Spracheingaben erkennt das System nicht immer zuverlässig – bei anderen Herstellern sieht es allerdings ähnlich aus.

Das Carpuride W903S kostet direkt beim Hersteller rund 240 Euro. Mit dem Code Techstage bekommen unsere Leser exklusiv einen Rabatt von 30 Prozent. Damit kostet das Display nur knapp 170 Euro.

Zu beachten ist: Carpuride ist ein chinesischer Hersteller. Zwar wird die Ware teilweise aus europäischen Lagern verschickt, doch EU-Verbraucherrechte wie Gewährleistung oder Widerruf lassen sich gegenüber Anbietern außerhalb der EU häufig nur mit Mühe durchsetzen. Immerhin bietet Carpuride freiwillig ein Jahr Garantie sowie 30 Tage Rückgaberecht. Die Rücksendekosten muss der Käufer in der Regel jedoch selbst tragen.

Das Carpuride W903S überzeugt vor allem mit seinem praktischen Breitbildformat, das dank moderater Maße auch in Kleinwagen passt. Die Tonqualität fällt über alle Anschlussarten hinweg erfreulich gut aus – hier liegt das Gerät vor der Konkurrenz. Seine Helligkeit regelt das Display automatisch, kommt bei direkter Sonne aber schnell an seine Grenzen.

Spannendstes Merkmal ist die Dual-Dashcam mit zwei drehbaren Modulen: Die 4K-Kamera filmt primär nach vorn, die Full-HD-Variante mit Infrarot-Nachtsicht den Innenraum – auf Wunsch lässt sich die Ausrichtung aber auch tauschen. Die Loop-Funktion kennt allerdings keine Obergrenze für gespeicherte Clips. Wer Datenschutzprobleme vermeiden will, räumt regelmäßig auf und greift gleich zu einer kleinen SD-Karte.

Das Gehäuse wirkt etwas einfach verarbeitet, doch die Konkurrenz macht es selten besser. Insgesamt bleibt das W903S eine empfehlenswerte Lösung für alle, die CarPlay und Android Auto im kompakten Breitbildformat nachrüsten und zugleich eine Dashcam nutzen wollen.

Lukasz Konieczny von 22.07.2025

Für unter 80 Euro bringt das Lamtto RC18 Android Auto und CarPlay ins Auto – ganz ohne Umbau. Wir haben das 7-Zoll-Display im Alltag getestet.

Der Lamtto RC18 ist eine günstige und praktische Nachrüstlösung für alle, deren Auto kein Android Auto oder Apple CarPlay ab Werk unterstützt. Das 7-Zoll-Display wird per Saugnapf an der Windschutzscheibe, am Armaturenbrett oder mit der mitgelieferten magnetischen Halterung am Lüftungsgitter befestigt – ähnlich wie ein Navigationsgerät.

Das Auto-Display RC18 verbindet sich kabellos mit dem Smartphone und spiegelt Apps wie Google Maps, Apple Maps oder Spotify auf den Bildschirm – so bleibt das Handy in der Tasche und die Bedienung sicher im Blick. Strom erhält das Gerät über den 12-Volt-Anschluss (Zigarettenanzünder) oder USB-C. Den Ton überträgt der Bildschirm wahlweise per AUX-Kabel oder FM-Transmitter sowie via Bluetooth über das Smartphone direkt ans Autoradio. Wie sich das kompakte System ab 62 Euro (Code: heise20) im Alltag schlägt, zeigt unser Praxistest.

Der Lamtto RC18 erinnert optisch an ein älteres, kompaktes Tablet mit etwas breiterem Rahmen. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff. Es wirkt zwar nicht besonders hochwertig, ist aber solide verarbeitet: Spaltmaße oder wackelige Teile gibt es nicht – für diese Preisklasse absolut akzeptabel.

Das rund 7 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 1024 × 600 Pixel und liefert ein ausreichend scharfes Bild – auch wenn einzelne Pixel bei genauem Hinsehen erkennbar bleiben. Für typische Anwendungen wie Navigation, Musiksteuerung oder Telefonie ist die Darstellung vollkommen ausreichend. Farben wirken ausgeprägt, die Bildqualität ist für den Einsatzzweck mehr als ausreichend.

Zwar neigt die Oberfläche zum Spiegeln, im Normalbetrieb stört das aber kaum. Bei direkter Sonneneinstrahlung, etwa mit offenem Verdeck, stößt die Leuchtkraft jedoch etwas an ihre Grenzen. Eine automatische Helligkeitsregelung gibt es nicht, man kommt aber schnell über das Schnellstart-Icon links in den Bereich der Helligkeit. Es gibt lediglich einen Nachtmodus, der bei Dunkelheit die Helligkeit reduziert.

Die Touchscreen-Reaktionszeit geht in Ordnung, wirkt im Vergleich zu einem Tablet jedoch deutlich träger. Allerdings sollte man während der Fahrt ohnehin nicht längere Zeit am Bildschirm herumtippen. Praktisch: Der Bildschirm ist sowohl im Quer- als auch im Hochformat nutzbar – ideal für Kartenansichten, Listen oder Nachrichten.

Im Gehäuse ist ein Metallplättchen integriert, das den RC18 sicher an der mitgelieferten magnetischen Lüftungshalterung hält. Alternativ lässt sich das Display auch per Saugnapf an der Windschutzscheibe oder am Armaturenbrett befestigen – beide Halterungen sind im Lieferumfang enthalten. Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein Stromkabel mit USB-C-Anschluss einerseits und 12-Volt-Stecker andererseits sowie ein AUX-Kabel mit zwei Klinken.

Den Lamtto RC18 befestigt man wahlweise per Saugnapf oder mit der mitgelieferten magnetischen Halterung fürs Lüftungsgitter. Beide Varianten sind gängig, in der Praxis bevorzugen wir den Saugnapf.

Am besten bringt man das Display direkt am Armaturenbrett an. Wichtig ist, die Fläche vorher gründlich zu reinigen – sonst hält der Saugnapf nicht zuverlässig. Bei starker Sonneneinstrahlung, etwa beim Parken, kann sich die Halterung gelegentlich lösen. Der Haltearm ist lang und nach unten gebogen – so hängt der Bildschirm tief und stört das Sichtfeld nicht. An der Windschutzscheibe würde es eher im Blickfeld liegen. Die Halterung rastet mit vier Noppen auf der Rückseite ein – ein bewährtes System.

