Heise 18.08.2026
07:12 Uhr

Fürs KI-Training: Google kauft interne Daten der insolventen Spirit Airlines


Im Mai hat die US-Billigfluglinie Spirit ihren Betrieb eingestellt, jetzt läuft das Insolvenzverfahren. Für 10 Millionen US-Dollar kauft Google interne Inhalte.

Fürs KI-Training: Google kauft interne Daten der insolventen Spirit Airlines

Google hat sich in einer Auktion von Geschäftsdaten der pleite gegangenen US-Airline Spirit Airlines durchgesetzt und bekommt für 10 Millionen US-Dollar unter anderem 100 Millionen anonymisierte E-Mails und 500 Millionen Teams-Nachrichten für das Training von KI. Das geht aus einer Mitteilung des Insolvenzgerichts in New York und einer Stellungnahme von Google gegenüber Bloomberg Law hervor.

Laut dem Gericht gehören zu der Sammlung auch Lohn- und Gehaltsunterlagen, Personalakten, bestimmte Passagierdaten, etwa 30 Millionen Zeilen Quellcode und umfangreiche weitere Informationen. Vor der Übergabe sollen die Inhalte aber gründlich von personenidentifizierbaren Daten gereinigt werden. Das Gericht muss den Verkauf noch genehmigen.

Spirit Airlines hatte Anfang Mai den Betrieb eingestellt. Die Fluggesellschaft war in den USA als radikale Billigfluglinie bekannt, die auch Menschen Flugreisen ermöglicht hat, die sich das bei den etablierten Airlines nicht hätten leisten können. Vergangenen August war Spirit bereits in das zweite Insolvenzverfahren innerhalb von weniger als zwölf Monaten eingetreten, angekündigt war eigentlich, dass die Airline das im Sommer mit weniger Schulden wieder verlassen würde. Das haben die stark gestiegenen Kerosinpreise infolge der Angriffe der USA und Israels auf den Iran und die Schließung der Straße von Hormus verhindert. Als dann Finanzierungsgespräche und ein Rettungsplan der US-Regierung platzten, kapitulierte die Airline.

Der Schritt von Google unterstreicht nun einmal mehr, wie wichtig Trainingsdaten für die Entwicklung von KI sind. KI-Konzerne stehen seit Längerem im Fokus für möglicherweise rechtswidriges Vorgehen bei der Erlangung solcher Inhalte. Dazu laufen vorwiegend in den USA zahlreiche Gerichtsverfahren. In jüngster Zeit war es immer öfter vorgekommen, dass KI-Firmen firmeninterne Daten gescheiterter Unternehmen erwerben, um KI-Modelle mit realen Abläufen zu füttern. Bei der Auktion zu Spirit Airlines hat sich Google gegen die KI-Firma Mercor durchgesetzt, die 7,5 Millionen US-Dollar für den Datenschatz geboten hat. Zu dem Paket gehören auch Software sowie Daten zur Preisgestaltung.

(mho)