FAZ 25.09.2026
14:33 Uhr

Übung in Hamburg: Wappnen für den Sturm – damit er nicht losbricht


Das Szenario der militärisch-zivilen Übung in Hamburg klingt romanhaft, ist aber allzu realistisch. Nicht nur die Bundeswehr muss widerstandskräftig werden.

Übung in Hamburg: Wappnen für den Sturm – damit er nicht losbricht

Der Titel der militärisch-zivilen Übung in Hamburg scheint sich an den eines Romans aus den Achtzigerjahren anzulehnen. Tom Clancy malte in „Red Storm Rising“ einen konventionellen Dritten Weltkrieg aus, der von Moskau vom Zaun gebrochen wird. Der sowjetische Angriff wird da durch Speznas-Sabotagen eingeleitet. So wird der für den NATO-Nachschub essenzielle Hafen der Hansestadt lahmgelegt, indem zwei Handelsschiffe in der Fahrrinne auf Grund gesetzt werden. Hamburgs logistische Schlüsselrolle In dem fiktiven Szenario der Übung „Red Storm Charly“ ist es noch nicht so weit gekommen, aber auch da geht es um die logistische Schlüsselrolle Hamburgs, wenn innerhalb des Bündnisses die Ostflanke verstärkt werden muss. Im Klartext: Man bereitet sich gegen eine drohende Aggression Russlands vor. Dafür werden Abläufe zwischen Bundeswehr, THW, Feuerwehr, Polizei und zivilen Unternehmen eingeübt. Resilienz ist ein Modewort, aber genau darum geht es: widerstandsfähig im Bewusstsein einer drohenden Gefahr zu werden. Politische Kräfte ganz rechts und links diffamieren das gern als Kriegstreiberei. Diese Behauptung ist zynisch oder bestenfalls naiv. Ein von Moskau losgebrochener Krieg tobt bereits seit Jahren im Osten Europas, und die Länder, die dem Opfer der Aggression legitime Hilfe leisten, werden ebenfalls bedroht und unterschwellig angegriffen. Es ist notwendig, sich für den Sturm zu wappnen, eben damit er nicht voll entfesselt wird.