Für die Lüftung liegt eine zweite Halterung bei, die per Kunststoffschraube befestigt wird. Das Einsetzen ist etwas fummelig, danach haftet der Bildschirm magnetisch. Allerdings ist diese Lösung weniger stabil: Das Display kann wackeln oder verrutschen und hängt recht tief – man muss den Blick stärker von der Straße abwenden. Die Montage am Armaturenbrett ist daher stabiler und ergonomisch klar im Vorteil.

Ist alles montiert und das Stromkabel angeschlossen, startet der Bildschirm automatisch mit dem Einschalten der Zündung. Danach verbindet man das Smartphone per Bluetooth mit dem Lamtto RC18. Der Bildschirm baut anschließend eine lokale WLAN-Verbindung zur Datenübertragung auf. Nach dem Einschalten dauert es rund 30 Sekunden, bis die Verbindung zu Android Auto oder Carplay steht. Im Test blieb die Verbindung durchgehend stabil, gelegentliche Verbindungsabbrüche sind jedoch bei diesen Geräten grundsätzlich möglich, wie unsere Erfahrung zeigt.

Nach dem Start erscheint der Homescreen – dort tauchen Icons für Android Auto oder Apple CarPlay auf. Ein Tipp genügt, und die jeweilige Bedienoberfläche öffnet sich. Innerhalb dieser Ansicht findet sich am rechten Bildschirmrand ein rundes Icon. Über dieses gelangt man zurück zum Startbildschirm, etwa um Einstellungen für Audioübertragung oder Helligkeit aufzurufen.

Der Lamtto RC18 rüstet Fahrzeuge mit Apple CarPlay und Android Auto nach – und bietet darüber hinaus zusätzliche Funktionen. Dank integriertem Mikrofon lassen sich auch Google Assistant (bei Android Auto) und Siri (bei Apple Carplay) nutzen. Zudem kann der Bildschirm als Freisprecheinrichtung verwendet werden – die Sprachqualität beim Telefonieren ist im Vergleich zu anderen Auto-Monitoren aus unseren Tests sogar ordentlich.

Das System unterstützt Airplay zur drahtlosen Spiegelung von iOS-Inhalten. Android-Geräte lassen sich per „Super Link“ spiegeln – vergleichbar mit Mirror Link. Dazu muss eine App per QR-Code vom Display heruntergeladen werden. Um in den Airplay- oder Super-Link-Modus zu wechseln, müssen Carplay oder Android Auto getrennt werden, was nicht immer reibungslos funktioniert. In manchen Fällen bietet das Display den Wechsel selbst an, sonst hilft es, Bluetooth und WLAN zum Bildschirm kurz zu kappen.

Die Wiedergabe klappt anschließend meist gut – im Test lief der Ton jedoch über das Display statt über die Fahrzeuganlage. Video-Inhalte wie YouTube lassen sich nur im geparkten Fahrzeug und bei ausgeschaltetem Motor abspielen.

Für die Tonübertragung stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: per AUX-Kabel, über den FM-Transmitter oder via Bluetooth – sofern das Autoradio Bluetooth unterstützt. Der Bildschirm des RC18 bietet Dual-Bluetooth und kann zwei Geräte gleichzeitig koppeln. Zusätzlich verfügt der Auto-Monitor über einen Slot für eine SD-Karte, um Audio- und Video-Inhalte direkt davon abzuspielen.

Die AUX-Verbindung liefert den besten Klang, leidet aber häufig unter störendem Knacksen. Dieses Problem kennen wir auch von vielen anderen Geräten. In unseren Tests betraf das Problem dreiviertel der Geräte. Ein günstiger Entstörfilter (1 Euro bei Aliexpress; 9 Euro bei Amazon) behebt das zuverlässig. Mit Filter ist der AUX-Klang klar und kräftig – besser als bei den anderen Optionen.

Der FM-Transmitter sendet das Audiosignal auf eine freie UKW-Frequenz ans Radio. Das ist einfach, aber anfällig für Störungen durch benachbarte Sender. Die Bluetooth-Verbindung direkt vom Smartphone zum Autoradio ist bequem, benötigt aber bei manchen Autos spürbar länger – etwa beim Opel Adam fast eine Minute.

Das Gerät hat auch integrierte Lautsprecher. Diese sind jedoch leise und liefern nur schwachen Klang. Für die Fahrt sind sie nicht zu empfehlen. Einen Equalizer oder eine andere Möglichkeit zur Soundanpassung bietet der RC18 nicht. Ferner unterstützt das Gerät Software-Updates. Diese kann man bequem über die Smartphone-Verbindung installieren – ganz ohne Kabel oder PC (OTA).

Eine Fernbedienung fürs Lenkrad gibt es nicht. Wer den Ton per AUX-Kabel oder FM-Transmitter überträgt, muss den Titel direkt auf der Anzeige wechseln. Bei bestehender Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Autoradio kann man die Lenkradfernbedienung nutzen. Für die Ortung ist zwingend das GPS des Smartphones erforderlich – der Bildschirm selbst verfügt über kein eigenes Modul.

Das Auto-Display Lamtto RC18 kostet beim Hersteller mit dem Code heise20 nur 63 Euro statt 78 Euro – ein fairer Preis im Vergleich zur Konkurrenz. Der Versand erfolgt innerhalb weniger Tage aus Lagerbeständen in der EU. Allerdings hat das Unternehmen seinen Sitz in der Volksrepublik China. Daher gelten beim Kauf möglicherweise nicht die üblichen EU-Käuferschutzbestimmungen. Lamtto gewährt dennoch 2 Jahre Garantie, eine Rückgabe mit Erstattung ist binnen 30 Tagen möglich. Kontaktmöglichkeiten bestehen per Formular oder E-Mail-Adresse.

Der Lamtto RC18 überzeugt als günstige Nachrüstlösung für Apple Carplay und Android Auto. Für unter 80 Euro bringt das kompakte 7-Zoll-Display moderne Smartphone-Funktionen über den Bildschirm ins Auto – ganz ohne Umbau. Die Einrichtung gelingt schnell, die Bedienung ist einfach und die Ausstattung solide. Praktisch sind auch Zusatzfunktionen wie Airplay sowie Screen Mirroring für Android.

