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17.07.2026
15:22 Uhr
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Laut Forrester-Prognose bleiben China und die USA bei technologischer Souveränität führend. Deutschland holt bis 2030 kaum auf.

China und die USA bleiben laut einer Prognose von Forrester bei der technologischen Souveränität deutlich voraus. Deutschland hingegen soll seinen Indexwert bis 2030 kaum steigern. Europas große Volkswirtschaften bleiben damit auf ausländische Technologien und strategische Partnerschaften angewiesen.
Forrester untersucht die technologische Souveränität von Ländern im erstmals veröffentlichten Global Sovereignty Forecast. Das Marktforschungsunternehmen bewertet in ihm 14 Länder für den Zeitraum 2025 bis 2030.
China erreicht demnach einen Gesamtwert von 82 Prozent, die USA folgen mit 79 Prozent. Beide Länder dürften ihren Vorsprung in den kommenden fünf Jahren halten. Der Durchschnitt aller untersuchten Staaten steigt hingegen nur von 39 auf 40 Prozent. Schlusslicht ist Mexiko mit konstant 20 Prozent.
Deutschland soll nach der Forrester-Prognose von 34 Prozent im Jahr 2025 auf 36 Prozent im Jahr 2030 kommen. Für Spanien nennt die Studie dieselben Werte. Frankreich steigt demnach von 33 auf 35 Prozent, das Vereinigte Königreich von 30 auf 32 Prozent und Italien von 27 auf 29 Prozent.
Die vergleichsweise niedrigen europäischen Werte führt Forrester auf fortbestehende Abhängigkeiten bei Chips, Cloud-Diensten und weiterer kritischer IT zurück. Um Kompetenzlücken zu schließen und Risiken aus solchen Abhängigkeiten zu senken, müssten europäische und andere mittelgroße Staaten auf strategische Partnerschaften und Bündnisse setzen, so die Prognose.
Vollständige Autarkie ist dabei nicht das Maß, an dem Forrester Länder bewertet. Der Index erfasst vielmehr, ob ein Staat zentrale Technologien selbstständig entwickeln, einsetzen und schützen kann – und damit weniger anfällig für geopolitischen Druck wird.
Der Index fasst neun Bereiche zusammen: staatliche KI-Investitionen, Cloud-Souveränität, die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften, die Entwicklung von KI-Modellen, Rechenzentrumskapazitäten im Verhältnis zu den Technologieausgaben, die Eigenständigkeit von Rechenzentren, Chipproduktion, Softwareentwicklung und die Verarbeitung seltener Erden.
Damit bewertet der Ansatz nicht allein vorhandene Produktionskapazitäten. Ein Land kann etwa über Rechenzentren verfügen, aber bei deren Betrieb, Hardware-Lieferkette oder Cloud-Software auf Akteure außerhalb des eigenen Einflussbereichs angewiesen sein. Auch eine starke Halbleiterfertigung genügt nach dieser Logik nicht, wenn andere Teile des Technologie-Stacks fehlen.
Forrester erwartet bei der Chipfertigung die stärksten Fortschritte aller untersuchten Dimensionen. Besonders deutlich sollen die Werte in den USA und Südkorea zulegen: von jeweils 45 Prozent im Jahr 2025 auf 79 Prozent im Jahr 2030. Japan soll von 36 auf 53 Prozent steigen, China von 40 auf 51 Prozent und Indien von null auf 13 Prozent.
Trotz der erwarteten Investitionen und steigenden Fertigungswerte sieht Forrester Halbleiter und Software auch 2030 als zentrale Problemfelder. Als Ursachen nennt das Unternehmen konzentrierte Chip-Lieferketten sowie wenige marktbeherrschende Softwareanbieter.
(fo)