Heise 11.07.2026
20:00 Uhr

Die beste Laser-Graviermaschine im Test


Laser für die Werkstatt eignen sich zum Markieren, Gravieren und Schneiden von unterschiedlichsten Materialien. Wir zeigen die besten Geräte aus unseren Tests.

Die beste Laser-Graviermaschine im Test

Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.

Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.

Laser für die Werkstatt eignen sich zum Markieren, Gravieren und Schneiden von unterschiedlichsten Materialien. Wir zeigen die besten Geräte aus unseren Tests.

Günstige maschinengesteuerte Laser gibt es schon seit einigen Jahren. Waren anfänglich nur kleine Gravuren auf Holz möglich, klappt mittlerweile auch das Schneiden bis zu einer gewissen Materialstärke. Selbst dauerhaftes Markieren und sogar Gravieren von Metallen funktioniert. Viel wichtiger: Auch im Hinblick auf die Sicherheit hat sich einiges getan – moderne Laser kommen mit geschlossenem Gehäuse und entsprechender Klassifizierung sind damit auch für private Anwender geeignet.

Damit die Arbeit mit dem Laser Freude und keinen Frust bereitet, muss man einige Dinge beachten und wissen, welche Modelle wofür geeignet sind. Da in den vergangenen Monaten viele verschiedene neue Laser-Engraver auf den Markt gekommen sind, gilt es, die Übersicht zu behalten. Neben den schon länger bekannten Dioden- und CO2-Lasern werden mittlerweile auch IR- und Faserlaser in Hobby-realistischen Preisbereichen angeboten. Mehr zu den Unterschieden im Abschnitt Laserarten.

Von besonders günstigen Lasern ohne Gehäuse würden wir mittlerweile ganz die Finger lassen und immer zu einem Modell mit geschlossenem Bauraum greifen. Ist das Gerät mit der Laserklasse 1 zertifiziert, darf hier zu keinem Zeitpunkt Laserlicht austreten, was die Nutzung einer Schutzbrille überflüssig macht und die Nutzung im privaten Umfeld ermöglicht.

Bei Klasse-4-Lasern ist dies nicht der Fall, weswegen die Benutzung nur von geschultem Personal zulässig ist. In der Praxis ist der Übergang zwischen den Klassen leider fließend. So hat etwa der aus unserer Sicht sehr sichere xTool F2 nur eine Klassifizierung 4, während der Mecpow M1 mit der Laserklasse 1 wirbt. Und das, obwohl er weniger Sicherheitsmechanismen an Bord hat als der F2. Die Modelle xTool P3 und F1 Ultra sind grundsätzlich sicher und daher Klasse 1 – allerdings nur in der Grundversion. Werden die Laser mit Zuführeinheit oder Förderband kombiniert, bekommen sie die Laser-Klasse 4, da dann Licht austreten könnte. Am Beispiel des XTool F2: Um größere Werkstücke bearbeiten zu können, kann man das Gerät theoretisch ohne Bodenplatte oder mit geöffnetem Gehäuse betrieben werden. Weil das möglich ist, wird aus Klasse 1 die Klasse 4.

Laser, auch die der Klasse 1, sind kein Spielzeug! Bei falscher Handhabung und Unachtsamkeit drohen ernste Gefahren für die Gesundheit. Neben dem für das Auge extrem schädlichen Laserlicht birgt auch die Verarbeitung ungeeigneter Materialien großes Risiko. Neben einer akuten Brandgefahr drohen hier etwa Vergiftungen und Verätzungen bei der Verarbeitung bestimmter Materialien. Wichtig ist deshalb immer eine ausreichend gute Lüftung. Diese erreicht man entweder mit einer aktiven Abluft nach draußen und / oder mit einem Luftfilter.

Testsieger ist der mit 80 Watt extrem starke CO2-Laser xTool P3. Neben der hochwertigen Verarbeitung und hervorragenden Software punktet das riesige Profigerät mit der höchsten Schnittstärke und Geschwindigkeit im Testfeld. Hinzu kommen eine riesige Arbeitsfläche, das integrierte Feuerlöschsystem und die hochauflösende Kamera zur einfachen Platzierung von Grafiken. Auch der optional erhältliche Luftfilter konnte im Test voll überzeugen. Der größte Haken am Profi-Paket mit der Laserklasse 1 ist der stattliche Preis von mindestens 6779 Euro.

Deutlich kleiner, mit rund 1409 Euro aber deutlich günstiger, ist unser Technologiesieger xTool F2. Der kompakte Desktop-Laser bietet zwar eine kleine Arbeitsfläche, punktet dafür aber mit einem Dual-Laser. Neben einem klassischen Dioden-Laser ist hier auch ein IR-Laser integriert. Der ermöglicht auch die Markierung von Kunststoffen und das farbige Gravieren von Metall. Großer Nachteil des F2: Offiziell ist dies ein Klasse-4-Laser!

Unser neuer Preis-Leistungs-Sieger ist der mit 650 Euro erfreulich bezahlbare xTool M2 Color mit Klasse-1-Zertifizierung. Statt maximaler Laserleistung stehen hier ein fairer Preis, Vielseitigkeit, Sicherheit und einfache Bedienung im Mittelpunkt. Die Kombination aus Farbdruck, Lasergravur und Laserschnitt eröffnet Möglichkeiten, die klassische Diodenlaser nicht bieten – und das zu einem echten Kampfpreis.

Der xTool P3 für 6779 Euro ist der mit Abstand leistungsstärkste und teuerste Laser, den wir bisher getestet haben. Die CO2-Leistung von 80 Watt ermöglicht Schneidarbeiten, die mit Diodenlasern schlicht unmöglich sind: 20 mm Holz und 20 mm Acryl in einem Durchgang, saubere Kanten, hohe Geschwindigkeit. Besonders gut gefallen uns das geschlossene Gehäuse mit Laserklasse-1-Sicherheit, das Kamerasystem zur präzisen Positionierung, der Autofokus mit automatischer Tischhöhenverstellung und das Wechsellinsensystem.

Der xTool F2 für 1409 Euro ist ein erstklassiger Lasergravierer für den professionellen Einsatz. Die Software ist vorbildlich, die Möglichkeiten sind vielseitig. Er graviert präzise und schnell, mit seinen zwei Laserdioden bearbeitet er eine große Materialvielfalt. Schade, dass der xTool F2 offiziell nur ein Klasse-4-Laser ist: eine uneingeschränkte Empfehlung können wir daher nicht geben. Der F2 gehört in verantwortungsvolle Hände, die damit hervorragende Produkte herstellen können.

Der xTool M2 ist die richtige Wahl für alle, die mehr wollen als nur gravieren und schneiden. Die Kombination aus CMYK-Farbdruck und Diodenlaser ist in dieser Form derzeit einzigartig. Wer Holzschilder, Aufkleber, Kartonmodelle oder personalisierte Geschenke fertigt, profitiert vom Direktdruck mit anschließender Lasergravur ohne erneutes Ausrichten. Das Laser-Klasse-1-Gehäuse macht den M2 zudem für Schulen, Familien und Einsteiger interessant, die ohne Laserschutzbrille arbeiten möchten. Vormontage, Autofokus, Doppelkamera und WLAN sorgen für einen unkomplizierten Einstieg in die kreative Lasertechnik. Die getestete Deluxe-Variante kostet 989 Euro (10 W) oder 1389 Euro (20 W). Die Basisversion liegt bei 650 Euro.