Zu den größten Schwächen zählt das störende Knacksen bei der Nutzung des AUX-Anschlusses. Dieses ärgerliche Problem lässt sich zwar mit einem Entstörfilter beheben – sollte aber in dieser Häufigkeit nicht auftreten. Autoradios ohne AUX-Eingang erhalten das Audiosignal alternativ über den integrierten FM-Transmitter.

Lukasz Konieczny von 21.03.2026

Ein Auto-Display zum Nachrüsten von Carplay und Android Auto – und das sogar mit Netflix und Youtube? Der Ottocast Screenflow hat einiges zu bieten.

Wer ein älteres Auto fährt, muss nicht auf Carplay oder Android Auto verzichten: Mit dem Ottocast Screenflow lassen sich die bekannten Smartphone-Schnittstellen kabellos nachrüsten. Der große Bildschirm wird wie ein Navigationsgerät montiert und verbindet sich anschließend drahtlos mit dem Smartphone.

Ein besonderes Extra: Das Gerät verfügt über ein eigenes System mit zusätzlichen Apps – darunter Netflix und YouTube, die bei Android Auto und Carplay normalerweise gesperrt sind. So lässt sich das Display in Pausen auch zum Streamen nutzen. Wie sich der Carplay-Monitor im Test schlägt und wo seine Schwächen liegen, zeigen wir im Testbericht.

Das Ottocast Screenflow tritt im typischen Look eines Carplay-Displays auf. Der Monitor bietet ein breites Bildformat und mit einer Diagonale von 11,4 Zoll eine großzügige Anzeigefläche. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, ist sauber verarbeitet und zeigt weder scharfe Kanten noch sichtbare Spaltmaße.

Der Bildschirm löst mit 1920 × 720 Pixeln auf und liefert damit eine scharfe Darstellung. Full-HD-Auflösung bietet er zwar nicht, für die Nutzung von Carplay, Android Auto und gelegentliches Video-Streaming im Auto reicht die Bildqualität jedoch aus. Mit 60 FPS bietet die Anzeige eine flüssige Darstellung. Eine automatische Helligkeitsanpassung fehlt. Es gibt zwar einen Tag- und einen Nachtmodus – diesen muss man aber manuell über die Schnelleinstellungen aus drei voreingestellten Helligkeitsstufen (dunkel, mittel oder hell) wählen. Das ist eher ungünstig, da dies den Fahrer ablenkt.

Auf der Rückseite befinden sich seitlich Anschlüsse für ein AUX-Kabel zur Verbindung mit dem Autoradio sowie ein Videoeingang für eine optional erhältliche Rückfahrkamera. Die Stromversorgung erfolgt über den USB-C-Anschluss per 12‑Volt‑Adapter.

Im Lieferumfang liegt eine Halterung zum festen Aufkleben auf das Armaturenbrett. Sie hält sehr stabil, der große Bildschirm kann in kleineren Fahrzeugen die Sicht beeinträchtigen. Im Test mit einem Opel Adam ragte die Anzeige leicht ins Sichtfeld.

Optional bietet Ottocast für rund 30 Euro eine Saugnapfhalterung an. Auch Modelle anderer Zubehöranbieter von Amazon passen in der Regel, da die vier Befestigungslöcher auf der Rückseite genormt sind. Damit lässt sich der Monitor flexibler ausrichten und bei Bedarf tiefer positionieren. In unserem Test hielt diese Lösung jedoch vor allem im Sommer nicht zuverlässig im Cockpit.

Die Stromversorgung erfolgt über USB-C. Ein 12-Volt-Adapter liegt bei, der Bildschirm lässt sich aber auch direkt über einen USB-C-Ausgang im Auto oder per Powerbank betreiben. Für Android Auto oder Carplay muss man das Smartphone per Bluetooth koppeln, anschließend baut das Gerät automatisch eine lokale WLAN-Verbindung auf.

Der Screenflow bietet eine eigene Bedienoberfläche auf Basis von Android 13. Nach dem Einschalten startet das System in knapp einer Sekunde und zeigt direkt den Startbildschirm – das ist beachtlich schnell. Dort erscheinen auch die Symbole für Android Auto und CarPlay. Die Verbindung steht in der Regel nach etwa 30 Sekunden. Vereinzelt dauert es allerdings mehr als eine Minute, bisweilen gelingt die Verbindung gar nicht – speziell, wenn man das Fahrzeug öfter abstellt und wieder startet.

Steht das Auto für längere Zeit, wechselt der Bildschirm in einen Ruhemodus; der Startvorgang dauert dann deutlich länger. Zudem trennt sich die Bluetooth-Verbindung und muss anschließend neu hergestellt werden. Dabei muss man jedes Mal die Lautstärke wieder hochregeln – was auf Dauer ziemlich nervt.

Dank des breiten Bildformats zeigt der Screen standardmäßig bei Carplay und Android Auto eine Navigations-App wie Google Maps zusammen mit einer Musik-App wie Spotify. Auf Wunsch lässt sich diese Carplay- und Android-Auto-Ansicht parallel mit dem Homescreen und weiteren Apps im Splitscreen darstellen.

Ebenfalls ärgerlich: Die Wiedergabe über Spotify im Splitscreen-Modus gelingt nicht immer sofort. Dann muss man Spotify erst auf den großen Bereich links legen und die Play-Taste drücken. All das sind nervige Ablenkungen, die den Fahrer stören – und damit auch ein Sicherheitsrisiko darstellen können.

Wer die zusätzlichen Apps auf dem Homescreen nutzen will, muss zuvor einen WLAN-Hotspot über das Smartphone bereitstellen und das Display damit verbinden. Wer möchte, kann über den Videoeingang auch eine Rückfahrkamera anschließen. Aufgrund des hohen Montageaufwands haben wir das im Test allerdings nicht ausprobiert.

