Der 1. FC Heidenheim steigt aus der Bundesliga ab. Das ist zwar noch nicht in Stein gemeißelt, steht aber so gut wie sicher fest nach diesem 25. Spieltag, an dem es für den Klub von der schwäbischen Ostalb eine weitere Niederlage setzte. Mit 14 Punkten steht Heidenheim abgeschlagen am Tabellenende. Für den Klassenverbleib reichte nicht einmal ein Wunder, wie das Trainer Frank Schmidt zuletzt einordnete: „Es müssen zwei sein.“ Was sich nach dem 2:4 gegen Hoffenheim in der kleinen Arena auf dem Schlossberg abspielte, war deshalb durchaus bemerkenswert. Kein schwarzer Rauch durch Pyrotechnik, keine Wut, kein Frust. Stattdessen: Applaus. Aufmunterung. Anerkennung. Ein Wunder? „In anderen Stadien wirst du wahrscheinlich wie eine Sau rausgetrieben, hier unterstützen dich die Fans noch“, sagte Schmidt. „Das gibt es nirgends, an keinem anderen Standort in so einer Situation. Man hat nicht vergessen, was wir alle zusammen nicht in einem oder zwei Jahren erreicht haben, sondern in fast zwei Jahrzehnten.“ Als neutraler Beobachter muss man dem 1. FC Heidenheim nicht zwingend nachtrauern als Bundesligaklub mit seiner zuweilen doch recht behäbigen Spielweise. Aber man sollte dem nachtrauern, was der Bundesliga mit diesem Abstieg noch verloren geht, auf dem Rasen wie auch den Rängen: Anstand.
