FAZ 24.07.2026
19:12 Uhr

„nicht im zuständigkeitsbereich“: IOC-Ethikkommission weist Beschwerde gegen Infantino zurück


Vor allem wegen seiner Nähe zu Donald Trump hatte die Organisation FairSquare Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten eingereicht. Die Ethikkommission des IOC aber sieht sich nicht zuständig.

„nicht im zuständigkeitsbereich“: IOC-Ethikkommission weist Beschwerde gegen Infantino zurück

Die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat eine Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen den Präsidenten des Internationalen Fußballverbandes (FIFA), Gianni Infantino, zurückgewiesen. „Die IOC-Ethikkommission stellte fest, dass jeder internationale Verband gemäß der Olympischen Charta seine Unabhängigkeit und Autonomie in der Verbandsführung wahrt“, erklärte ein IOC-Sprecher am Freitag. Die Beschwerde falle daher „nicht in den Zuständigkeitsbereich“ der Kommission. FairSquare hatte Anfang Juli eine zehnseitige Beschwerde gegen Infantino eingereicht. Grund waren laut der Organisation mehrere mögliche Verstöße des Chefs des Fußball-Weltverbandes gegen die Regeln zur politischen Neutralität. Dabei geht es vor allem um die Nähe des IOC-Mitglieds Infantino zu US-Präsident Donald Trump. „Fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC Regeln“ „Gianni Infantino hat wiederholt gegen die Regeln des IOC zur politischen Neutralität verstoßen, indem er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, seine politische Unterstützung ausgesprochen hat“, schrieb FairSquare und bezog sich dabei auf Beweise, die „fünf eindeutige Verstöße gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität“ nahelegen würden. Ferner habe die Organisation Anscheinsbeweise für zwei weitere Verstöße vorgelegt. Das IOC hatte erst Ende Juni die Unabhängigkeit des olympischen Sports von staatlichem, gesellschaftlichem oder wirtschaftlichem Druck in seiner Charta betonen lassen. FairSquare hatte kurz nach der Verleihung des FIFA-Friedenspreises von Infantino an Trump im vergangenen Dezember bereits eine offizielle Beschwerde bei der Ethikkommission der FIFA eingereicht. Dieser hatten sich Norwegens Fußballverband sowie 50 Abgeordnete des Europäischen Parlaments angeschlossen.