Ab Werk sind Apps wie Netflix, YouTube, Tiktok und Youtube Music vorinstalliert. Zudem steht ein eigener App-Store des Herstellers bereit, der jedoch nicht den vollen Umfang des Google Play Store bietet. Im Test funktionierte das problemlos – Internetverbindung und Handyempfang vorausgesetzt. Nach der Anmeldung mit dem eigenen Konto ließen sich Netflix- und Youtube-Inhalte direkt auf dem Bildschirm abspielen.

Wichtiger Hinweis: Wer während der Fahrt Videos oder Streaming-Dienste nutzt, riskiert nicht nur eine gefährliche Ablenkung, sondern auch ein Bußgeld: Laut § 23 Abs. 1a StVO ist das Bedienen von Geräten mit Display während der Fahrt verboten.

Für die Tonübertragung gibt es drei Möglichkeiten: Per AUX-Kabel, kabellos per Dual-Bluetooth oder FM-Transmitter, wenn das Fahrzeug weder AUX-Eingang noch Bluetooth hat. Der FM-Transmitter im Display sendet das Audiosignal per Funk an das Radio. Dazu wählt man am Ottocast Screenflow eine freie Frequenz und stimmt das Autoradio darauf ab. Die Klangqualität ist etwas schwächer als per Kabel oder Bluetooth und anfälliger für Störungen, wenn nahegelegene Radiosender auf derselben Frequenz senden.

Sowohl bei der Verbindung per AUX-Kabel als auch über den FM-Transmitter funktioniert die Lenkradfernbedienung nicht für die Titelauswahl. Lediglich die Lautstärke kann man damit steuern. Im Display selbst ist zudem ein Lautsprecher integriert, der jedoch nur einen dünnen und wenig überzeugenden Klang bietet.

Der Screenflow unterstützt Dual-Bluetooth. Damit kann das Gerät gleichzeitig eine Verbindung zu Smartphone und Autoradio halten. Im Test mit einem Opel Adam wurde der Screenflow zunächst nicht vom Autoradio erkannt – vom Display aus ließ sich die Verbindung dagegen problemlos herstellen. Wichtig ist dabei, dass das Bluetooth des Opels auf „sichtbar“ gestellt wird, damit die Kopplung funktioniert. Bei dieser Lösung funktioniert dann auch die Lenkradfernsteuerung zur Auswahl des nächsten Titels.

Weder über den FM-Transmitter, Bluetooth noch per AUX-Kabel überzeugt die Klangqualität gänzlich. Podcasts wirken stellenweise blechern und neigen leicht zur Übersteuerung. Ein Equalizer zur individuellen Klanganpassung fehlt. Der interne Speicher beträgt 32 GB. Zusätzlich gibt es einen microSD-Slot, über den sich Audio- und Videodateien direkt abspielen lassen.

Bei Ottocast kostet der Screenflow derzeit 150 Euro statt 205 Euro. Mit dem Code TS20 sinkt der Preis abermals auf 120 Euro. Mit Saugnapfhalterung liegt es dann bei 128 Euro.

Hinweis: Auch wenn die Ware aus deutschen Lagern versendet wird, hat der Hersteller seinen Sitz in China. Beim Kauf können daher abweichende Bedingungen von den in der EU üblichen Verbraucherschutzrechten gelten – etwa bei Gewährleistung, Widerruf oder Käuferschutz.

Der Hersteller bietet eine 30‑Tage‑Rückgabemöglichkeit an, die jedoch mit zusätzlichen Versandkosten verbunden sein kann. Für Transportversicherung und Garantie fallen teils weitere Gebühren an.

Der Ottocast Screenflow bringt Android Auto und Carplay kabellos in ältere Fahrzeuge. Das große, helle Display startet schnell, die Einrichtung ist unkompliziert. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Netflix und Youtube lassen sich per App direkt über das System nutzen. Das bieten die meisten Nachrüstlösungen nicht.

Aber es gibt Schattenseiten. In kleineren Fahrzeugen kann der Bildschirm die Sicht auf die Fahrbahn einschränken. Android Auto startete im Test teilweise verzögert, vor allem nach längeren Standzeiten. Die Audioausgabe musste häufig manuell neu gewählt werden. Eine automatische Helligkeitsregelung fehlt komplett – man muss jedes Mal selbst nachregeln. All das sind keine Kleinigkeiten. Es sind Ablenkungen am Steuer. Und damit potenziell gefährlich.

Wer trotzdem Android Auto oder Carplay nachrüsten und gleichzeitig Streaming-Funktionen nutzen will, findet im Ottocast Screenflow eine der wenigen Lösungen, die genau das liefert.

Lukasz Konieczny von 13.06.2026

Perfekt für den Kleinwagen? Der Carpodgo Mini im Smartphone-Format rüstet Carplay und Android Auto in älteren Autos nach. Wo der Haken liegt, zeigt der Test.

Die meisten Nachrüst-Displays für Carplay und Android Auto sehen aus wie eine Mischung aus altem Navigationsgerät und Tablet. Neben den Modellen im Ultrabreitbildformat mit 9 bis 11 Zoll gibt es auch kleinere Varianten mit 7 Zoll – allerdings meistens im 16:9- oder 4:3-Format. Bei großen Fahrzeugen wie SUVs oder Transportern lassen sich diese gut auf dem Armaturenbrett befestigen. In einem Kleinwagen sind die Bildschirme jedoch oft zu sperrig oder zu hoch und könnten die Sicht behindern.

Eine interessante Lösung für Kleinwagen bietet Carpodgo mit dem neuen Mini an. Der kompakte Bildschirm sieht auf den ersten Blick aus wie ein großes Smartphone – dank kleiner, magnetischer Halterung zum Aufkleben könnte er eine gute Lösung für unseren Opel Adam sein. Ob das zutrifft, zeigt dieser Testbericht.

Von der Größe her erinnert das Display mit einer Diagonale von 6,99 Zoll eher an ein großes Smartphone. Der Bildschirm misst 164 × 81 × 13 mm und wiegt nur 131 g. Das Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff, wirkt aber sehr sauber verarbeitet.

Auf der Rückseite befindet sich ein Magnet, mit dem der Bildschirm an der Halterung haftet. Hinten sitzen zudem ein USB-C-Eingang für die Stromversorgung, ein Slot für eine microSD-Karte sowie ein Videoeingang für eine externe, kabelgebundene Rückfahrkamera.

