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17.06.2026
09:23 Uhr
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Eine IT-Forscherin hätte mangels korrekter Sicherheitsprüfungen das Live-Streaming der FIFA zur Fußball-WM 2026 manipulieren können.

BobDaHacker nennt sich die IT-Sicherheitsforscherin, die behauptet, sie habe Zugang zu einigen internen FIFA-Plattformen aufgrund einfacher Fehler im Sicherheitskonzept erlangen können. Damit wäre es möglich gewesen, das Live-Streaming der Spiele zu manipulieren – etwa mit einer Rickroll. Inzwischen hat die FIFA die Schwachstellen ausgebessert.
In einem Blog-Beitrag schreibt BobDaHacker, wie der Zugriff möglich wurde. Eine Anmeldung auf der FIFA-Beraterseite (FIFA Agent Platform) war ganz einfach mit einem Ausweis und dem Bestätigen einer E-Mail-Adresse möglich. Die Anmeldung legt das Konto im Microsoft-Entra-Tenant der FIFA an. Darüber laufen offenbar alle internen FIFA-Plattformen. Ein erster Versuch des Zugriffs auf die FIFA-Football-Daten-Plattform fdp.fifa.org schien eine Prüfung vorzunehmen und wies BobDaHacker mangels entsprechender Rolle ab. Allerdings handelte es sich um eine clientseitige Prüfung. Die Backend-API auf den Servern hingegen nimmt keinerlei Prüfung vor.
Die clientseitigen Abfragen lassen sich umgehen, und so war der Zugriff auf das Streaming-Management-Panel möglich – das echte Live-System, mit allen RTMP-URLs, Streaming-Keys und Ausgabe-URLs. Da landen die Streams aus den Stadion-Kameras, was eine Prüfung der URLs mit VLC bestätigte. Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um die Datenströme handelt, die allen Sendern angeboten werden, aus denen sie ihre Übertragungen erzeugen. Das Portal wies Schaltflächen auf, mit denen die Streams sich stoppen und starten lassen. Bösartige Angreifer hätten damit die Kamera-Streams umleiten und durch eigene Inhalte ersetzen können.
Der Zugriff war den Angaben BobDaHackers zufolge auf die komplette Plattform möglich, nicht nur auf das Streaming-Management. Teams, Tools, Exchange, Admin – alles zugreifbar. Es wäre auch möglich gewesen, die redaktionellen Kommentatoren-Notizen zu manipulieren, den Anstoß-Zeitpunkt zu ändern und die Punkte- und Spielstatistiken zu manipulieren. Die Meldung der Schwachstelle war etwas schwieriger, nach zehn Anläufen bekam BobDaHacker demnach jedoch Antwort von der US-amerikanischen IT-Sicherheitsbehörde CISA und dem FBI.
In der Nacht wurde die Lücke dann stillschweigend geschlossen, nun liefern auch die Server HTTP-403-Antworten auf Anfragen mit dem Konto mit „NO_ROLES“. Die FIFA hat sich jedoch nicht dazu gemeldet. BobDaHacker verpasst der FIFA aber noch virtuelle Ohrfeigen: Sie solle eine security.txt bereitstellen, es sei schließlich 2026. Clientseitige Autorisierung ist keine Autorisierung, das lerne bereits jeder Praktikant. Außerdem solle die FIFA ein Bug-Bounty-Programm starten, damit IT-Sicherheitsforscher nicht das FBI anrufen müssen, um der FIFA einen Gefallen zu tun. Die kommen inzwischen jedoch häufiger ohne Geldprämien daher.
Im Text korrigiert, dass es unklar ist, ob die Datenströme das Material für die Broadcasts der Sender darstellen.
(dmk)