FAZ 12.08.2026
18:30 Uhr

Wassermangel: Kelkheim stellt Wasserampel auf Rot


Starke Wasserentnahme, kein Regen, ein niedriger Grundwasserspiegel in den städtischen Brunnen: Kelkheim mahnt dringend zum Wassersparen.

Wassermangel: Kelkheim stellt Wasserampel auf Rot

Kelkheim muss die Trinkwasserampel ab sofort auf Rot stellen. Das bedeutet, dass Garten und Rasen ab sofort nicht mehr bewässert werden dürfen, eine Ausnahme sind neu gesetzte Pflanzen. Pools und Zisternen dürfen nicht mehr befüllt werden, Trinkwasser darf nicht mehr zur Reinigung von Autos, Terrassen oder Ähnlichem verwendet werden. Auch aus Standrohren darf kein Wasser mehr entnommen werden. Wenn der Trinkwasserverbrauch nicht deutlich eingeschränkt wird, muss ein Wassernotstand gemäß der Gefahrenabwehrverordnung ausgerufen werden, wie es im Jahr 2022 schon einmal vorgekommen ist. Dann kann der Verstoß gegen die Auflagen mit Bußgeld geahndet werden. Normalerweise werden in Kelkheim durchschnittlich 3500 Kubikmeter Trinkwasser am Tag verbraucht, momentan liege der Verbrauch bei über 5200 Kubikmeter, meldet die Stadt. Gleichzeitig ist der Grundwasserspiegel in den städtischen Brunnen bis zu 30 Meter gefallen. Wenn die Trockenheit anhält, muss die Förderung eingestellt werden. Diese Menge aus eigenen Brunnen kann auch über die externe Versorgung aus dem Hessischen Ried nicht kompensiert werden. Es ist daher dringend geboten, den Trinkwasserverbrauch drastisch zu reduzieren, sonst kann die ausreichende Bereitstellung von Trinkwasser und von Löschwasserreserven nicht mehr gewährleistet werden. Zwingend notwendige größere Wasserentnahmen sind vorher mit den Stadtwerken abzusprechen.