Die Auflösung beträgt 1600 × 720 Pixel – also HD. Das ist zwar weniger scharf als bei den meisten Smartphones, reicht für die Darstellung von Carplay oder Android Auto aber mehr als aus. Als Panel kommt IPS zum Einsatz, was eine hohe Blickwinkelstabilität und insgesamt eine gute Bildqualität bietet – gerade im Vergleich zu vielen Mitbewerbern.

Allerdings ist das Display tatsächlich recht klein im Vergleich zu den bisherigen Breitbildmonitoren, die wir getestet haben. Details auf Karten oder Texte in Playlists bei Spotify sind nicht ganz so leicht zu erkennen – im Prinzip könnte man auch ein Smartphone per Halterung als Navi nutzen.

Die Anzeige soll laut Hersteller bis zu 1000 Nits erreichen, womit das Display tagsüber gut ablesbar bleibt, auch an sonnigen Tagen. Zudem passt es die Helligkeit automatisch an – sehr hilfreich. Allerdings spiegelt es stark.

Zur Befestigung im Cockpit liegt eine Metallhalterung bei, die per 3M-Klebepad auf das zuvor gereinigte und getrocknete Armaturenbrett kommt. Der Halt ist solide, zwei Schraubgewinde erlauben das passgenaue Ausrichten von Halterung und Display. Der Bildschirm haftet magnetisch und lässt sich nach der Fahrt schnell abnehmen und im Handschuhfach verstauen. Wer bereits eine MagSafe-Halterung etwa für die Lüftungsschlitze nutzt, kann das Display auch dort montieren.

Zum Lieferumfang gehört lediglich ein USB-C-Kabel sowie ein abgewinkelter USB-C-Adapter. Wer den Monitor am Zigarettenanzünder betreiben will, benötigt zusätzlich einen passenden Netzadapter. Wir raten zu einer USB-C-Lösung, da bei vielen Fahrzeugen die Stromversorgung am USB-A-Eingang nach dem Abstellen nicht getrennt wird.

Optional bietet der Hersteller einen 12-V-Adapter mit einem USB-C- und zwei USB-A-Anschlüssen samt integriertem FM- und Bluetooth-Transmitter an. Den USB-C-Stecker des Displays verbindet man mit dem Adapter, anschließend wählt man per Drehregler eine freie UKW-Frequenz aus und stellt diese am Autoradio ebenfalls ein – darüber läuft dann die Tonübertragung.

Erhältlich ist zudem ein Bluetooth-Adapter mit 3,5-mm-Klinke auf der einen und USB-A-Stecker auf der anderen Seite. Die Klinke kommt in den AUX-Eingang des Radios, der USB-Stecker dient der Stromversorgung über das Fahrzeug oder einen 12-V-Adapter. Anschließend koppelt man das Smartphone per Bluetooth mit dem Adapter. Beides Zubehör hat uns der Hersteller für den Test mitgeliefert.

Die Bedienoberfläche des Homescreens ist minimalistisch, aber schick gestaltet und erinnert optisch an die Darstellung eines Always-On-Displays. Der Nachteil: Auf den ersten Blick erschließt sich nicht immer, wofür die einzelnen Icons stehen. Zur Auswahl stehen zwei Designs für den Startscreen – ganz in Schwarz, mit weißer Schrift oder mit einem bunten Blumenmotiv samt Himmel.

Für die Nutzung von Carplay oder Android Auto koppelt man das Display per Bluetooth mit dem Smartphone. Anschließend baut es eine lokale WLAN-Verbindung zum Gerät auf. Tippt man auf das jeweilige Icon, zeigt der Monitor die entsprechende Oberfläche an. In knapp zehn Sekunden ist der Homescreen startbereit, etwa die gleiche Zeit benötigen anschließend Android Auto oder Carplay – das ist flott.

Generell übernimmt der kleine Monitor selbst keine Audioübertragung – diese läuft immer über das Smartphone, bei Bedarf mithilfe entsprechender Adapter. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu manchen Mitbewerbern.

Um Musik über das Autoradio zu hören oder Telefonate zu führen, gibt es standardmäßig nur eine Option: Das Smartphone wird per Bluetooth direkt mit dem Autoradio verbunden. Der Bildschirm zeigt dann lediglich die Oberfläche von Carplay oder Android Auto an – die Tonübertragung erfolgt rein zwischen Handy und Radio.

Verfügt das Fahrzeug nicht über Bluetooth, muss man sich mit einem Adapter behelfen, denn der Bildschirm selbst hat keinen AUX-Ausgang. Sowohl der Hersteller als auch viele andere Anbieter haben entsprechende Lösungen im Sortiment.

Ein FM-Transmitter fehlt von Haus aus ebenfalls. Hier bieten Carpodgo sowie zahlreiche andere Hersteller passende Adapter für den Zigarettenanzünder (12 V) an, in die ein FM-Transmitter integriert ist. Dieser überträgt das Audiosignal per Radiowelle über kurze Distanz an das Autoradio – dazu stellt man am Adapter und am Radio einfach dieselbe freie UKW-Frequenz ein.

Für Firmware-Updates stehen zwei Wege offen. Klassisch lädt man die Datei am Rechner herunter und überspielt sie via microSD-Karte – diese muss zwingend FAT32-formatiert sein. Beim zweiten Weg hängen sich Display und Smartphone im selben WLAN ein: Man lädt das Update aufs Handy, scannt den auf dem Monitor angezeigten QR-Code und überträgt die Datei über den so geöffneten Link direkt an den Bildschirm.

Der Einsatz mehrerer Nutzer gestaltet sich erfahrungsgemäß etwas herausfordernd. Fahren beide separat, ist das in der Regel kein Problem – betreten jedoch beide Personen mit ihren Handys zeitgleich das Fahrzeug, muss einer der beiden die Bluetooth-Kopplung beenden.

Regulär kostet das Carpodgo Mini beim Hersteller rund 104 Euro. Mit dem Code HEISE sinkt der Preis auf 87 Euro. Wer ein Autoradio ohne Bluetooth oder Audi-Eingang hat, kann das im Warenkorb angeben und erhält wahlweise einen Bluetooth-Adapter oder ein Netzteil mit FM-Transmitter dazu – der Preis für das jeweilige Bundle liegt mit dem Code dann bei knapp 98 Euro.

