Mit Android 17 führt Google eine Reihe neuer Netzwerksicherheitsfunktionen ein, die laut Konzern Verbindungen absichern, vor Sicherheitslücken im Mobilfunknetz schützen und dazu beitragen, die Privatsphäre des Heimnetzwerks zu bewahren.
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28.08.2026 09:58 Uhr |

Mit Android 17 führt Google eine Reihe neuer Netzwerksicherheitsfunktionen ein, die laut Konzern Verbindungen absichern, vor Sicherheitslücken im Mobilfunknetz schützen und dazu beitragen, die Privatsphäre des Heimnetzwerks zu bewahren.
Eine der neuen Sicherheitsfunktionen ist die Unterstützung eines Protokolls namens „Encrypted Client Hello“ (ECH), das in Zusammenarbeit mit Googles Technologie-Inkubator Jigsaw entstanden ist. Hintergrund für dieses neue Protokoll ist, den Datenverkehr noch besser nach außen abzusichern.
So könne Verschlüsselung zwar bereits einen Großteil des Datenverkehrs vor neugierigen Blicken schützen, doch gab es lange Zeit eine Lücke, erklärt Google: das DNS. „Noch bevor wir überhaupt mit der Übertragung dieser Daten beginnen, muss das DNS die IP-Adresse des Servers nachschlagen, den wir erreichen wollen, und dieser Vorgang erfolgte bisher unverschlüsselt – jeder, der Ihren Webverkehr ausspionierte, konnte den Namen der Website sehen, die Sie aufrufen wollten“, führt Google aus. Die unverschlüsselten Daten könnten zur Erstellung von Nutzerprofilen verwendet oder von böswilligen Akteuren für gezielte Phishing- und Betrugsaktionen ausgenutzt werden.
Mit ECH sollen Servernamen schon während der Übertragung verschlüsselt werden. Da nicht jede Website ECH von Anfang an unterstützen wird, sendet das Protokoll bei fehlender Unterstützung „gefälschte, zufällig generierte ECH-Erweiterungen an Websites, die ECH nicht unterstützen – sodass jede Verbindungsanfrage gleich aussieht“.
Google arbeitet eigenen Angaben zufolge mit Branchenführern, Dienstleistern und App-Entwicklern zusammen, um die Einführung von ECH voranzutreiben. Weitere technische Hintergründe erläutert Jigsaw in einem Blogartikel.
Sollten App-Entwickler sich entschließen, die modernen Netzwerkbibliotheken und Best Practices zu nutzen, sollten sie auf OkHttp 5.5.0 aktualisieren und ECH aktivieren. Ferner sagt Google, dass Entwicklerinnen und Entwickler, die Netzwerkstacks erstellen oder konfigurieren, die technischen Empfehlungen auf GitHub zur Optimierung von HTTPS-RR-Abfragen studieren sollten.
Eine weitere Sicherheitsneuerung betrifft das Heimnetzwerk: Wenn Nutzerinnen und Nutzer ihr Smartphone mit dem heimischen WLAN verbinden, nutze das Smartphone das Netzwerk gemeinsam mit anderen Geräten wie Smart-TVs, Überwachungskameras oder der Spielkonsole, führt Google aus. Bisher konnten Apps das lokale Netzwerk scannen und ohne die Nutzererlaubnis herausfinden, welche weiteren Geräte verbunden waren. Dies konnte etwa dafür genutzt werden, Profile des Haushalts zu erstellen.
Mit Android 17 wird dieser Schnüffelei mit der Funktion Local Network Protection ein Riegel vorgeschoben. Apps müssen zum Scannen des Heimnetzwerks oder für den Verbindungsaufbau mit anderen Geräten im Netzwerk die Erlaubnis einholen. Zudem sagt Google, dass Entwickler für alltägliche Aufgaben wie das Streamen eines Videos auf den Fernseher auf vorhandene und sichere Systemtools setzen sollten, mit denen Nutzer etwa einen bestimmten heimischen Fernseher auswählen können – ohne dass eine App die Erlaubnis benötigt, andere Geräte im Haushalt einzusehen.
Eine weitere Maßnahme ist der standardmäßige Einsatz von Certificate Transparency (CT). Alle Zertifikate für Verbindungen zu Apps oder Webseiten müssen fortan in einem öffentlichen Register erfasst werden. Dadurch soll die Wahrscheinlichkeit sinken, dass Nutzern möglicherweise gefälschte Zertifikate untergejubelt werden, um den Datenverkehr abzufangen und Schaden anzurichten. Mit Certificate Transparency soll die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Angriff unbemerkt bleibt, deutlich sinken, so Google.
Eine weitere Android-17-Netzwerkfunktion ermöglicht Mobilfunkanbietern, die 2G-Konnektivität für ihre Kundinnen und Kunden mit einer „Zero-Click-Lösung“ standardmäßig zu deaktivieren. Nutzer können das unsichere 2G/GSM bereits seit Android 12 manuell abschalten. Damit soll „SMS Blaster“-Angriffen entgegengewirkt werden, die „Smartphones in der Nähe dazu zwingen, ihre LTE- oder 5G-Verbindungen zu unterbrechen und auf weniger sichere, veraltete 2G-Netze zurückzugreifen“, so Google. Im Anschluss können Phishing-Nachrichten an die betroffenen Geräte gesendet werden.
Deutsche Netzanbieter haben bereits angekündigt, ihre unsicheren 2G-Netze, die noch als Fallback genutzt werden, bis 2028 abzuschalten. O2 kündigte im Juni dieses Jahres an, 2G im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abzuschalten. Die Mitbewerber Vodafone und Deutsche Telekom haben das Ende von 2G ebenfalls für 2028 festgelegt.
(afl)