Heise 09.10.2026
07:02 Uhr

Firefox im neuen Look: Was beim Testen durchfiel


Mozilla erklärt, warum Firefox ein neues Design bekommt, der Kompaktmodus zurückkehrt und welche Nutzerrückmeldungen es verändert haben.

Firefox im neuen Look: Was beim Testen durchfiel

Fünf Jahre lang prägte Proton das Gesicht von Firefox. Nun hat Mozilla dem Browser neue Farben, weichere Tabs und eine überarbeitete Seitenleiste verpasst – und holt ausgerechnet den Kompaktmodus zurück, den viele Nutzer seit dem letzten Redesign vermisst hatten. Ob das neue Design nur hübscher aussieht oder den Alltag im Browser tatsächlich verbessert, ist damit eine Frage von mehr als ein paar Pixeln.

Mit Firefox 157 wird die neue Oberfläche für alle freigeschaltet. Wir haben Mozilla gefragt, welche Kritik aus der Testphase Folgen hatte, warum die alte Seitenleiste und vertikale Tabs nicht zusammenpassen und wie viel Platz der Kompaktmodus wirklich gewinnt.

Der Kompaktmodus ist ein konkretes Beispiel. Menschen, die das Design ausprobierten, sagten uns, sie wünschten sich eine dichtere Oberfläche, die mehr Bildschirmfläche für Webinhalte freilässt. Deshalb unterstützen wir den Modus wieder offiziell. Außerdem haben wir der Anpassungsansicht auf der Firefox-Startseite eine Theme-Auswahl hinzugefügt. Dort können Nutzer direkt im Browser festlegen, wie er aussehen soll.

Optisch wollten wir Firefox durch seine Farbverläufe und charakteristischen Tab-Formen auf den ersten Blick erkennbar machen. Gleichzeitig sollte die Bedienung Menschen vertraut bleiben, die Firefox bereits nutzen.

Mit der integrierten Theme-Auswahl können Nutzer dieses Erscheinungsbild zudem an ihre Vorlieben anpassen. Wir wollten ein eigenständiges Design, das Raum für persönliche Entscheidungen lässt.

Ein Beispiel dafür, wie Feedback die endgültige Gestaltung beeinflusst hat, ist der Abstand zum äußeren Fensterrand. Ein früherer Entwurf sah dort einen Rand vor, als Teil einer insgesamt offeneren visuellen Gestaltung. Durch Rückmeldungen aus der Community erfuhren wir jedoch, dass er die Bedienung beim Klicken am Fensterrand erschwerte. Deshalb haben wir ihn entfernt.

Nach Rückmeldungen auf Plattformen wie Reddit haben wir auch erwogen, die neuen Tab-Formen und Farbverläufe zu ändern. Tests mit einer breiteren Gruppe von Menschen ergaben allerdings ein anderes Bild als die Diskussionen dort. Letztlich haben wir uns entschieden, diese Elemente beizubehalten. Bei der Weiterentwicklung von Firefox werden wir weiterhin die Rückmeldungen aus der Community ebenso berücksichtigen wie die Erkenntnisse aus unseren Tests.

Diese Erfahrung hat uns vor Augen geführt, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind, denen Firefox gerecht werden muss. Bei der Weiterentwicklung des Browsers müssen wir weiter zuhören und das Design anpassen, damit Menschen eine Oberfläche wählen können, die für sie funktioniert.

Nutzer können die Automatik unter „Einstellungen > Erscheinungsbild > Fensterdichte“ außer Kraft setzen. Wer dort „Standard“, „Kompakt“ oder „Touch“ auswählt, deaktiviert den automatischen Wechsel; Firefox verwendet dann die gewählte Darstellung.

about:config und eigenes CSS bieten weitergehende Eingriffsmöglichkeiten, setzen aber technische Kenntnisse voraus und können beeinflussen, wie der Browser funktioniert. about:config ist in erster Linie für interne Konfiguration und Tests gedacht. Unser Ziel ist es, sinnvolle Anpassungen direkt im Browser zugänglich zu machen.

Die überarbeitete Seitenleiste gibt uns mehr Spielraum dafür, wie Tabs, Panels und Webinhalte zusammenwirken. Nutzer können beispielsweise ihre Lesezeichen sichtbar lassen, während sie auf einer Webseite arbeiten. Die neue Architektur erleichtert es uns außerdem, Probleme zu beheben und zusätzliche Funktionen zu entwickeln. Auf die Verbesserung dieser Version konzentrieren wir uns.

Bei Entscheidungen über die weitere Unterstützung berücksichtigen wir die Nutzung und den Entwicklungsaufwand, der für die Pflege der älteren Version nötig ist. Die neue Architektur gibt uns mehr Möglichkeiten, die Seitenleiste zu verbessern und auszubauen. Darauf richten wir unsere Entwicklung aus. Auf einen konkreten Zeitpunkt haben wir uns noch nicht festgelegt. Sobald die Rückfalloption und der zugrunde liegende Code entfernt sind, wird ein Wechsel zur alten Seitenleiste nicht mehr möglich sein.

Die meisten dabei gefundenen Probleme sind behoben. Offen sind noch Probleme mit dem Tastaturfokus und der Navigation in einigen Panels, mit Beschriftungen und Ansagen für Screenreader, mit dem Kontrast mancher Bedienelemente sowie mit der Sichtbarkeit von Tabs bei sehr starker Anzeigeskalierung. Diese Probleme sind in Bugzilla erfasst, und wir arbeiten weiter daran.

Navigation, Bedienelemente und Layout orientieren sich bewusst an den Konventionen des jeweiligen Betriebssystems. Firefox soll über Geräte hinweg wiedererkennbar und auf jeder Plattform vertraut zu bedienen sein.

Diese Arbeit geht nach der Veröffentlichung weiter. Wir werden weiterhin Umfragen, Fehlermeldungen und Rückmeldungen aus der Community verfolgen und Firefox anhand dessen verbessern, was wir dabei lernen.

Siehe auch:

(fo)