Der Carpodgo Mini ist der mit Abstand kleinste Monitor zum Nachrüsten von Carplay oder Android Auto in unserem Testfeld. Das macht ihn besonders interessant für Kleinwagen, in denen viele andere Bildschirme schlicht überdimensioniert wirken. Bildqualität und automatische Helligkeitsanpassung gehören zudem zu den besten am Markt.

Für ältere Fahrzeuge ist der Mini allerdings weniger ideal. Ein 12-V-Adapter fehlt – die Stromversorgung erfolgt ausschließlich per USB-C, ein passender Adapter ist also Pflicht, sofern das Fahrzeug keinen USB-C-Anschluss bietet. Auch ein Autoradio ohne Bluetooth wird zum Problem, da die Audioübertragung grundsätzlich über das Smartphone läuft, denn der Bildschirm ist lediglich per WLAN mit dem Handy gekoppelt und dient rein als Anzeige. Wer den Ton per AUX oder FM-Transmitter überträgt, braucht entsprechendes Zubehör – dieses gibt es günstig im Bundle beim Hersteller oder von Drittanbietern.

Wer bereits ein Autoradio mit Bluetooth nutzt und wenig Platz im Cockpit hat, bekommt mit dem Carpodgo Mini eine gelungene und unauffällige Lösung, um Carplay und Android Auto im Kleinwagen komfortabel nachzurüsten.

Lukasz Konieczny von 07.03.2025

Mit dem Carpuride W708 Pro rüsten Autofahrer auch ältere Fahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nach – fast kabellos. Die Montage ist so einfach wie bei einem Navi.

Besitzer älterer Fahrzeuge mussten bisher auf eine Schnittstelle fürs Smartphone verzichten. Wer dennoch Android Auto oder Apple Carplay nutzen will, kommt häufig um den Austausch des Autoradios nicht herum. Die Nachrüstung beim Hersteller ist meistens kostspielig, der Einbau eines Moniceivers (Ratgeber) über den 2-DIN-Schacht ist nicht bei jedem Fahrzeugmodell möglich. Eine preiswerte Alternative verspricht Carpuride mit seinen smarten Displays zum Nachrüsten.

Wir haben mit dem W708 Pro das bisher kleinste Modell des Herstellers ausprobiert. Verglichen mit dem Carpuride W901 sowie insbesondere dem sehr breiten Carpuride W103 eignet sich die 7-Zoll-Version gut für einen Kleinwagen. Dank Dual-Bluetooth ist gleichzeitig die kabellose Kopplung mit Radio und Smartphone möglich. Ob das Produkt hält, was es verspricht, zeigt unser Test. Wir haben den kleinen Monitor bereits seit zwei Jahren im Einsatz.

Das Carpuride W708 Pro erinnert an ein etwas zu dick geratenes Tablet. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff. Es wirkt zwar nicht sonderlich hochwertig, die Verarbeitung ist aber tadellos und kommt ohne störende Spaltmaße aus. Die Anzeige hat eine Diagonale von rund 7 Zoll bei einer HD-Auflösung von 1024 × 600 Pixeln (WSVGA), was zu einer ausreichenden Bildschärfe führt. Farben könnten eine Spur kräftiger sein, die Bildqualität ist aber für den Einsatzzweck mehr als ausreichend. Die Oberfläche neigt etwas zum Spiegeln, stört aber nicht übermäßig beim Fahren. Automatisch geregelt ist die Helligkeit, die stets hoch genug ausfällt, um ablesbar zu sein.

Der kleine Monitor ist in etwa zwei Fingerbreit, der Rand um das LCD etwas dicker, als man es von Tablets her kennt. Unterhalb der Anzeige befinden sich Buttons für den Homescreen, die Spracheingabe sowie Lautstärke. Auf der Rückseite befinden sich vier Öffnungen zum Fixieren einer der beiden Befestigungsmöglichkeiten.

Neben einer Halterung zum Ankleben auf den Armaturen gibt es noch eine Befestigungsmöglichkeit mit Saugnapf. Zum Lieferumfang gehören zudem ein AUX-Kabel sowie ein Netzteil für den Zigarettenanzünder (12 Volt) im Auto. Die uns zur Verfügung gestellte Version bietet zudem eine zusätzliche Fernbedienung, die man mit einem Band wie einer Uhr am Lenkrad befestigt. Alternativ kann man diese auch an den Armaturen ankleben. Eine optionale Rückfahrkamera ist auch dabei, die man per Kabel mit dem Monitor verbinden kann.

Bei der anklebbaren Halterung kann man den Monitor sowohl drehen als auch nach vorn oder hinten neigen. Wir haben die Saugnapfhalterung gewählt, die herausziehbar ist. Das erlaubt es, den Saugnapf am Armaturenbrett zu befestigen und die Anzeige nach vorn zu ziehen. So platziert man den Touchscreen unterhalb des Sichtfelds. Das ist die in unseren Augen beste Möglichkeit zur Befestigung. Bei einem Kleinwagen wie einem Opel Adam macht sich das handliche Format bezahlt. Fühlten wir uns von der großen Breitbild-Variante Carpuride W103 noch regelrecht erschlagen im Cockpit, stört die 7-Zoll-Ausführung dagegen kein bisschen das Sichtfeld.

Als Nächstes koppelt man das Smartphone mit dem Carpuride-Monitor per Bluetooth. Danach baut der Bildschirm eine lokale WLAN-Verbindung zwischen Handy und Bildschirm auf. Das klappt sogar kabellos, was den Monitor zu einer Alternative macht, um Android Auto als Wireless-Lösung (Bestenliste) zu nutzen. Alternativ verbindet man das Smartphone über den USB-A-Anschluss per Kabel mit dem Bildschirm.

Für die Verbindung mit dem Autoradio stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl: per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder Bluetooth. Der einfachste Weg, um den Bildschirm mit dem Autoradio zu verbinden, ist per Kabel zwischen AUX-Out am Display und AUX-In am Radio. Bei dieser Variante ist unserer Meinung nach die Klangqualität auch am besten.

