Angreifer können Systeme mit ClamAV attackieren und den Virenscanner in den meisten Fällen lahmlegen. In zwei reparierten Versionen haben die Entwickler nun acht Sicherheitslücken geschlossen.
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11.08.2026 10:12 Uhr |

Angreifer können Systeme mit ClamAV attackieren und den Virenscanner in den meisten Fällen lahmlegen. In zwei reparierten Versionen haben die Entwickler nun acht Sicherheitslücken geschlossen.
Wie aus dem Sicherheitsbereich der ClamAV-Website hervorgeht, können Angreifer in sieben Fällen nach erfolgreichen Attacken DoS-Zustände und somit Abstürze des Scanners auslösen. Da ClamAV in der Regel auf Mailservern und Gateways läuft, kann ein Ausfall des Virenschutzes fatale Folgen haben.
Attacken sind aus der Ferne und ohne Authentifizierung möglich. Demzufolge sind die DoS-Schwachstellen mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Um einen solchen Zustand auszulösen, müssen Angreifer dem Scanner etwa präparierte Zip-Archive oder PDF-Dateien zur Untersuchung unterschieben. Bei der Verarbeitung kommt es dann zu Fehlern, was zu Abstürzen führt (etwa CVE-2026-20338).
Unter Windows kann es sogar im Zuge der Verarbeitung von RAR-Archiven zur Ausführung von Schadcode kommen (CVE-2025-8088 „hoch“). Danach gelten Computer in der Regel als vollständig kompromittiert.
Bislang gibt es seitens des Netzwerkausrüsters Cisco, zu dem ClamAV organisatorisch gehört, keine Hinweise, dass Angreifer die Sicherheitslücken bereits ausnutzen. Für zwei Schwachstellen (CVE-2026-20337, CVE-2026-20338) sei aber bereits Proof-of-Concept-Code in Umlauf, sodass Attacken bevorstehen können. Dementsprechend sollten Admins die verfügbaren Sicherheitspatches zeitnah installieren.
Die Entwickler versichern, die Probleme in den Ausgaben 1.4.6 und 1.5.4 gelöst zu haben. Ciscos Schutzlösung Secure Endpoint Connector nutzt ClamAV. Eine reparierte Ausgabe ist aber bislang nicht verfügbar. Sie soll aber den Entwicklern zufolge noch diesen Monat folgen.
(des)