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09.07.2026
12:45 Uhr
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Im Sommer 2006 lieferte Parallels die erste Version seiner Virtualisierungslösung aus. Zielgruppen und Nutzungsarten haben sich seither stark verändert.

Rundes Jubiläum: Die populäre Virtualisierungslösung Parallels Desktop für macOS wird in diesem Sommer 20 Jahre alt. Seither hat sich viel verändert: Aus der einfachen Möglichkeit, ein Intel-Windows auf dem Mac auszuführen, ohne Multiboot nutzen zu müssen, wurde ein Tool, mit dem viele verschiedene Betriebssysteme verwendet werden – inklusive macOS selbst.
Die Reise mit Parallels Desktop begann 2006. Damals hatte Apple die ersten Intel-Macs auf den Markt gebracht, nachdem man sich von der für den Hersteller zunehmend problematischen PowerPC-Architektur entfremdet hatte. Die x86-basierten Maschinen hatten einen weiteren Vorteil: Technisch lief darin eine PC-Architektur. Apple ermöglichte es mit Bootcamp erstmals, ein aktuelles Windows auf Macs zu bringen, in das man auf Wunsch neben macOS booten konnte. Der Hersteller lieferte sogar passende Treiber. Bequem war das für viele macOS-Nutzer nicht, auch der Datenaustausch hinkte.
Auftritt Parallels Desktop: Ähnlich wie etwas später der Hauptkonkurrent VMware Fusion erlaubte die Anwendung, Windows in einer virtuellen Maschine zu installieren. Damit konnte man, bei ausreichend RAM- und Festplattenplatz, Windows einfach parallel zu macOS verwenden. Nach und nach verbesserte sich auch der Datenaustausch, schließlich gingen Mac und Windows auf Wunsch sogar ineinander über. Über die Jahre wurde die Software immer wieder verbessert, bekam mehr Grafik- und allgemeine Leistung, ließ sich teilweise auch für (eher einfache) Spiele nutzen. Später liefen auch 64-Bit-Windows-Varianten, Linux-Derivate sowieso.
Ab 2010 setzte Parallels verstärkt auf das Enterprise-Geschäft, später kam mit Parallels Access auch ein Fernwartungswerkzeug hinzu. Mehr und mehr nutzten Profis die App, etwa zur Cross-Platform-Entwicklung. 2020 kam dann mit Apple Silicon die nächste Prozessor-Revolution auf dem Mac: Intel wurde nach und nach abgekündigt. Anfangs dachte man, Parallels Desktop würde dadurch an Bedeutung verlieren. Doch die Firma, die heute zu Corel gehört, machte weiter und setzte auf ARM-VMs. Schnell lief auch ARM-Windows unter Parallels Desktop. Auch ARM-Linux-Derivate kamen hinzu.
Besonders praktisch ist Parallels Desktop auch, wenn man ein neues macOS testen möchte. So kann man etwa unter macOS 15 (Sequoia) eine VM mit macOS 26 (Tahoe) einsetzen, um Apps und das Betriebssystem an sich zu testen. Auch frühere macOS-Versionen laufen natürlich noch, was zur Rückwärtskompatibilität beiträgt. Allein ausreichend RAM und SSD-Platz sollte man vorhalten. Neben Parallels Desktop ist auch noch VMware Fusion auf dem Markt, zudem gibt es auch weitere, kostenlose Alternativen wie UTM oder VirtualBox. Zuletzt zeigte Parallels, dass das VM-Werkzeug mit Windows 11 auch auf dem MacBook Neo, Apples günstigstem Mac, läuft – trotz iPhone-Chip.
(bsc)