Der Carpuride W708 Pro dient als Display und Schnittstelle für Apple Carplay und Android Auto. Einer der großen Vorteile des Pro-Modells gegenüber dem gewöhnlichen Carpuride W708 ist Dual-Bluetooth. Das erlaubt es, den Bildschirm gleichzeitig kabellos mit dem Smartphone sowie dem Autoradio zu verbinden – sofern letzteres darüber verfügt.

Hat das Radio weder einen AUX-Eingang noch Bluetooth, bleibt der integrierte FM-Transmitter die Option. Hierzu stellt man am Carpuride die gewünschte Frequenz im FM-Band ein und sucht diese dann beim Autoradio aus. Das funktioniert reibungslos, allerdings ist der Ton hier deutlich leiser als bei der Bluetooth- oder Kabelverbindung und nicht ganz frei von gelegentlichen Störungen.

Am meisten haben wir uns auf die direkte Bluetooth-Verbindung zwischen Radio und Carpuride gefreut, abgesehen vom Netzteil des Displays sind somit keine weiteren Kabel im Cockpit notwendig. Zwar benötigen wir mehrere Anläufe, bis sich der Carpuride mit dem Radio verbindet, aber es funktioniert. Allerdings erkennt das Infotainment-System unseres Opels das Gerät nicht so gut wie ein Smartphone. Der Ton wird über Bluetooth übertragen, das Radio erkennt aber keine Titelinformationen bei der Wiedergabe über Spotify über Android Auto. Dadurch funktioniert die im Lenkrad integrierte Fernsteuerung von Opel nicht, um etwa den nächsten Songtitel zu wählen.

Glücklicherweise ist eine zusätzliche Fernbedienung vorhanden, die man wie eine Uhr mit einem Band am Lenkrad befestigt. Die Kopplung mit dem Monitor erfolgt automatisch. Allerdings sitzt diese nicht immer so fest wie gewünscht und ist recht ungewohnt beim Fahren. Wir raten dazu, sie so zu platzieren, dass die Fernsteuerung im Inneren des Lenkrads sitzt und nicht außen. Sie nervt dann schnell beim Rangieren. Immerhin kann man damit den nächsten Titel wählen oder das Lied wieder von vorn starten sowie die Lautstärke des Carpuride regeln.

Über einen Equalizer in den Einstellungen des Monitors kann man für den Klang vorhandene Profile für unterschiedliche Musikrichtungen auswählen oder individuelle Anpassungen für Höhen und Tiefen vornehmen. Es gibt zudem eine Funktion namens „loud“, die das Signal zum Radio zusätzlich verstärkt. Für unseren Geschmack übersteuert dann das Autoradio zu sehr.

Etwas ratlos sind wir jedoch bei der Telefonfunktion und Spracheingabe. Nimmt man einen Anruf entgegen, erfolgt die Wiedergabe des Gesprächspartners nicht über das Autoradio, sondern über die im Display integrierten, aber sehr mageren Speaker. Der Gesprächspartner versteht uns dank vorhandenem Mikrofon gut – umgekehrt versteht man die andere Person aber wegen des zu leisen Klangs nur schlecht, speziell bei höheren Geschwindigkeiten. Warum die Wiedergabe nicht übers Radio erfolgt, bleibt uns schleierhaft. Das Gleiche gilt für die Spracherkennung via Google Assistant oder Siri – die Antwort des Sprachassistenten ertönt wieder über die Display-Lautsprecher. Zudem erkennt der Assistent unsere Spracheingaben deutlich schlechter als direkt übers Smartphone. Sobald wir eine Lösung gefunden haben, werden wir sie hier mitteilen.

Der Carpuride-Monitor bietet optional eine kabelgebundene Rückfahrkamera als Zubehör. Die Stromversorgung erfolgt über die Rücklichter, was technisches Grundwissen voraussetzt und für Kabelsalat im Innenraum und Kofferraum sorgen kann. Im Zweifel sollte diese eine Fachwerkstatt montieren. Die Rückfahrkamera selbst haben wir aufgrund des Montageaufwands bisher nicht getestet. Hier wäre eine kabellose Rückfahrkamera mit Akku (Bestenliste) eine bessere Option gewesen.

Der Carpuride W708 Pro mit Lenkradfernbedienung kostet mit dem Rabatt-Code TechStage direkt beim Hersteller rund 142 Euro. Wer auf die duale Bluetooth-Funktion verzichten kann und das Radio per Kabel oder FM-Transmitter mit dem Display verbinden will, bekommt den Carpuride W708 mit dem Rabatt-Code TechStage für 124 Euro, mit Rückfahrkamera sind es 130 Euro.

Der Carpuride W708 Pro ist eine preiswerte Möglichkeit, um auch ältere Kraftfahrzeuge mit Android Auto oder Apple Carplay nachzurüsten, ohne das Radio austauschen zu müssen. Dank der kompakten Ausmaße eignet sich die Ausführung gut für einen Kleinwagen, da sie das Sichtfeld nicht stört.

Die Kopplung mit dem Smartphone erfolgt kabellos per Bluetooth, die Verbindung mit dem Autoradio ist per AUX-Kabel, FM-Transmitter oder ebenfalls Bluetooth möglich. Zum Lieferumfang gehört eine Lenkradfernbedienung. Diese ist auch nötig, denn trotz aktiver Bluetooth-Verbindung mit dem Radio kann die in unserem Testfahrzeug vorhandene Fernsteuerung im Lenker nicht zwischen Musiktiteln wechseln. Die Wiedergabe eines Anrufers läuft zudem aus uns rätselhaften Gründen direkt über die mäßigen Lautsprecher im Display, nicht über das Radio.

Trotz dieser Schwächen ist das Carpuride W708 Pro eine bezahlbare und vergleichsweise einfach zu montierende Möglichkeit, um ältere Autos mit dem Smartphone zu verbinden.

Lukasz Konieczny von 01.06.2026

Die Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 von Pearl rüstet nicht nur eine Einparkhilfe nach, sondern bringt auch Android Auto und Carplay ins Auto. Mehr im Test.

