FAZ 23.09.2026
17:10 Uhr

Römischer Münzfund: Sondengänger gräbt bei Köln drei Kilogramm römisches Silber aus


In der Nähe von Köln wurde ein Münzschatz aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus ausgegraben. Er enthält 934 Silberdenare aus der Zeit der Römischen Republik und der Kaiserzeit bis zur Herrschaft Hadrians.

Römischer Münzfund: Sondengänger gräbt bei Köln drei Kilogramm römisches Silber aus

Auf einem Acker bei Wesseling nahe Köln hat ein Sondengänger einen Münzschatz aus der Zeit des römischen Kaisers Hadrian (117 bis 138 nach Christus) gefunden. Der Schatz, der offenbar in einem mit Stroh ausgestopften Tongefäß vergraben worden war, besteht aus 934 Silberdenaren mit einem Gewicht von gut drei Kilogramm. Nach Angaben des LVR-Amts für Denkmalpflege im Rheinland ist es der bisher größte Schatzfund aus Hadrians Regierungszeit. Der größte Teil der Münzen stammt aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, der älteste Denar wurde allerdings bereits im Jahr 148 vor Christus während des Konsulats von Spurius Postumius Albinus und Lucius Calpurnius Piso Caesoninus geprägt. Denare bildeten mehr als 400 Jahre lang die Hauptsilberwährung Roms. In der späten Römischen Republik zeigten sie auf der Vorderseite meist den Kopf der Göttin Roma, der Personifikation der Stadt Rom, mit einem Flügelhelm. In der Kaiserzeit prangte an dieser Stelle in der Regel das Profilporträt des regierenden Herrschers, gelegentlich wurde auch seine Ehefrau oder der Thronfolger abgebildet. Auf der Rückseite der in Wesseling gefundenen Münzen ist neben Kriegsgaleeren auch die Darstellung eines Elefanten zu sehen. Römische Truppen wurden gewöhnlich in Silberdenaren entlohnt. In der Epoche Hadrians verdiente ein römischer Legionär etwa 300 Denare im Jahr. Die Hälfte der Summe wurde ihm allerdings für Ausrüstung, Kleidung und Verpflegung wieder abgezogen. Der Materialwert der 934 Silbermünzen beträgt nur gut 6000 Euro. Ab März 2027 soll der Münzschatz in der bis dahin neu eingerichteten Dau­erausstellung des LVR Landesmuse­ums in Bonn gezeigt werden.