Nach Jahren mit guten bis sehr guten Ergebnissen weist der Gesamtabschluss der Stadt Frankfurt inklusive aller Beteiligungen für das vorige Jahr erstmals wieder ein Defizit aus, und zwar in Höhe von rund 203 Millionen Euro. Nach Angaben der neuen Kämmerin Susanne Serke (CDU) ist dies „ein Ergebnis, das wir ernst nehmen müssen“. Ziel müsse es sein, wieder eine Trendwende zu erreichen, sagte Serke und ergänzte: „Vor uns liegt ein gutes Stück Arbeit.“ Im Jahr zuvor hatte ihr Vorgänger Bastian Bergerhoff (Die Grünen) noch ein Rekordergebnis vorlegen können, mit einem deutlichen Überschuss von rund 533 Millionen Euro. Der jetzt vorgelegte Gesamtabschluss ist der schlechteste seit zehn Jahren. Grund für das schlechte Abschneiden des „Konzerns Stadt Frankfurt“ ist vor allem das hohe Defizit, mit dem die Kernverwaltung der Stadt das Jahr 2025 abgeschlossenen hat. Bei der Vorlage des Jahresabschlusses im Mai dieses Jahres musste die Stadt eingestehen, dass einige Ressorts ihr Budget deutlich überzogen hatten, das Bildungsdezernat etwa hatte im vergangenen Jahr knapp 200 Millionen Euro mehr ausgegeben, als zur Verfügung standen. Dass vor diesem Hintergrund das Gesamtergebnis des „Konzerns Stadt Frankfurt“ nicht noch schlechter ausgefallen ist, hat mit zahlreichen städtischen Gesellschaften und Beteiligungen zu tun. Die Stadtwerke Frankfurt Holding, aber auch die Messe Frankfurt, die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding erwirtschafteten wieder Jahresüberschüsse, wenn auch geringer als im Jahr zuvor. Dennoch haben sie zur wirtschaftlichen Stabilität des Gesamtkonzerns beigetragen. Die Stadt ist inzwischen an 726 Unternehmen beteiligt. In den Konzernabschluss fließen allerdings, wie schon in den Jahren zuvor, die zentralen Beteiligungen ein, das sind 156 Unternehmen. Die Zahl der Mitarbeiter, inklusive der rund 15.000 Beschäftigten in der Kernverwaltung der Stadt, beläuft sich umgerechnet in Vollzeitäquivalente auf rund 27.500 Beschäftigte, davon sind 1200 Auszubildende. Für Serke macht der Konzernabschluss deutlich, welchen Wert eine leistungsfähige kommunale Unternehmenslandschaft für Frankfurt hat. Denn gleichgültig, ob Wohnungsbau, Energieversorgung, Messe, Flughafen, öffentlicher Nahverkehr, Stadtentwässerung oder Kita Frankfurt: Die Unternehmen und Beteiligungen der Stadt tragen nach Angaben der CDU-Politikerin „wesentlich dazu bei, dass Frankfurt funktioniert“. Zumal die Stadt trotz der insgesamt angespannten wirtschaftlichen Lage in Deutschland, hoher Energiekosten und hohen Zinsniveaus weiterhin kräftig investiere. „Ganz erhebliche Mittel“ fließen nach Angaben der Stadtkämmerin in Wohnungen, Schulen, den Ausbau der Kitas, die Verkehrsinfrastruktur, in die Energieversorgung und den Klimaschutz. „Diese Investitionen sind unverzichtbar“, so Serke, vor allem vor dem Hintergrund der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung. Schließlich soll Frankfurt nach Berechnungen des Stadtplanungsamtes in den nächsten zehn Jahren auf deutlich mehr als 800.000 Einwohner wachsen. Derzeit leben rund 760.000 in Frankfurt. Die Investitionen sind aber auch möglich, da das Eigenkapital der Stadt gestiegen ist und trotz des Jahresdefizits bei rund zwölf Milliarden Euro liegt und damit etwa auf Vorjahresniveau. Dennoch drängt Serke darauf, „sich gerade in finanziell schwierigen Zeiten als Stadt die Frage zu stellen, wofür wir öffentliche Mittel einsetzen wollen“. Es komme darauf an, Prioritäten zu setzen, Strukturen weiterzuentwickeln und mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. „Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, die finanzielle Tragfähigkeit des Stadtkonzerns zu sichern“, sagte Serke. Finanzielle Solidität sei kein Selbstzweck, aber Voraussetzung, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu erhalten.