Wer eine kabellose Rückfahrkamera nachrüsten will, findet in der Lescars Solar-Funk-Rückfahrkamera PA-755 von Pearl eine clevere Lösung. Das Modell bringt im Display zugleich Schnittstellen für Carplay und Android Auto mit. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Einparkhilfe und moderne Smartphone-Anbindung in einem Gerät. Gerade für ältere Fahrzeuge ist das eine günstige Nachrüstoption. Wie sich die Kamera in der Praxis schlägt, zeigt unser Testbericht.

Aus einfachem Kunststoff gefertigt, wirkt der Nummernschildhalter zwar nicht hochwertig, präsentiert sich aber ausreichend robust. Er ist für einzeilige EU-Kennzeichen mit 520 × 110 mm ausgelegt und nach Schutzklasse IP67 vollständig staubdicht sowie gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser geschützt. Regen, Schmutz oder eine Fahrt durch die Waschanlage stellen damit kein Problem dar.

Die Kamera ist dezent in den Halter eingelassen und stört das Erscheinungsbild kaum. Da sie nur gemeinsam mit der Nummernschildhalterung angebracht werden kann, entfällt eine separate Kamera-Montage. Der Neigewinkel ist auf 60° anpassbar, der USB-C-Slot zum Laden ist mit einer Gummikappe verschlossen. Zusätzlich verbaut Lescars links und rechts am Halter Ultraschallsensoren, die Abstände zu anderen Fahrzeugen oder Personen messen. Auch sie kommen ohne eigene Montage aus – einmal den Nummernschildhalter angebracht, ist alles betriebsbereit.

Das 7-Zoll-Display löst mit 1024 × 600 Pixeln auf und zeigt neben dem Kamerabild und den Einpark-Hilfslinien auch die Ansicht für Carplay und Android Auto. Über Bluetooth lassen sich zudem Anrufe steuern und Musik vom Smartphone wiedergeben. Das Smartphone bindet sich per Bluetooth 5.0 und WLAN (IEEE 802.11b/g/n, 2,4 GHz) an.

Befestigt wird es ausschließlich per Klebehalterung auf dem Armaturenbrett. Das kann gerade in Kleinwagen zum Problem werden, denn der Monitor ist groß und kann die Sicht behindern. Wer bereits eine Klebehalterung für ein Carplay-Display oder einen anderen Monitor verbaut hat, kann diese weiternutzen – die Schlitze auf der Rückseite sind identisch.

Links hinten am Display sitzen die Anschlüsse: ein AUX-Ausgang, ein USB-C-Eingang für das Netzteil zum 12-Volt-Anschluss sowie ein Slot für eine microSD-Karte. Rechts hinten finden sich vier Tasten: hoch, Menü/OK, runter sowie der Power-Knopf. Das Gelenk lässt sich in Neigung und Rotation verstellen.

Die Rückfahrkamera ist schnell montiert: Zuerst das Nummernschild abschrauben, dann die Halterung mit integrierter Kamera anbringen und das Schild wieder einsetzen. Wichtig: Vor der ersten Inbetriebnahme sollte der Akku einmal vollständig geladen werden. Dafür liegt zwar ein Ladekabel (USB-C auf USB-A) bei, ein Netzteil jedoch nicht. Sollte es mit einem reinen USB-C-auf-USB-C-Kabel zu Ladeproblemen kommen, hilft oft der Wechsel auf ein klassisches Netzteil mit USB-A-Anschluss und ein USB-A-auf-USB-C-Kabel. Im Test funktionierte das Laden mit beiden Varianten problemlos.

Den Monitor klebt man samt Halterung auf das Armaturenbrett. Alternativ lässt sich die Halterung mit vier Schrauben fest verankern – das hinterlässt allerdings deutlich sichtbare Spuren. Vor dem Ankleben sollte die Stelle auf dem Armaturenbrett gründlich gereinigt und getrocknet werden.

Die Ausrichtung lässt sich nachträglich anpassen: An der Unterseite löst man eine Schraube und dreht den Bildschirm in die gewünschte Position. Eine zusätzliche Kunststoffschraube an der Seite ermöglicht es, die Neigung leicht zu justieren. Wie bereits erwähnt, schränkt der große Bildschirm in unserem Testfahrzeug, einem Opel Adam, das Sichtfeld etwas ein – insbesondere wegen der Bauhöhe und der zusätzlichen Antenne.

Anschließend wird das Display per 12-V-Adapter mit dem Bordnetz verbunden. Das System fährt hoch und stellt die Verbindung zur Kamera automatisch per Funk her. Beim ersten Mal vergehen dabei einige Sekunden, bis Monitor und Kamera gekoppelt sind. Wer Carplay oder Android Auto nutzen möchte, koppelt sein Smartphone zunächst per Bluetooth mit dem Display. Anschließend baut der Monitor automatisch eine lokale WLAN-Verbindung zum Smartphone auf.

Insgesamt fährt das Display recht flott hoch, die Benutzerführung ist allerdings etwas verwirrend. Beim Start erscheint zunächst immer das Bild der Rückfahrkamera – sinnvoll, schließlich möchte man in der Regel zuerst ausparken. Wie man aber wieder aus der Kameraansicht herauskommt, stellt anfangs ein Rätsel dar. Die Lösung: Der oberste Knopf auf der Rückseite führt zum Startmenü. Dort finden sich die Icons für Carplay, Android Auto, die Bluetooth-Verbindung zur Telefonie und Musikwiedergabe sowie die Rückfahrkamera selbst.

Im Nummernschildhalter steckt ein 5000-mAh-Akku, der über eine integrierte Solarzelle nachgeladen werden soll. In der Praxis reicht das nicht. Vor dem ersten Einsatz muss der Akku per USB-C vollgeladen werden, im Alltag ist regelmäßiges Nachladen Pflicht. Steht das Auto in der Garage, bringt die Solarzelle ohnehin nichts. Sie verzögert die Entladung allenfalls – als echte Ladealternative ist die Fläche zu klein.

Die Kamera nimmt mit 1280 × 720 Pixeln auf und deckt einen Bildwinkel von 170° ab. Die Ultraschallsensoren erfassen Distanzen zwischen 30 und 228 cm bei je 70° Erfassungswinkel. Akustische Abstandswarnungen gibt der Touchscreen aus. Die Verbindung zur Kamera läuft kabellos über 2,4-GHz-Funk mit laut Hersteller bis zu 200 m Reichweite.